Es ist, als wäre die Sommerpause in der Formel-1-Saison 2026 nie geschehen. Das erste Fahrer-Ranking nach der traditionellen Saison-Halbzeit ist fast eine Kopie des letzten Rennens in Ungarn - natürlich auch, weil sich die Rennstories an mehreren Fronten ähneln. Allen voran Lando Norris und Carlos Sainz. Die beiden Best-Buddys aus gemeinsamen McLaren-Zeiten umrahmen erneut die Ranking-Tabelle. Der Williams-Fahrer crasht sich zur nächsten Pleite, während der amtierende Weltmeister sich seine verdienten Lobeshymnen abholt.

Bester Formel-1-Fahrer in Zandvoort: Der Norris-Zug rollt weiter

"Ich habe das Gefühl, dass ich bessere Arbeit mache als alle anderen", lobte sich Lando Norris bei der Pressekonferenz nach seinem Sieg in Zandvoort selbst. Gemäß einem alten Sprichwort hat Selbstlob aber einen gewissen Geruch. Deshalb kann sich Norris erst recht freuen, dass er sich nun nicht nur darauf berufen muss, sondern seine Analyse auch mit harten Zahlen untermauern kann.

Denn beim Fahrerranking von Motorsport-Magazin.com thront Norris erneut an der Spitze und schafft damit das zweite Triple in Serie: Pole, Rennsieg und Ranking-Sieg. Dabei scheinen sich (fast) alle einig zu sein. In der Leserwertung ist er mit einer Durchschnittsbenotung von 1,35 vorne, bei den MSM-Redakteuren gibt es auch nur Bestnoten. Kein anderer Fahrer darf sich beim Niederlande-GP über drei Einser aus der Redaktion freuen. Das Resultat ist ein deutlicher Sieg mit einer Gesamt-Benotung von 1,18.

Fernando Alonso ist der einzige andere Fahrer, der überhaupt eine Eins einfahren kann - auch wenn nur bei 2 von 3 Redakteuren. Die Leser zeigen sich ebenfalls beeindruckt von der mustergültig exekutierten 1-Stopp-Strategie in einem Rennen, in dem alle anderen Punktefahrer einen zweiten Boxenstopp einlegen mussten. Dahinter gehen die Parallelen zu Ungarn weiter. Das zweite Punkteergebnis von Nico Hülkenberg in der laufenden Saison wird mit dem zweiten Ranking-Podium prämiert.

P.FahrerNote
1Norris1,18Persönlich beste Note 2026
2Alonso1,44Erstes Ranking-Podium der Saison
3Hülkenberg1,81Zweites Rennen in Serie unter 2

Schlechtester F1-Fahrer in Zandvoort: Sainz schlechter als crashender Verstappen

Sein schwerer Unfall nach einem Fahrfehler auf der ersten Runde bringt Max Verstappen gleich in doppelter Hinsicht auf ungewohntes Terrain. Denn zum erst zweiten Mal seit 2022 reiht sich der Red-Bull-Fahrer an einem Rennwochenende unter den drei schlechtesten Fahrern ein. Außerdem fliegt der Ranking-Serienchampion gemessen an den Durchschnittsnoten der bisherigen Saison aus den Top-3. Dafür sorgt eine Gesamtbenotung von 4,48 beim Heimrennen.

Die Höchststrafe in Form eines letzten Platzes bleibt Verstappen allerdings erspart. Dafür sorgt nicht nur Franco Colapinto, der sich unter Gelb gleich zwei Strafen einhandelt und mit 4,52 marginal schlechter abschneidet als der Lokalmatador, sondern vor allem Carlos Sainz. Der zweite selbst verschuldete Unfall in Serie - diesmal noch dazu mit seinem Teamkollegen – und dazu noch eine allgemein unterdurchschnittliche Pace sind einfach zu viel des Guten.

P.FahrerNote
20Verstappen4,48Schlechteste Ranking-Note seit Spanien 2025
21Colapinto4,52Zum zweiten Mal in dieser Saison über 4
22Sainz4,89Zum zweiten Mal in Folge Letzter

Härtefälle in Zandvoort: Das sagen die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Lando Norris
Dieser Lando Norris gefällt mir: Selbstbewusst und sauschnell. Wer weiß, ob der McLaren wirklich das schnellste Auto war? Vielleicht war auch einfach Norris der schnellste Fahrer, wie er es selbst gesagt hat. Dass er den Turnaround vom Sprint zum Grand Prix bei der Pace geschafft hat, hat mich überrascht. Dass es nicht nur am Setup lag, zeigte Teamkollege Oscar Piastri. Norris fährt in dieser Saison besser als in seiner WM-Saison.

Christian Menaths negativer Härtefall: Franco Colapinto
Der Argentinier hatte an diesem Wochenende nicht das gleiche Material zur Verfügung wie Pierre Gasly. Der Franzose hatte ein großes Update am Auto, auf das Colapinto noch warten muss. Deshalb fuhr er für mich bei der Performance etwas außer Konkurrenz. Aber: Ein Gelb-Vergehen ist für mich ein absolutes No-Go. Für zwei Gelb-Vergehen in einem Rennen fällt mir gar nichts mehr ein. Eigentlich sollte er dafür ein Rennen pausieren müssen.

