Keine Holeshot-Devices mehr, dazu größere Abstände zwischen den einzelnen Piloten: Seit Einführung der neuen Startregeln kurz vor der Sommerpause verlief die Anfangsphase der MotoGP-Rennen zuletzt immer recht unspektakulär. Die erhoffte Folgereaktion der Anpassungen beim Rennstart. Pünktlich zum Beginn der Asien-Tournee gab es im Sprint zum Japan-Grand-Prix nun aber wieder einen echten Aufreger, der für Alex Marquez mit einer saftigen Strafe endete.

Was war passiert? Ganz einfach: Nicht sonderlich gut in den Sprint gestartet wollte Marquez, der nach zwei Kurven von Startplatz fünf auf Position sieben zurückgefallen war, gleich wieder Boden gutmachen. In Turn drei attackierte er deshalb Fabio Di Giannantonio auf der Bremse. Das Manöver entpuppte sich jedoch als überambitioniert. Marquez verlor die Front seiner Gresini-Ducati, krachte ins Heck des davor fahrenden Pedro Acosta, ehe auch noch der auf der Außenbahn fahrende Di Giannantonio abgeräumt wurde. Für alle drei Piloten war der Sprint damit auf der Stelle zu Ende. Seht hier selbst:

MotoGP-Stewards belegen Alex Marquez mit harter Strafe für Japan-GP

Die MotoGP-Stewards um Simon Crafar kündigten unmittelbar eine Untersuchung des Zwischenfalls an und brauchten wenig überraschend auch nicht lange, um ihr Urteil zu verkünden. Keine Stunde nach der Kollision wurde publiziert, dass Alex Marquez als Auslöser identifiziert wurde und mit seinem Manöver gegen Artikel 1.21.2 des MotoGP-Reglements verstoßen habe. Obwohl es sich um Marquez' erstes Vergehen dieser Art in der laufenden Saison handelte, wurde er als Strafe direkt mit einer doppelten Longlap-Penalty belegt, die er nun im nächsten Grand Prix, an dem er teilnimmt, absitzen muss - aller Voraussicht nach also am Sonntag im Japan-GP (Start um 7:00 Uhr MEZ).

Eine gerechte Strafe, wie Acosta zu Protokoll gab. "Das passiert beim Rennfahren manchmal, aber das war schon ein überstürztes Manöver. Er wollte damit wohl irgendwie noch ein Podium retten", haderte der KTM-Pilot in seiner Medienrunde am Samstag und trauerte daraufhin einer verpassten Chance nach: "Der Sieg wäre mit Blick auf die Pace von Marc wohl etwas zu optimistisch gewesen, aber das war ein guter Tag für ein Podium. Wir hätten ein paar Punkte auf Bezzecchi [und WM-Rang drei, Anm.] gutmachen können, aber nach drei Kurven war alles verloren."

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Ähnliche Worte fand auch Di Giannantonio, der augenscheinlich Glück im Unglück hatte. "Ich habe einen heftigen Schlag gegen meine rechte Hüfte und meine Rippen bekommen. Im Kiesbett musste ich erstmal etwas liegen bleiben, weil ich Probleme hatte zu atmen. Sie haben mich aber untersucht und es scheint alles in Ordnung zu sein", gab der VR46-Ducati-Pilot an. Die Kollision selbst kommentierte 'Diggia' frustriert: "Ich habe gesehen, dass ein Fahrer sehr schnell daherkam und habe deshalb versucht, die Tür etwas zu öffnen. Ich dachte, dass ich das auch geschafft hätte, aber dann wurde ich von diesem Kerl komplett abgeschossen. Das war etwas unerwartet."

Eindeutig mein Fehler! Alex Marquez akzeptiert MotoGP-Strafe in Motegi

Zwei klare Meinungen also - und Alex Marquez zeigte am Samstag vollstes Verständnis für den Ärger seiner Kollegen. "Ein schlechter Tag für mich. Ich habe in Kurve drei einen Fehler gemacht und das Rennen von zwei anderen Fahrern ruiniert. Das tut mir wirklich sehr, sehr leid", kommentierte er in seiner Medienrunde. Die happige Strafe akzeptierte er sofort und will am Sonntag nun schlicht versuchen, das Beste aus einer schweren Ausgangslage herauszuholen: "So geht Rennfahren manchmal. Für morgen habe ich jetzt eine doppelte Longlap-Penalty. Das muss ich annehmen und weitermachen."

Wann und wo ihr den Großen Preis von Japan live im TV, Stream oder Ticker verfolgen könnt, verraten wir euch in diesem Artikel: