Lando Norris hat in einem dramatischen Formel-1-Qualifying in Ungarn seine erste Pole Position in der Saison 2026 gefeiert. Der Weltmeister entriss die Pole in allerletzter Sekunde Lewis Hamilton, der sich im Ferrari als einziger Gegner des McLaren-Fahrers erwies. Dem Rekordweltmeister droht für einen Zwischenfall mit Piastri auch noch eine Strafe. Für Mercedes war der Samstag in Budapest eine Enttäuschung. Für die Titelfavoriten riss nach zehn Poles in Folge die Erfolgsserie. Kimi Antonelli und George Russell kamen nicht über die Startplätze vier und sieben hinaus. Dem Italiener winkt ebenfalls eine Strafe, sein Teamkollege blieb nach der Session noch mit einem Defekt stehen. Im Mittelfeld überzeugte Audi mit Nico Hülkenberg auf P10. Alle Reaktionen zur Formel 1 heute in Ungarn gibt es im Live-Ticker.
Die Favoriten ließen sich im Q3 über 13 Minuten zu Beginn etwas Zeit. Erst nach zwei Minuten verließen die Fahrer die Garagen. Die Reihenfolge für den ersten Run am Pit Exit lautete Verstappen, Piastri, Norris, Hadjar, Lindblad, Hülkenberg, Hamilton, Leclerc, Antonelli, Russell. Mercedes verzichtete diesmal auf zwei Preparaion-Laps.
Lando Norris wurde seiner Favoritenrolle im McLaren nach den Bestzeiten in Q1 und Q2 zunächst gerecht und distanzierte Antonelli, Piastri, Verstappen und Russell klar. Doch Ferrari hatte noch Pace in der Hinterhand. Lewis Hamilton unterbot den Weltmeister um eine Zehntelsekunde holte sich die provisorische Pole Position, Charles Leclerc scheiterte als Dritter an Norris. Ab P4 komplettierten Antonelli, Piastri, Verstappen, Russell, Hadjar, Lindblad und Hülkenberg die Top-10.
Drei Minuten vor Schluss eröffnete Ferrari das Finale. Hamilton führte beim Verlassen der Box Leclerc, Verstappen, Antonelli, Russell, Lindblad, Hadjar, Hülkenberg, Norris und Piastri an. Die Gefahr für Hamilton kam von Norris, der mit einer persönlichen Bestzeit im ersten und mit absoluter Bestzeit im zweiten Sektor aufzeigte. Mit einer weiteren persönlichen Bestzeit in Sektor 3 unterbot er Hamilton um 0,012 Sekunden und machte damit die 17. Pole seiner F1-Karriere perfekt.
Mit einem Dreher in der letzten Kurve hatte Verstappen wenige Sekunden zuvor noch für eine gelbe Flagge gesorgt, die bei Norris allerdings schon wieder aufgehoben war. Russell hatte die Szene aber den letzten Versuch ruiniert. Der Brite blieb Siebter und konnte seinen Mercedes zu allem Überfluss auf der In-Lap auch noch vor Turn 1 abstellen. Für Kimi Antonelli lief es mit P4 kaum besser. Er musste sich Norris, Hamilton und Leclerc geschlagen geben. Piastri und Verstappen belegten die Plätze fünf und sechs. Hinter Russell rundeten Hadjar, Lindblad und Hülkenberg die Top-10 ab.
Antonelli und Hamilton könnten am Samstagabend noch Strafen drohen. Der WM-Leader wurde für ein mögliches Gelbvergehen in der Verstappen-Situation notiert. Lewis Hamilton soll Oscar Piastri in Kurve 1 behindert haben und muss dafür ebenfalls bei den Stewards vorsprechen.
| Qualifying - Session 3 | |
| Zwischenfälle: | Dreher von Max Verstappen in der letzten Kurve |
| Top-5: | 1. Norris - 2. Hamilton - 3. Leclerc - 4. Antonelli - 5. Piastri |
Q1 in Ungarn: Fernando Alonso und Aston Martin 2026 erstmals im Q2
Das war Q1: Im ersten Teil über 18 Minuten waren zunächst die Hinterbänkler von Williams, Aston Martin und Cadillac auf der Strecke. Dann gab Ferrari den Ton an - allerdings auf Medium-Reifen (C4), um für später in der Session frische Soft-Reifen zu sparen. Lewis Hamilton legte mit 1:18.730 Minuten für die Konkurrenz vor. Charles Leclec war anderthalb Zehntelsekunden langsamer, verlor seine Rundenzeit jedoch wegen Track-Limits in Kurve 3.
Die Konkurrenz antwortete auf dem weichen Reifen (C5) von Pirelli, war jedoch nur minimal schneller. Max Verstappen und Kimi Antonelli nahmen Hamilton lediglich sieben Hundertstel ab. George Russell fehlte einmal mehr der Anschluss, er war zwei Zehntel langsamer als Antonelli und lag auf P6. Anders Lando Norris, der als letzter der Favoriten eine Rundenzeit auf den Zeitenmonitor brachte und mit 1:18.277 Minuten eine klare neue Bestzeit hinlegte.
