Die "Silly Season" nimmt in der Formel 1 traditionsgemäß im Sommer so richtig an Fahrt auf. Durch Verstappens Ausstiegsklausel, die es ihm erlaubt, Red Bull Racing nach der aktuellen Saison zu verlassen, brodelt die Gerüchteküche heißer denn je. Doch bekanntlich wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird - das trifft wohl auch auf die jüngsten Berichte über ein angebliches Geheimtreffen zwischen dem Verstappen-Lager und der McLaren-Führung in Österreich zu.
Schon im Vorjahr kursierten im Fahrerlager wilde Gerüchte über einen spektakulären Cockpit-Tausch von Verstappen gegen Oscar Piastri. F1-Weltmeister Lando Norris nimmt die aktuellen Spekulationen jedoch gelassen - schließlich sei es völlig normal, dass derzeit viele Fahrer im Paddock zu McLaren wollen. "Ich weiß nicht, warum immer nur Max hervorgehoben wird. Es gibt einige andere Fahrer, von denen ich weiß, dass sie ebenfalls gerne zu McLaren wechseln würden", erklärte Norris vor seinem Heim-GP in Silverstone.
Er sieht die Avancen von Piloten in erster Linie als großes Kompliment für seinen Arbeitgeber. Immerhin galt Red Bull Racing in den vergangenen Jahren als Anlaufstelle Nummer eins für Top-Piloten. "Ich meine, das ist doch etwas Cooles. Es ist ein verdammt gutes Zeichen, wenn ein mehrmaliger Weltmeister Interesse daran hat, zu McLaren zu kommen und möglicherweise Teil des Teams zu werden", so der Brite.
Verstappen-Gerüchte: Norris gibt sich diplomatisch
Ob tatsächlich Substanz hinter den Spekulationen steckt, wollte oder konnte er im Vorfeld seines Heimrennens in Silverstone nicht bestätigen: "Ich weiß nicht, wie viel an den Gerüchten dran ist, aber grundsätzlich ist das schon eine schöne Bestätigung für unsere harte Arbeit." Während Oscar Piastri seinen Vertrag erst im Vorjahr vorzeitig bis 2028 verlängert hat, ist die genaue Laufzeit bei Norris ein gut gehütetes Geheimnis. Fix ist nur, dass sein Kontrakt die laufende Saison 2026 komplett abdeckt. Im Paddock heißt es, dass sein Vertrag bis mindestens 2028 laufen soll, allerdings gespickt mit diversen Performance-Klauseln.
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Norris selbst sieht seine Zukunft ohnehin langfristig beim Traditionsrennstall aus Woking: "Ich werde noch viele, viele Jahre hier sein und freue mich auf jeden Teamkollegen, mit dem ich in Zukunft zusammenarbeiten werde. Im Moment harmonieren Oscar und ich extrem gut und wir freuen uns darauf, das noch viele Jahre fortzusetzen. Darauf liegt aktuell unser voller Fokus." Selbst wenn Verstappen oder ein anderer großer Name wie Lewis Hamilton oder Fernando Alonso in Zukunft tatsächlich zu McLaren stoßen sollte, bereitet das Norris keine schlaflosen Nächte.
Er sei speziell im vergangenen Jahr zu einem weitaus kompletteren Rennfahrer gereift. "Ich kann mich heute viel besser auf unterschiedliche Situationen, verschiedene Fahrstile und die spezifischen Eigenschaften einstellen, die das Auto von mir verlangt", analysiert der Champion. Trotz des aktuell schwächelnden MCL40 und der Tatsache, dass er defektbedingt in dieser Saison nur rund drei Viertel der Kilometer der Ferrari- und Mercedes-Piloten absolvieren konnte, bewies Norris eindrucksvoll, dass die Startnummer 1 auf seiner Nase nicht von ungefähr kommt.
Norris kennt Verstappens Stärken
Er gewann beispielsweise den Sprint in Miami und hielt im Rennen den McLaren im Siegeskampf. In Barcelona setzte er Mercedes fast bis ins Ziel unter Druck. Entsprechend groß ist Norris' Selbstvertrauen: "Ich glaube fest daran, dass ich jeden Fahrer im Feld schlagen kann. Man muss das in der Öffentlichkeit vielleicht etwas vorsichtig formulieren, aber ich bin davon überzeugt. Egal ob gegen Max oder all die anderen Fahrer, die als die Besten der Welt gelten – das wäre für mich einfach eine extrem spannende Herausforderung."
Gleichzeitig weiß der Brite um die Stärken der Konkurrenz, allen voran Max Verstappens. "Was Max so außergewöhnlich macht, ist seine Konstanz über eine komplette Saison hinweg. An jedem einzelnen Wochenende dieses Niveau abzurufen - das ist beeindruckend. Es gibt viele Fahrer im Feld, die eine Pole Position holen oder eine spektakuläre Runde fahren können. Was einen Fahrer wirklich groß und zur absoluten Elite macht, ist, dieses Niveau in jedem Training, jedem Qualifying und jedem Rennen zu halten. Genau das kann Max wahrscheinlich besser als fast jeder andere."



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