Die DTM-Saison 2026 ist gerade erst zu Ende gegangen und hat mit Thomas Preining (Manthey-Porsche) ihren neuen Meister gefunden, schon beginnen die Arbeiten für das nächste Jahr. Seit längerer Zeit steht dabei eine Anpassung des häufig kritisierten Qualifying-Formats im Fokus. ADAC-Motorsportchef Thomas Voss kündigte am Rande des Saisonfinales auf dem Hockenheimring Veränderungen für 2027 an.
"Es ist für den Zuschauer unattraktiv und auch in Sachen Marketing und für die Medien so unattraktiv, dass du es im Grunde genommen nicht ins Fernsehen kriegst", sagte Voss in aller Deutlichkeit. Derzeit werden die DTM-Qualifyings nur per Livestream übertragen. Eine künftige Ausstrahlung beim Free-TV-Partner ProSiebenSat.1 steht zur Debatte, allerdings nur, wenn sich etwas am Format ändert und wohl auch die Austragungszeit näher an die Rennen heranrückt.
10 Minuten Langeweile: Qualifying in DTM vor Änderung
Denn: Seit 2023 und mit der Einführung der Pirelli-Reifen ist es für Zuschauer eine Qual, die Zeitenjagd in der DTM anzuschauen. Bei trockenen Bedingungen tut sich in den ersten 10 der insgesamt 20 Minuten praktisch nichts auf der Strecke. Stattdessen warten alle Autos solange in der Boxengasse, bis die Slickreifen mittels 'Heat-Soak' - dem indirekten Aufwärmen der Reifen mittels der abstrahlenden Bremstemperatur - das optimale Arbeitsfenster erreicht haben. Im Anschluss stehen den Fahrern nur noch zwei bis drei Anläufe für eine schnelle Runde zur Verfügung.
Der Kampf um die Pole Position gestaltet sich dadurch zwar zu einer knackigen Angelegenheit, aber faktisch ist mindestens die Hälfte der Qualifying-Dauer für die Katz'. Eine simple Lösung wäre die Rückkehr von Reifenheizdecken, die in der DTM allerdings schon seit 2017 verboten sind und auch in der GT3-Ära vornehmlich aus Kostengründen nicht zum Einsatz kommen. Voss bekräftigte, dass sich daran nichts ändern werde.
DTM-Regeln 2027: Qualifying ähnlich wie in Formel 1?
Stattdessen soll eine Anpassung des Qualifying-Ablaufs zum Erfolg führen. Die in der DTM engagierten Teams haben in gemeinsamen Meetings drei konkrete Vorschläge unterbreitet - dieses Engagement lobte Voss ausdrücklich - die der ADAC nun mit seinen eigenen Vorstellungen abgleichen will. Das künftige Format könnte noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit präsentiert werden. "Ich gehe fix davon aus, dass es nicht mehr so aussieht wie in den letzten Jahren", sagte Voss.
Voss wollte sich zu den Qualifying-Optionen noch keine konkreten Details entlocken lassen, deutete aber die Möglichkeit eines Formats ähnlich der Formel 1 an mit mehreren Ausscheidungs-Segmenten. Die F1 setzt seit 2006 auf eine K.o.-Struktur in drei Segmenten, wobei im Q3 die zehn verbliebenen Autos um die Pole Position und die weiteren Startplätze in den Top-10 kämpfen.
DTM-Saison 2027: Was sich sonst noch ändern könnte
Weitere Regeländerungen, die zur Debatte stehen, aber nicht per "Schnellschuss" entschieden werden sollen: die Möglichkeit eines zweiten Pflicht-Boxenstopps bereits im Samstagsrennen, wo aktuell nur einmalig die Reifen gewechselt werden müssen - möglicherweise in Verbindung mit einem größeren Reifen-Kontingent für die Teams.
Dazu eine Lösung, um Teams davon abzuhalten, ihre Autos am Samstag frühzeitig aus dem Rennen zu nehmen, um Reifen für den Sonntag mit zwei Stopps zu sparen. Voss: "Das geht nicht. Da sind wir alle gemeinsam dem Zuschauer etwas schuldig." Außerdem könnte das Testfahrten-Kontingent verändert werden. Schon jetzt sicher beschlossen: Von einer Einführung der Drehmoment-Messwellen zur BoP-Überwachung wie in der WEC oder IMSA hält der ADAC-Motorsportchef aus Kostengründen weiterhin nichts.
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