Äußerst schnell hat Ferrari in Sachen Updates beim Formel-1-Motor gehandelt. Keine zwei Wochen nachdem ihnen von der FIA ein Entwicklungs-Joker bestätigt worden war, hat die Scuderia in Österreich eine modifizierte Power Unit mit dabei. Wer genau die in Spielberg jetzt aber fahren wird? Das ist eine - auch regeltechnisch - schwierige Frage.

Denn grundsätzlich soll das Reglement verhindern, dass Werksteams mit völlig anderen und potenziell viel besseren Spezifikationen fahren als Kundenteams. Das Thema war zu Beginn der Turbo-Hybrid-Ära ein sehr heißes, und über die Jahre wurde das regulative Korsett hier eng gezogen. Prinzipiell mit dem Resultat, dass ein Werksteam eine neue Spezifikation einer Power Unit erst fahren darf, wenn sie diese auch jedem Kundenteam zur Verfügung stellen kann.

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Das gilt auch 2026 für Performance-Updates, welche über den Additional Development and Upgrade-Mechanismus (ADUO) eingeführt wurden. ADUO teilt Teams mit Leistungsrückstand auf der Verbrennerseite eine limitierte Anzahl der sonst eigentlich verbotenen reinen Performance-Updates zu. Ferrari wurden zwei zusätzliche Updates zugestanden. Eines davon kommt in Österreich.

Bei ADUO-Updates verlangt das Reglement vom Hersteller, dass er jedem Kunden beim ersten Event damit mindestens eine neue Power Unit zur Verfügung stellen muss. Sprich: Eine geupdatete Power Unit muss in Österreich auch bei Haas und bei Cadillac in der Garage stehen.

Haas hat neuen Ferrari-Motor - kann aber nicht damit fahren?

Das ist zumindest der Fall. Dann wird es kompliziert. "Wir haben eine in der Garage, aber wir fahren nicht damit", erklärt Haas-Teamchef Ayao Komatsu am Donnerstag. "Sie haben ihre Pflicht erfüllt, uns die gleiche Spezifikation zur Verfügung zu stellen. Das sagt das Reglement. Aber du musst sie nicht benutzen."

Dass Haas die Power Unit allerdings in Österreich nicht einsetzt, ist ein schwieriges Thema. "Ich kann euch sagen, dass wir nicht damit fahren", so Komatsu zu Motorsport-Magazin.com. "Können wir es dabei belassen und Ferrari fragen?"

Ein Problem nur mit dem Chassis ist es laut Komatsu nicht. Man könnte rein platztechnisch die Power Unit im VF-26 verbauen. Trotzdem tut man es nicht, und wann das frühestens der Fall sein könnte, weiß Komatsu nicht: "Das ist eine gute Frage! Wir sind ehrlich gesagt unentschlossen. Im Ernst." Auf alle weiteren Nachfragen hin hüllt sich Komatsu in Schweigen.

An sich bemüht sich Ferrari zwar, mit dem Update den Ball flach zu halten, auf der anderen Seite kommt dieses aber auch mit einigen Detailänderungen daher, darunter neuem Treibstoff. Was stoppt also die Kunden? Fest steht bisweilen nur: Es sind tatsächliche Schwierigkeiten, und sie gehen eindeutig über Einbau-Probleme hinaus.