Charles Leclerc hat es geschafft, er ist wieder obenauf. Und sein Befreiungsschlag gegen Lewis Hamilton kommt nicht irgendwo, sondern auf einer Paradestrecke des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters. Damit verdient sich Leclerc endlich wieder einen Sieg auch im Fahrer-Ranking von Motorsport-Magazin.com, aller Antonelli-Heroics zum Trotz.

Bester Formel-1-Fahrer in Silverstone: Charles Leclerc ist wieder da

Seit Austin 2024 hatte Leclerc sogar auf einen GP-Sieg warten müssen. Im Fahrer-Ranking war die Dürre nicht ganz so lang gewesen. 2025 hatte er zumindest in seiner Heimat Monaco sich bester Fahrer nennen dürfen, als er dort beinahe einen Überraschungs-Sieg abgestaubt hatte.

Überraschend war Silverstone auch. Angefangen hatte das Wochenende schließlich erneut mit Vorteil für Lewis Hamilton. Was doppelt zu erwarten war, denn Hamilton ist hier seit Jahren eine Macht. In acht bisherigen Rennen im MSM-Ranking wurde er nur zweimal von seinem Teamkollegen geschlagen und überschritt nur einmal die Dreier-Grenze.

Leclerc spickte zwischen Sprint und Qualifying aber ein bisschen beim Setup, würzte es mit seinen eigenen Vorstellungen, und ab Samstagnachmittag war er der stärkere Ferrari-Fahrer. Auch wenn es im Sprint noch haperte, so wird das von den Lesern mit Bestnoten honoriert, was Leclerc zum Gesamtsieg mit 1,48 verhilft, während Hamilton mit 2,28 auf den siebten Platz abstürzt.

Saugefährlich! Verstappen sauer auf Red Bull - Antonelli-Drama! (10:07 Min.)

Für die MSM-Redakteure war aber nicht Leclerc, sondern Lando Norris der beste Fahrer des Wochenendes. Nur Norris erhält von allen drei Redakteuren ein Sehr Gut, was aber nicht reicht, um eine mäßige Lesernote zu überkommen, nach einem sportlich bis auf einen überraschenden P3 im Sprint unauffälligem Wochenende. Gabriel Bortoleto komplettiert die Top-3 und kickt dank zwei Sehr Gut aus der Redaktion den kaputten Kimi Antonelli auf P4 zurück. Die Leser hätten Antonelli auf den zweiten Rang gereiht.

P.FahrerNote
1Leclerc1,48erster Ranking-Sieg seit Monaco 2025
2Norris1,713. Top-3-Ergebnis 2026
3Bortoleto1,89beste Note seit Australien 2026

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Silverstone: Nico Hülkenberg fällt tief

Zum ersten Mal seit Kanada gibt es wieder drei Fahrer, die auf der anderen Seite die Vierer-Grenze leider überschritten haben. Darunter ein sehr enttäuschender Nico Hülkenberg, der nicht nur immer weiter von Bortoleto abfiel und mit Fehler im Qualifying dann einen Rückstand von sechs Zehntel aufriss, sondern sich auch noch auf der zweiten Rennrunde von alleine drehte.

Hülkenbergs Leser-Note von 3,51 bewahrt ihn allerdings vor Schlimmerem. Dieses milde Urteil hätte ihn gar nur den siebtletzten Platz beschafft, doch schlechte Noten von den Redakteuren werfen ihn mit Gesamt-Schnitt von 4,09 bis auf P20. Hinter ihm landet mit Lance Stroll ein üblicher Nachzügler, mit Alex Albon ein sehr enttäuschender Williams. Durchwegs großer Rückstand auf Carlos Sainz garniert mit einem Crash in der ersten Runde ist kein Erfolgsrezept und Albons erster letzter Platz des Jahres.

P.FahrerNote
20Hülkenberg4,09schlechteste Note seit Brasilien 2019
21Stroll4,264 von 8 GPs über 4
22Albon4,42schlechteste Note seit Las Vegas 2025

Härtefälle in Silverstone: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Lando Norris
Der McLaren war in Silverstone kein gutes Auto. Trotzdem beendete der Weltmeister den Sprint auf Platz drei, den Grand Prix auf Rang vier. Er hat das absolute Maximum rausgeholt. In den Qualifyings konnte er noch keine Wunder vollbringen, seine beiden Rennen waren super.

Christian Menaths negativer Härtefall: Nico Hülkenberg
Zwei Qualifying-Niederlagen, eine davon recht deutlich, dazu eine Strafe im Sprint und ein selbst verschuldeter Dreher im Rennen: Nico Hülkenberg erwischte in Silverstone ein Wochenende zum Vergessen - schon vor seinem unverschuldeten Ausfall. Was ihn vor der 5 bewahrt? Die grundsätzliche Pace war da.