Fünf Minuten vor Schluss war nur noch ein Fahrer ohne Rundenzeit. Gabriel Bortoleto hatte seinen ersten Run wegen Track Limits in Turn 4 verloren. Ebenfalls auf den K.o.-Rängen befanden sich Oliver Bearman, Alex Albon, Carlos Sainz, Valtteri Bottas und Sergio Perez. Für Aston Martin lief es mit dem runderneuerten AMR26 vielversprechend. Fernando Alonso und Lance Stroll waren vor der Schlussphase auf P12 und P16 zu finden.
Aus dem Spitzenfeld sparten sich Norris, Hamilton, Hadjar und Piastri den letzten Versuch. Leclerc kam nach eine Verbesserung auf Medium als Neunter in die zweite Runde, Audi zeigte mit Nico Hülkenberg auf P6 und Gabriel Bortoleto auf P10 auf. Beide hatten zum Schluss als Generalprobe fürs Q2 schon mal neue Softs aufgezogen. Ganz hinten gab Aston Martin die rote Laterne an Cadillac ab. Fernando Alonso zog auf P16 mit 1,8 Sekunden auf die Bestzeit erstmals in diesem Jahr ins Q2 ein. Der Spanier war eine Zehntel schneller als Oliver Bearman, der die Knock-out-Zone anführte.
| Qualifying - Session 1 | |
| Zwischenfälle: | - |
| ausgeschieden: | 17. Bearman - 18. Sainz - 19. Albon - 20. Stroll - 21. Bottas - 22. Perez |
| Top-5: | 1. Norris - 2. Verstappen - 3. Antonelli - 4. Hamilton - 5. Hadjar |
Q2 in Ungarn: Dramatischer Weckruf für Mercedes
Das war Q2: Fernando Alonso eröffnete den zweiten Teil des Qualifyings über 15 Minuten, setzte mit gebrauchten Reifen aber nicht einmal für seine direkte Konkurrenz eine ernstzunehmende Messlatte. An der Spitze legte derweil Max Verstappen mit 1:18.249 Minuten vor. Red-Bull-Teamkollege Isack Hadjar ging in Turn 12 weit und drehte sich beim Beschleunigen auf dem Kiesstreifen am Exit, was für eine kurzzeitige gelbe Flagge sorgte. Der Franzose kehrte ohne Rundenzeit an die Box zurück, Charles Leclerc wurde für ein Gelbvergehen in Zusammenhang mit dem Hadjar-Dreher notiert, kam aber ohne Strafe davon.
Kimi Antonelli und George Russell setzten auf zwei Preparation-Laps. Der Italiener unterbot Verstappen um fast eine Zehntelsekunde, klagte im Funk bei Renningenieur Peter Bonnington aber trotzdem über miserablen Grip. George Russell war mit fünf Zehnteln auf den Teamkollegen erneut kein Match und sortierte sich nur auf P5 hinter Norris ein. Die Bestzeit im ersten Schlagabtausch holte sich Lewis Hamilton mit 1:17.931 Minuten, zweieinhalb Zehntel schneller als Antonelli. Letzterer verlor seine Rundenzeit wegen Track Limits in der Schikane. Hinter Russell komplettierten Lindblad, Leclerc, Piastri und Alonso vor dem letzten Run die Top-10. Der Spanier hielt mit 1:19.808 Minuten für den Moment sein Ticket fürs Q2 in den Händen, doch der Showdown kam erst noch.
Lando Norris gab mit 1:17.456 Minuten ganz vorne erneut den Ton an, Leclerc hielt mit anderthalb Zehnteln Rückstand auf P2 als einziger den Anschluss. Auf Platz drei verlor Hamilton dreieinhalb Zehntel, dahinter hatte Hadjar für den Schluss noch einmal frische Softs aufgezogen. Für Mercedes war das Q2 ein dramatischer Weckruf. Antonelli und Russell kamen auf P8 und P9 gerade so weiter, eine Sekunde fehlte beiden auf die Norris-bestzeit! Als Zehnter schaffte es Nico Hülkenberg im Audi zum zweiten Mal in dieser Saison ins Q3. Alonso fehlten am Ende 1,2 Sekunden auf die Top-10.
| Qualifying - Session 2 | |
| Zwischenfälle: | Dreher von Isack Hadjar in Turn 12 |
| ausgeschieden: | 11. Lawson - 12. Gasly - 13. Colapinto - 14. Bortoleto - 15. Ocon - 16. Alonso |
| Top-5: | 1. Norris - 2. Leclerc - 3.Hamilton - 4. Hadjar - 5. Piastri |
Das Wetter: Wie die Trainings war auch das Qualifying der Formel 1 auf dem Hungaroring eine sommerliche Angelegenheit. Zum Start der Session um 16:00 Uhr MESZ herrschte eine Außentemperatur von 27 Grad Celsius. Bei Sonnenschein und vereinzelten Wolken wurde der Asphalt auf bis zu 50 Grad Celsius erwärmt. Die Luftfeuchtigkeit war mit 23 Prozent extrem gering. Der Wind machte den Fahrern mit Geschwindigkeiten von 2 m/s aus südlicher Richtung einmal mehr das Leben schwer.


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