Ein klassischer Transporter ist meistens vor allem eines: praktisch. Beim neuen Kia PV7 darf es dagegen etwas mehr sein. Der Elektro-Van verbindet die Dimensionen eines Nutzfahrzeugs mit einer ungewöhnlich modernen Technik und einem Innenraum, der sich je nach Einsatz komplett verändern lässt. Als Cargo-Version soll er Waren transportieren, als Passenger-Modell bis zu neun Menschen befördern. Und langfristig soll daraus sogar eine ganze Familie unterschiedlicher Fahrzeuge entstehen.

Der PV7 ist damit nach dem kleineren PV5 das zweite Modell von Kias neuer PBV-Familie. Die Abkürzung steht für „Platform Beyond Vehicle“ – und genau darum geht es beim Konzept: eine technische Basis nicht nur für einen einzigen Fahrzeugtyp zu nutzen, sondern für möglichst viele Einsatzzwecke.

Kia, PV7
Foto: Kia

Bis zu acht Kubikmeter Ladevolumen

In der Cargo-Version zeigt der PV7 zunächst seine praktische Seite. Die Langversion bietet mit normalem Dach bis zu 6,1 Kubikmeter Ladevolumen. Mit Hochdach wächst das Volumen auf bis zu 8,0 Kubikmeter. Die maximale Zuladung liegt je nach Ausführung bei bis zu 1.200 Kilogramm.

Kia, PV7
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Interessanter wird das Konzept beim Blick auf die Passenger-Version. Hier wird aus dem Transporter ein Kleinbus mit bis zu neun Sitzplätzen. Die Sitzanordnung lässt sich flexibel gestalten, wobei die mittleren Plätze je nach Konfiguration sogar einen kleinen Kommunikations- oder Besprechungsbereich ermöglichen.

800 Volt für den Arbeitsalltag

Unter dem futuristisch gezeichneten Blech steckt die für Nutzfahrzeuge entwickelte E-GMP.S-Plattform. Der PV7 setzt dabei auf eine 800-Volt-Architektur und zwei Batteriegrößen mit 71,5 beziehungsweise 96,2 kWh.

Zum Marktstart ist der Elektro-Van mit einem 200 kW (272 PS) starken Elektromotor an der Vorderachse erhältlich. Das maximale Drehmoment beträgt 420 Nm. Eine Allradversion soll später folgen.

Kia, PV7
Foto: Kia

Mit dem größeren Akku sind laut Kia bis zu 460 Kilometer Reichweite möglich. Noch interessanter für den gewerblichen Einsatz ist die Ladeleistung: An einer entsprechenden 350-kW-Schnellladesäule soll sich die Batterie von zehn auf 80 Prozent in rund 25 Minuten laden lassen.

Der Van wird zur mobilen Steckdose

Über Vehicle-to-Load (V2L) kann der Elektro-Van externe Geräte mit Strom versorgen. Damit wird das Fahrzeug selbst zur mobilen Energiequelle.

Kia, PV7
Foto: Kia

Für Handwerker könnte das beispielsweise bedeuten, dass elektrische Geräte direkt am Fahrzeug betrieben werden können. Im Freizeitbereich eröffnet die Technik wiederum andere Möglichkeiten.

Futuristisches Cockpit statt Lieferwagen-Atmosphäre

Auch der Fahrerplatz soll sich deutlich von klassischen Nutzfahrzeugen abheben. Vor dem Fahrer sitzt ein 12,9 Zoll großes digitales Instrumentendisplay, daneben befindet sich ein 14,6 Zoll großer Touchscreen.

Kia, PV7
Foto: Kia

Das Infotainmentsystem „Pleos Connect“ basiert auf Android Automotive OS und kann über Over-the-Air-Updates weiterentwickelt werden. Ein KI-gestützter Sprachassistent namens Gleo AI soll die Bedienung zusätzlich vereinfachen.

Optisch bleibt der PV7 dabei eng mit dem kleineren PV5 verwandt. Die Langversion misst 5,35 Meter.

23 Varianten sind geplant

Der PV7 soll allerdings nicht bei zwei Karosserievarianten bleiben. Kia plant langfristig eine umfangreiche Modellfamilie mit insgesamt 23 Varianten. Vorgesehen sind unter anderem weitere Ausbauten und eine Chassis-Cab-Version. Auch Kooperationen mit spezialisierten Aufbauherstellern, beispielsweise für Campingfahrzeuge, sind geplant.

Kia, PV7
Foto: Kia

Auf den europäischen Markt soll der PV7 in der zweiten Jahreshälfte 2027 kommen.