Beim Formel-1-Rennen in Silverstone sorgte eine Strafe gegen Kimi Antonelli für viel Aufregung. Dem Mercedes-Fahrer wurden aufgrund von vier Track-Limit-Vergehen fünf Sekunden auf sein Rennergebnis addiert. Das warf den Pechvogel des Tages, der durch ein technisches Gebrechen aus dem Kampf um den Sieg genommen wurde, von der neunten auf die 16. Position zurück und kostete ihn zwei Punkte.
Bei den Silberpfeilen zeigte man zunächst Unverständnis über die Bestrafung, denn die Track-Limit-Vergehen standen in einem direkten Zusammenhang mit der Beschädigung am Auto von Andrea Kimi Antonelli. Ein Wheel Shield war am Mercedes gebrochen und hatte sich zeitweise im Frontflügel verklemmt, Antonelli hatte Schwierigkeiten, um die Kurven zu kommen. In der Vergangenheit waren Track-Limit-Vergehen, die aufgrund von technischen Problemen zustande kamen in gewissen Fällen nicht geahndet, beziehungsweise erlassen worden.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte nach dem Rennen angekündigt, dass man mögliche Schritte gegen die Strafe prüfe. Ein Right of Review wäre also denkbar gewesen, vor allem nachdem zuletzt Alpine-Fahrer Pierre Gasly in Monaco nachträglich eine nicht abgesessene Zeitstrafe mithilfe eines solchen Rechtsmittels erlassen wurde und er dadurch seine dritte Position dort zurückbekam.
Doch so weit wird es im Falle des Formel-1-GPs in Silverstone nicht kommen. Wie Motorsport-Magazin.com in Erfahrung gebracht hat, verzichtet Mercedes auf ein weiteres Vorgehen gegen das Rennergebnis. Offenbar gehen die Silberpfeile nicht davon aus, dass ein Einspruch Erfolg gehabt hätte.
Wolff hatte selbst bereits nach dem Rennen durchklingen lassen, dass sich die Strafe eben in einem Ermessensraum bewege, ab welchem Punkt ein Schaden als ausreichender Grund angerechnet werden kann, um Track-Limit-Vergehen aufzuwiegen. Die Stewards erwähnten in ihrem nach dem Rennen veröffentlichten Urteil den mechanischen Schaden von Antonelli, sahen in diesem jedoch keinen "berechtigten Grund für das Verlassen der Strecke."



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