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Fernando Alonso
Endlich ist der Aston Martin auch ein ernstzunehmendes Auto und prompt weiß Fernando Alonso auch schon, was er damit anstellen kann - zumindest, wenn der Straight Mode funktioniert. Eine perfekt exekutierte 1-Stopp-Strategie in einem Rennen, das allen Prognosen zum Trotz doch von den 2-Stoppern dominiert wurde, sieht man nicht alle Tage. Aber es sollte niemanden überraschen, dass es Alonso im reifenschonenden AMR26 ist, der dieses Kunststück zustande bringt.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Max Verstappen
Nobody's perfect! Auch nicht der vierfache Weltmeister und beste Fahrer der letzten Jahre… Man kann nur mutmaßen, warum Max Verstappen auf der ersten Runde in Zandvoort so ein Rookiefehler unterlaufen ist. Wollte er vor seinem Heimpublikum zu viel aus einem Auto herausholen, das nur für Platz 7 und 8 gut war? War es schlicht und ergreifend eine Unkonzentriertheit auf feuchter Piste? Was auch immer der Grund sein mag, solch ein Fehler fällt in die Kategorie: Sollte nicht passieren. Das frenetische Oranje-Publikum rund um die Dünenstrecke hätte sich einen schöneren Abschied verdient.

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Nico Hülkenberg
Bis zum Rennen schien sich Nico Hülkenbergs Wochenende zu einem ziemlichen Murks zu entwickeln. Daher auch kein Sehr Gut von mir. Aber dann ging es im Rennen ab. Ich bezweifle, dass wir ihm das Ausweichmanöver in der ersten Runde zu 100 Prozent als Können anrechnen dürfen, aber sofern in so einer chaotischen Situation möglich hat Hülkenberg bestmöglich antizipiert, was da vor ihm ablief, und den bestmöglichen Ausweich-Move gebracht. Im weiteren Rennen bestach er mit glänzender Pace und schaffte nach dem ersten Boxenstopp vor allem auch Überholmanöver, die seine Mittelfeld-Gegner nicht schafften, steckenblieben, und ihr Rennen ruinierten. Während es Hülkenberg im Umkehrschluss zu seinen Gunsten entschied.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Carlos Sainz
Zwei Rennen in Folge sind es jetzt, dass Carlos Sainz mit einer unachtsamen Aktion im Rennen einen Mitbewerber ins Verderben reißt. Zwei unterschiedliche Szenen, aber beide Male deutlich schlimmer als bloße Unachtsamkeiten im Zweikampf. Nachdem er in Ungarn einem Führenden beim Überrunden in die Seite fuhr, riskiert er in Zandvoort im Kampf um nichts Zählbares ausgerechnet neben dem Teamkollegen viel zu viel. Ganz schlecht.

P.FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Norris111
2Antonelli222
3Russell222
4Hamilton332
5Leclerc332
6Piastri443
7Lawson223
8Hülkenberg222
9Alonso211
10Gasly323
11Tsunoda223
12Lindblad343
13Bortoleto333
14Colapinto555
15Perez333
16Sainz555
17Albon333
Bottas232
Ocon232
Stroll444
Bearman443
Verstappen455
Rennen111

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Zandvoort?

Noch nie haben sich in dieser Saison die MSM-Redakteure von einem Rennen so gut unterhalten gefühlt. Drei glatte Einser gab es aus der Redaktion für den Abschieds-GP in Zandvoort, der sowohl strategisch spannend war als auch auf der Strecke eine Reihe spannender Zweikämpfe hervorgebracht hat. Die Leser waren nicht ganz so begeistert und hielten das Rennen 'nur' für das drittbeste der Saison. In Summe reichte es dennoch für die beste Rennnote des Jahres.

  • Lesernote Rennen: 2,14
  • MSM-Note Rennen: 1,00
  • Gesamtnote Rennen: 1,57
Mercedes-Teamorder kostet Russell Punkte! Hamilton schimpft: Warum kann Ferrari das nicht? (10:00 Min.)

Bester F1-Fahrer 2026: Die Jahreswertung im MSM-Ranking

In der Formel-1-WM ist der Vorsprung noch sehr groß, aber im Fahrer-Ranking hat Kimi Antonelli spätestens mit diesem Grand Prix einen neuen Gegner bekommen. Lando Norris macht sich Max Verstappens Totalabsturz zunutze und übernimmt sowohl in der Punktewertung als auch im Notenschnitt die zweite Position. Apropos Notenschnitt: In dieser Wertung geht auch Lewis Hamilton an Verstappen vorbei. Weiter hinten schob sich Yuki Tsunoda unterdessen auf Anhieb auf P18 nach vorne.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2026 bereits in sein achtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.