Mercedes scheint die Niederlage beim letzten Formel-1-Rennen in Barcelona schnell weggesteckt zu haben. In Österreich performen Andrea Kimi Antonelli und George Russell im ersten Training wieder in Normalform und geben an der Spitze den Ton an. McLaren befindet sich in Form von Oscar Piastri in der Rolle des ersten Verfolgers, Lewis Hamilton weit zurück.

Das Ergebnis: Am Ende von FP1 reichte Antonelli eine Zeit von 1:07,796 auf dem weichen Reifen für die erste Bestzeit des Wochenendes. Russell reihte sich 0,040 Sekunden hinter dem Meisterschaftsführenden ein, aber auch Oscar Piastri im McLaren war nicht weit dahinter. Der Australier reihte sich mit 0,117 Sekunden Rückstand auf P3 ein.

Max Verstappen griff nach technischen Problemen (mehr Details unter Zwischenfälle) erst mit Verspätung in die Session ein, fuhr dann aber auf P4. Die erste größere Lücke klaffte dahinter zu Lewis Hamilton auf P5. Arvid Lindblad pilotierte seinen Racing Bull auf P6. Lando Norris, der nach Hydraulik-Problemen erst spät an der Session teilnehmen konnte, wurde Siebter. Franco Colapinto landete auf P8, während Dino Beganovic als bester FP1-Rookie P9 belegte. Die Top-10 rundete Oliver Bearman ab und ließ damit Nico Hülkenberg (P11) knapp hinter sich.

Die Rookies: Gleich sechs Rookies übernahmen im FP1 das Steuer eines Stammfahrers. Abgesehen von Ferrari-Pilot Beganovic schaffte es von ihnen keiner unter die ersten Zehn. Ayumu Iwasa im Racing Bull landete am Ende von FP1 auf der 15. Position, Paul Aron im Audi auf P17. Luke Browning im Williams beendete das Training auf dem 18. Rang vor Ryo Hirakawa (Haas) auf P19 und Jak Crawford (Aston Martin) auf P20.

Max Verstappen bleibt zweimal in der Boxengasse stehen

Die Zwischenfälle: Schon mit dem Beginn des Trainings gab es eine Verspätung bei Red Bull und McLaren. Isack Hadjar und Lando Norris standen zu Beginn der Einheit noch aufgebockt in der Garage und es wurden Arbeiten an ihren Autos durchgeführt. Bei Norris lag das an einem Hydraulik-Problem, wie das Team mitteilte. Hadjar konnte erst für die zweite Hälfte der Session ausrücken, während Norris erst in der Schlussphase ins Geschehen eingriff.

Am zweiten Red Bull von Max Verstappen ging es ebenfalls sorgenbehaftet los. Der vierfache Weltmeister schaffte es nicht aus der Boxengasse, da ihm dort das Auto abstarb. Verstappen vermeldete, dass sein Auto jedes Mal ins Anti-Stall ging, sobald er die Kupplung losließ. Er wurde erneut an die Box zurückgeschoben.

Bei einem zweiten Versuch nach etwa 14 Minuten trat noch einmal dasselbe Problem auf und Verstappen rollte erneut bereits in der Boxengasse aus. Erst im dritten Versuch lief der Red Bull. Perfekt tat er das aber auch danach nicht, denn Verstappen klagte darüber, dass sich sein Auto in der Bremsphase sehr unruhig verhielt.

Am Alpine von Colapinto brach nach wenigen Minuten der Spiegel ab und am Cadillac von Sergio Perez löste sich kurz vor der Trainings-Halbzeit ein Element aus dem Kühlungsbereich von der Karosserie. Größere Fahrfehler blieben in FP1 erspart. Nur Kleinkram sammelte sich an: Die beiden Ferraris Dino Beganovic und Lewis Hamilton verbremsten sich je einmal, genauso wie Hadjar, und Fernando Alonso kam einmal ins Kies.

Cadillac-Defekt sorgt für Trainings-Abbruch

Für die erste Gelbphase sorgte Sergio Perez, dessen Auto plötzlich ausgangs von Kurve 4 ausging, nach einem Reset konnte er aber bald weiterfahren. Weniger als zwei Minuten vor dem Ende von FP1 ereilte ihn das Problem erneut, womit er zunächst die zweite Gelbphase auslöste. Als er vor Kurve 3 stehenblieb und diesmal nicht weiterkam, wurde die Session mit 1:15 Minuten auf der Uhr mit einer roten Flagge abgebrochen.

Die Technik: Nachdem im Vorfeld des Österreich-GPs viel Wind darum gemacht wurde, dass McLaren erstmals einen 'Macarana'-Flügel testen würde, enttäuschte das Team aus Woking diese Erwartungen. Stattdessen war am Red Bull Ring schon ab dem ersten Training nur der normale Flügel montiert. Audi, Red Bull Racing und auch Cadillac brachten jeweils ein generalüberholtes Auto an die Strecke, während die restlichen Teams nur Einzelheiten oder sogar gar nichts Neues im Gepäck hatten. Hier findet ihr alle Details zu den Upgrades für das Österreich-Wochenende:

Das Wetter: Wie vorhergesagt wurde das erste Training zu einer echten Hitzeschlacht. 32 Grad Celsius zeigte das Thermometer an, auf der Streckenoberfläche wurden mehr als 50 Grad gemessen.