Mit dem Jeep Wrangler verschwindet ein Klassiker unter den Geländewagen vorerst aus dem deutschen Neuwagenangebot. Strengere Sicherheitsvorschriften und hohe CO2-Emissionen machen dem Modell das Leben schwer. Gleichzeitig bringt Great Wall Motors (GWM) mit dem Haval H7 ein neues SUV nach Europa, das zumindest optisch an die Tradition klassischer Offroader anknüpft. Unter der kantigen Karosserie steckt allerdings moderne Hybridtechnik.

Kantiges SUV-Design und echte Offroad-Technik

Seine Karosserie ist hoch und kantig, die Radhäuser sind deutlich ausgeformt, das Reserverad sitzt außen an der Heckklappe. Die Gestaltung erinnert bewusst an klassische Geländewagen und hebt sich damit von der zunehmend glatt gezeichneten Formensprache vieler moderner Familien-SUV ab.

GWM, Haval, H7
Foto: GWM

Chefdesigner Arturo Peralta verweist bei der Entwicklung auf Einflüsse aus der chinesischen Architektur. Ziel sei es gewesen, die Eigenschaften eines Geländewagens mit denen eines Familienautos zu verbinden. Ganz auf die Optik beschränkt sich der Geländewagencharakter des H7 offenbar nicht. Herstellerangaben nennen eine Bodenfreiheit von 210 Millimetern, einen Böschungswinkel von 25 Grad vorne und 32 Grad hinten sowie eine Wattiefe von 580 Millimetern. Hinzu kommen eine elektronisch gesteuerte Hinterachsdifferenzialsperre und spezielle Fahrprogramme für Untergründe wie Sand, Schlamm oder Schnee. Auch eine Kriechfunktion zur automatischen Regulierung von Gas und Bremse wird für bestimmte Ausführungen angeboten.

Abmessungen, Innenraum und Kofferraum

Mit 4,80 Metern Länge bewegt sich der H7 in einer Größenklasse, in der Platzangebot und Alltagstauglichkeit entscheidend sind. Im Innenraum verspricht GWM großzügige Platzverhältnisse. Mehr als 40 Ablagen sollen für Ordnung sorgen – oder zumindest genügend Möglichkeiten bieten, um kleinere Gegenstände verschwinden zu lassen.

GWM, Haval, H7
Foto: GWM

Der Kofferraum fasst 584 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzen stehen bis zu 1.404 Liter zur Verfügung. Im Cockpit übernimmt ein 12,3 Zoll großer Zentralbildschirm die Steuerung zahlreicher Funktionen. Erfreulich aus Sicht klassischer Bedienkonzepte: Unterhalb des Displays bleiben physische Schalter erhalten. Die digitale Bedienwelt muss also nicht vollständig ohne Tasten auskommen.

GWM, Haval, H7
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Plug-in-Hybrid mit bis zu 435 PS

Beim Antrieb bietet GWM drei Varianten an. Den Einstieg bildet ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 215 PS (158 kW) und Neungang-Doppelkupplungsgetriebe. Er kommt ohne elektrische Unterstützung aus und ist mit Front- oder Allradantrieb erhältlich.

Daneben steht der Vollhybrid H7 Hi2 mit 247 PS (182 kW). Die leistungsstärkste Variante ist der Plug-in-Hybrid mit Hi4-Allradtechnik. Hier arbeiten ein 1,5-Liter-Turbobenziner und drei Elektromotoren zusammen. Die Systemleistung beträgt 435 PS (320 kW). Damit beschleunigt das SUV in 5,4 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h.

GWM, Haval, H7
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Bis zu 120 km elektrische Reichweite: Verbrauch und Antriebe

Zusätzlich ist eine frontgetriebene Plug-in-Hybridversion mit 326 PS (240 kW) erhältlich. Die Plug-in-Hybridvariante nutzt eine LFP-Batterie. Die deutsche GWM-Website nennt für die leistungsstärkste Ausführung eine elektrische Reichweite von bis zu 120 Kilometern.

Auch beim Verbrauch macht GWM Unterschiede zwischen den Varianten. Für den frontgetriebenen Plug-in-Hybrid werden gewichtet 1,5 Liter Benzin und 19,1 kWh Strom auf 100 Kilometer angegeben. Ist die Batterie entladen, steigt der Benzinverbrauch auf 6,7 Liter. Beim Allradmodell nennt der Hersteller gewichtet 2,2 Liter Benzin und 20,5 kWh Strom. Ohne elektrische Unterstützung sind es 7,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Wie bei Plug-in-Hybriden üblich, hängen die tatsächlichen Verbrauchswerte stark davon ab, wie regelmäßig die Batterie geladen wird und wie häufig der elektrische Antrieb genutzt werden kann.

GWM, Haval, H7
Foto: GWM

Ausstattung und Assistenzsysteme

GWM bietet den Haval H7 laut den bisherigen Ankündigungen in den Ausstattungslinien Premium und Business an. Bereits zur Serienausstattung gehören Ledersitze, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer und sieben Airbags. Dazu kommen beheizte und belüftete Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad sowie eine Audioanlage mit zehn Lautsprechern. Insgesamt sind 20 Assistenzsysteme vorgesehen.

Preis in Deutschland noch nicht bekannt

Wie viel der H7 in Deutschland kosten wird, ist noch nicht bekannt. GWM stellt einen Einstiegspreis von deutlich unter 40.000 Euro für die Benziner- und Hybridversionen in Aussicht. Das Plug-in-Hybrid-Topmodell mit Allradantrieb soll unter 50.000 Euro bleiben.

Einen ersten Anhaltspunkt liefert Italien. Dort ist der H7 bereits erhältlich. Für die Hybridversion mit Allradantrieb werden rund 37.000 Euro aufgerufen. Ob sich dieses Preisniveau auch auf andere europäische Märkte übertragen lässt, bleibt abzuwarten.

GWM setzt auf Europa

Der Haval H7 ist auch ein Baustein der europäischen Expansionspläne von Great Wall Motors. Das Unternehmen bündelt seine bislang auf verschiedene Marken verteilten Modellreihen zunehmend unter dem Konzernnamen GWM. Die Marke Haval bleibt dabei als Bezeichnung der SUV-Baureihe erhalten.

GWM, Haval, H7
Foto: GWM

Entwickelt wurde der H7 auf der sogenannten Guiyan-Plattform, die laut GWM mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden ist und unterschiedliche Antriebsformen aufnehmen kann. Eine rein elektrische Version des SUV soll im kommenden Jahr folgen. Das europäische Entwicklungszentrum in München hat das Modell zudem mit Testfahrten auf die Anforderungen des hiesigen Marktes abgestimmt.

Auch die Produktion rückt näher an Europa heran: Im kommenden Jahr soll im bulgarischen Werk die Fertigung des Ora 5 anlaufen. Die geplante Kapazität liegt bei 50.000 Fahrzeugen jährlich. In Deutschland verfügt GWM nach eigenen Angaben bereits über rund 120 Händler.