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Kimi Antonelli
Kann man Kimi Antonelli den schlechten Start anlasten? Ja, kann man. Auch die Track-Limits wären wohl vermeidbar gewesen, aber da lässt sich schon mehr diskutieren. Ein paar negative Punkte finden sich im Formel-1-Wochenende von Kimi Antonelli in Silverstone dann doch. Was jedoch absolut keiner davon ist, ist seine Pace. Diese war von Freitag bis Sonntag wieder einmal phänomenal und das ist die Hauptsache im Motorsport. Was ich aber nochmal besonders hervorheben möchte, ist die Kämpfernatur, welche Antonelli in den letzten Runden zur Schau stellte. Er steckte seine bitteren Technik-Probleme sehr schnell weg und konzentrierte sich auf das Wesentliche, nämlich unbedingt irgendwie noch diesen einen Punkt zu holen. Leider war das Pech auch in diesem Fall sein treuester Begleiter.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Lance Stroll
Muss ein Fahrer in einem Rennen, in dem er ohnehin abgeschlagen am Ende des Feldes ist, so ans Limit gehen, dass er sich nicht nur eine sondern gleich drei Track-Limit-Strafen einhandelt? Klare Antwort: Nein. Es sollte im Übrigen auch sonst nicht passieren. Ich verstehe, dass der AMR26 extrem schwierig zu fahren ist, aber Fernando Alonso hat es trotzdem ohne irgendwelche Strafen hinbekommen, seinen Boliden ins Ziel zu schinden.

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Charles Leclerc
Der Befreiungsschlag kam erst nach der Sprint-Hälfte des Wochenendes, deswegen kriegt Charles Leclerc noch kein Sehr Gut. Für die zweite Hälfte des Wochenendes hätte er es sich aber verdient. Er hat nicht nur gewonnen, er war endlich mal wieder Anwärter auf den Titel des besten Fahrers. Lewis Hamilton in Silverstone zu schlagen, ist auch nicht einfach, und sich generell aus der jüngsten Negativ-Serie zu befreien auch nicht. Leclerc verwies anschaulich auf Fahrstil-Erkenntnisse an bestimmten Punkten in den Kurven, das über Nacht einzuarbeiten ist auch nicht schlecht. Dass es ein Dauer-Aufschwung ist, muss er trotzdem noch beweisen.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Alex Albon
Ein nächstes sehr, sehr unauffälliges Wochenende von Alex Albon. Die Rückstände zu Carlos Sainz sind einfach in jedem Qualifying momentan da, und in den zweien in Silverstone waren sie mit mehreren Zehnteln viel zu groß. Nachdem Albon am Samstag noch meinte, er habe sich letztendlich gut im Auto gefühlt. Der Abschuss von Oliver Bearman in der ersten Runde im Rennen war obendrauf ungeschickt. Das Rennen danach war natürlich einmal mehr nichts als eine Testsession, aber eben nur, weil er in der ersten Runde Mist gebaut hat.

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Silverstone

P.FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Leclerc122
2Russell333
3Hamilton232
4Norris111
5Hadjar333
6Lawson222
7Lindblad222
8Bortoleto122
9Colapinto333
10Gasly222
11Piastri333
12Bearman222
13Ocon443
14Perez343
15Antonelli222
16Bottas343
17Sainz222
18Alonso333
19Stroll444
20Verstappen222
21Albon455
22Hülkenberg455
Rennen223

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Silverstone?

Schwieriges Thema. Die gängigen Dreier suggerieren einen doch signifikanten Unmut über das Ende des Rennens hinter dem Safety Car. Zwei Redakteure ließen sich ihren Spaß daran nicht vermiesen und stimmten mit Zweiern insgesamt positiv ab. Das ist dennoch der schlechteste Großbritannien-GP seit 2023 (2,61).

  • Lesernote Rennen: 2,56
  • MSM-Note Rennen: 2,33
  • Gesamtnote Rennen: 2,44

Bester F1-Fahrer 2026: Die Jahreswertung im MSM-Ranking

Inzwischen hat sich die Lage an der Spitze des Feldes stabilisiert, mit Antonelli nach wie vor als Ersten vor Hamilton und Verstappen, alle mit kleinen Lücken unterwegs. Norris und Leclerc schieben sich nach Punkten an Pierre Gasly vorbei, der im Rückwärtsgang unterwegs ist. Punkte für Stroll und Valtteri Bottas scheinen weiterhin weit, weit weg.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2025 bereits in sein siebtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.