Zum Auftakt des WEC-Wochenendes in Fuji ging der Trainings-Freitag überraschenderweise bei vollständig trockenen Bedingungen über die Bühne. Damit war zu Beginn der Woche nicht unbedingt zu rechnen gewesen, nachdem die Wettervorhersagen stärkere Regenfälle prognostiziert hatten. Im weiteren Verlauf des sechsten Saison-Rennwochenendes könnte es allerdings ungemütlicher werden am Fuße des Mount Fuji.

Nach aktuellem Stand könnte das Qualifying am Samstag um 14:00 Uhr Ortszeit (07:00 Uhr deutscher Zeit) auf nasser Piste über die Bühne gehen - das hat Seltenheitswert in der Langstrecken-WM. Auch für den Renn-Sonntag nach dem Start um 11:00 Uhr lokaler Zeit (04:00 Uhr deutscher Zeit) hat sich mäßiger Regen angekündigt.

Regen-Alarm in Fuji: WEC-Fahrer bangen um gesammelte Reifendaten

Sollten die Autos tatsächlich auf Regenreifen von Michelin ausrücken müssen, würden sich die Erkenntnisse aus den zwei Freien Trainings am Freitag in Grenzen halten. "Schauen wir mal, was das Wetter morgen bringt", unkte Cadillac-Pilot Jack Aitken. "Vielleicht wird es komplett nass und dann war alles, was wir heute gemacht haben, umsonst."

Im Falle von Mischverhältnissen hätte sich die Vorbereitungszeit dennoch gelohnt; nicht zuletzt, um das Verhalten der neuen Slickreifen von Michelin auf dem Fuji Speedway kennenzulernen. Der im Vergleich zum Vorjahr schnellere Aufwärm-Prozess könnte gerade bei kühleren oder feuchten Bedingungen wichtig werden. Nicht umsonst testeten die Teams fleißig sowohl die Soft- als auch die Medium-Mischung, die Michelin für Fuji nominiert hat.

"Diese Sessions könnten der trockenste Teil des gesamten Wochenendes gewesen sein", blickte Toyota-Pilot Sebastien Buemi beim Heimspiel seines Arbeitgebers auf den Freitag zurück. "Trotzdem haben wir versucht, so viel wie möglich zu lernen. Wir sind mit beiden Reifenspezifikationen gefahren, und ich denke, wir haben jetzt ein gutes Bild." Toyota hatte sich im 2. Training, wo schnellere Rundenzeiten gefahren wurden, vornehm zurückgehalten mit den Plätzen acht und zwölf.

Alpine vorne - aber wie viel ist die Bestzeit in Fuji wert?

Stattdessen gab Alpine den Ton mit der Tages-Bestzeit und P3 im 2. Training an. Wie aussagekräftig diese Rundenzeiten wohl waren? "Wir haben uns auf Runden im Trockenen fokussiert und recht viele Reifen genutzt, deshalb waren wir vielleicht auch vorne", sagte Alpine-Pilot Jules Gounon, der sich den #36 A424 mit Trainings-Spitzenreiter Viktor Martins teilt. Markenkollege Ferdinand Habsburg aus Österreich meinte: "Wir wissen nicht, ob das wichtig ist, weil es für das Wochenende immer nasser aussieht."

Fast alle Teams legten ihre Qualifying-Simulation zu Beginn des 90-minütigen Trainings ein, bevor es an die übliche Long-Run-Arbeit ging. Die Startpositionen haben in der WEC trotz der mehrstündigen Rennen zunehmend an Wichtigkeit gewonnen, nicht zuletzt in der Hoffnung, einen Start aus dem dichtgedrängten Mittelfeld zu vermeiden. Hier kracht es gerne mal, wie die letzten Rennen bewiesen haben.

"Das Hauptziel heute war die Vorbereitung auf das Rennen", sagte Toyota-Lokalmatador Ryo Hirakawa, der die Bestzeit im 1. Training erzielt und als Einziger die 1:30er-Marke geknackt hatte. "Gleichzeitig wussten wir aber auch um das Regenrisiko für morgen, deshalb haben wir zu Beginn jeder Session eine Qualifying-Simulation gefahren, bevor wir uns auf die Rennabstimmung konzentriert haben."

Fuji-Wetter ungewiss: Regen-Training könnte drohen

Interessant: Genesis-Pilot Mathieu Jaminet war der einzige Fahrer im 2. Training, der seine Zeit kurz vor dem Ende der Session noch einmal verbessern konnte. Der frühere Porsche-Fahrer verdrängte das Genesis-Schwesterauto mit dem Fallen der Flagge auf den fünften Rang. Damit landeten beide Autos des koreanischen Autobauers in den Top-6 des Klassements, ebenso beide Alpine und die zwei Aston Martin Valkyrie.

"Wir haben mit der Arbeit fürs Rennen begonnen und am Ende eine Qualifying-Simulation abgespult", berichtete Jaminet. "Ein paar Dinge sind noch offen fürs Rennen, falls es trocken bleiben sollte. Wir haben noch nicht alle Themen aus dem 1. Training behoben. Es könnte in den kommenden Tagen feucht werden und ein paar größere Regenschauer geben. Es ist wegen des Mount Fuji immer schwierig, hier das Wetter vorherzusagen."

Vor dem Qualifying am Samstag steht den Teams und Fahrern noch das 3. Freie Training zu Verfügung, um weitere Daten zu sammeln - dann möglicherweise schon bei nassen Streckenverhältnissen.

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