Aston Martin ist 2026 zum Gespött der Formel 1 geworden. Trotz massiver Investitionen dümpelt das Team mit Fernando Alonso und Lance Stroll mittlerweile seit Wochen am Ende des Feldes herum. Selbst Neueinsteiger Cadillac bringt bessere Performance auf die Strecke. Die Grünen halten Fortschritte aus finanzstrategischen Gründen bisher zurück - sehr zum Unmut Alonsos. Dem geht dieser Ansatz mindestens so auf die Nerven wie die ständige Schelte der Öffentlichkeit.

"Na ja, ich habe dem nicht zugestimmt. Aber offenbar gibt es kein Geld für Upgrades - unbegrenzte Upgrades, wie sie die anderen Teams bringen. Das überrascht mich bei jedem Rennen immer, wenn ich am Freitag die Dokumente der FIA sehe. Vielleicht haben die [anderen Teams] ja Gelddruckmaschinen im Keller der Fabrik", kommentiert Fernando Alonso vor dem achten Saisonrennen in Österreich zynisch.

Nachdem Aston Martin bereits früh zu der Erkenntnis gelangte, dass mit kleinen Schritten keine großen Performance-Gewinne zu erzielen sind, tüfteln die Ingenieure rund um Teamchef Adrian Newey an einem großen Upgrade-Paket, das im Laufe der Saison mehr als nur das eine oder andere Zehntel bringen soll.

Aston Martin fürchtet Geldverbrennung durch Formel-1-Upgrades

"Wir haben die ersten drei oder vier Rennen genutzt, um unsere Schwächen und Limitationen wirklich zu verstehen, um dann mit dem Testen der im Windkanal entwickelten Lösungen zu beginnen und um auch die anderen Autos zu beobachten - welche Lösungen sie umsetzen und welche davon funktionieren", so Alonso. Schnellschüsse hätten ohne den gewünschten Erfolg ein Loch ins Budget reißen können.

"Natürlich kennen wir die Limitationen der Kostenobergrenze noch nicht genau und wissen auch nicht, in welchem Umfang sich das Auto ändern wird und wie viel Zeit nötig sein wird, um die Probleme zu verstehen - bei manchen Upgrades kann man nicht einfach nach dem Prinzip 'Trial and Error' vorgehen", sagt der 44-Jährige. "Und für uns macht es auch keinen Unterschied, ob wir drei oder vier Zehner holen bei ein paar Grand Prix, und trotzdem ganz hinten stehen."

In Barcelona standen er und Lance Stroll in der letzten Startreihe. Beide waren im Qualifying eine ganze Sekunde langsamer als Valtteri Bottas im Cadillac. "Wenn man als Team eine solche Entscheidung gemeinsam trifft und sich darauf festlegt, muss man auch dazu stehen. Dann sollten wir uns auch nicht alle zwei Wochen darüber beschweren, dass wir diese Defizite haben, sondern zusammenhalten und das Beste daraus machen", mahnt Mike Krack.

Fernando Alonso kritisiert Online-Hetze der Formel-1-Fans

Für die Außendarstellung sind die wiederholten Klatschen natürlich alles andere als positiv. Längst haftet Aston Martin das Image der großspurigen Versager an, die trotz scheinbar unerschöpflicher finanzieller Ressourcen sportlich keinen Fuß auf die Erde bekommen. "Uns wird übel mitgespielt von der Außenwelt. Und das ist normal, weil wir nicht abliefern", stellt Alonso fest.

Für den zweimaligen Weltmeister sind die Ausmaße dieser Kritik teilweise nur schwer zu akzeptieren. "Wir sind ein leichtes Ziel, weil wir hinten sind und auf Social Media werden ständig Witze über uns gemacht, da reden wir manchmal schon über die Grenze zu Online-Hetze. Wir sind in keiner schönen Position", klagt er. "Das schwierigste daran ist, dass wir uns jede Woche den Medien stellen und einen Tag später ins Auto steigen, mit dem Wissen, dass wir nichts holen werden."

Frühestens beim letzten Rennen vor der Sommerpause in Ungarn wird es das heißersehnte Upgrade geben. Vielleicht muss Alonso auch noch bis Zandvoort nach der Pause warten. "Ich vertraue meinem Team und wir stehen in dieser Sache zusammen", so der Spanier. "Wir sind fleißige Menschen, bei Honda genauso. Bei Aston Martin arbeiten 1.000 Menschen von Montag bis Sonntag jeden Tag, um die Probleme zu beheben. Und wir werden sie beheben. Es ist nur eine Frage der Zeit."