Das Qualifying zum WEC-Rennen in Fuji wurde komplett abgesagt! Schlechte Sichtbarkeit auf der Strecke und anhaltender Regen sorgten für ein vorzeitiges Ende der Zeitenjagd am Samstag um kurz nach 14:00 Uhr Ortszeit (07:00 Uhr deutscher Zeit).
Rennleiter Eduardo Freitas überbrachte die Hiobsbotschaft der Sportkommissare nur wenige Minuten nach dem Beginn des Qualifyings. Vorangegangen war ein Unfall von Amateur-Fahrer Francois Heriau (AF-Corse-Ferrari) nach nur 75 Sekunden, der eine Unterbrechung mit roten Flaggen auslöste. Der Franzose verlor die Kontrolle über seinen Ferrari 296 GT3 Evo und schlug rechts in die Streckenbegrenzung ein.
WEC-Qualifying in Fuji komplett abgesagt
Es dauerte danach nicht lange, bis Freitas das Qualifying aus Sicherheitsgründen komplett abblies. Offenbar erwartete der erfahrene Race Director in Abstimmung mit den Stewards keine Verbesserung der Verhältnisse, während sich einige Experten über die schnelle Entscheidung wunderten.
Aufgrund der Qualifying-Absage greift das Sportliche Reglement der Langstrecken-WM, um die Startaufstellung für das Rennen am Sonntag (11:00 Uhr Ortszeit - 04:00 Uhr deutscher Zeit) zu ermitteln. Laut Artikel 10.2.2 basiert die Startaufstellung dann auf den kombinierten schnellsten Rundenzeiten aller drei Freien Trainings.
Alpine holt kuriose Doppel-Pole in Fuji
Somit durfte sich Alpine über die Pole Position freuen, denn die schnellsten Zeiten wurden im trockenen 2. Freien Training am Freitag erzielt. Hier hatte der #36 Alpine A424 um Viktor Martins und Teamkollege Jules Gounon die Nase vorne. Für die Franzosen war es die erste Pole Position in der laufenden Saison.
"Es fühlt sich ein bisschen komisch an, die Pole zu holen, ohne ein Qualifying gefahren zu sein", sagte der Franzose Martins. "Wir waren schnell bei trockenen und nassen Bedingungen und haben ein gutes Vertrauen ins Auto." Teamkollege Gounon fügte an: "Das ist toll fürs Team, wir haben in den Trainings gute Arbeit geleistet."
Crash-Strafe kostet Aston Martin Startreihe eins
Kurios: Alpine sicherte sich mit beiden Autos die komplette erste Startreihe für das Rennen. Der Grund: Der im FP2 Zweitplatzierte #007 Aston Martin Valkyrie (Harry Tincknell / Tom Gamble) kollidierte im nassen 3. Training am Samstagmorgen mit einem GT3-Auto des britischen Herstellers - ausgerechnet mit Teamchef Ian James am Steuer - und handelte sich dadurch eine 2-Platz-Gridstrafe ein.
"Unser Aston Martin war heute Morgen richtig schnell und flog förmlich über die Strecke - leider aber auch in die Seite meines Teamchefs", sagte Hypercar-Fahrer Harry Tincknell. Damit rückte der zweite Alpine um den Österreicher Ferdinand Habsburg und Teamkollege Charles Milesi von der dritten auf die zweite Startposition vor. Alpine hat damit gute Chancen, den Vorjahressieg in Fuji zu wiederholen - es war 2025 der erste in der WEC für den französischen Hersteller, der zum Saisonende aussteigen wird.
Nur drei Marken in den Top-6 der Startaufstellung
Startplatz drei ging an den #19 Genesis GMR-001 (Mathieu Jaminet / Paul-Loup Chatin / D. Juncadella), der im 2. Training den vierten Platz belegt hatte und ebenfalls eine Startposition geschenkt bekam. Die schnellen Rundenzeiten im Training zahlten sich aus für den WEC-Neueinsteiger aus Korea: Das Schwesterauto um Andre Lotterer sicherte sich den fünften Platz in der Startaufstellung. Zwischen den beiden Genesis-LMDh platzierte sich der bestrafte Aston Martin.
Der Schwester-Valkyrie mit der Startnummer #009 errang Platz sechs - damit eroberten Alpine, Genesis und Aston Martin alle Plätze in den Top-6 der Startaufstellung. Dahinter folgte der #38 Cadillac auf P7. "Natürlich ist es immer schade, wenn kein Qualifying stattfinden kann, vor allem weil wir überzeugt sind, dass wir in der Startaufstellung weiter vorne hätten landen können, als es nun für das morgige Rennen der Fall sein wird", sagte Jota-Cadillac-Teamchef Dieter Gass. "Überholen ist hier immer schwierig, und vor uns stehen einige Autos, die einen sehr guten Topspeed haben - das wird morgen die Herausforderung sein."
Der bestplatzierte Toyota - die #8 um Sebastien Buemi / Brendon Hartley / Ryo Hirakawa - landete nur auf Platz acht beim Heimspiel der Japaner. Der schnellste der drei Ferrari 499P in Form des zuletzt in Austin siegreichen #50 Trios (Antonio Fuoco / Miguel Molina / Nicklas Nielsen) kam nicht über Startplatz elf hinaus.
Der bestplatzierte der beiden BMW M Hybrid V8 belegte den 14. Platz mit Kevin Magnussen / Raffaele Marciello / Dries Vanthoor. Der Schwester-BMW um die Titelanwärter Rene Rast, Robin Frijns und Sheldon van der Linde musste sich gar mit P17 und damit der letzten Startposition begnügen.



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