Die MotoGP ist zurück im Motorland Aragon. Erst im Jahr 2009 eröffnet, ist sie eine noch recht junge Rennstrecke. Das erste Rennen, welches hier im Rahmen der MotoGP ausgetragen wurde, fand im Jahr 2010 statt. Der Sieger damals hieß Casey Stoner. Seither hat sich Aragon zum echten Marc-Marquez-Land entwickelt. Bereits sieben Mal konnte er dort triumphieren. Motorsport-Magazin.com liefert euch schon vor dem Wochenende die wichtigsten und interessantesten Informationen.

Große Motorsporttradition in Aragon: Rückblick in vergangene Jahre

Über ein halbes Jahrhundert ist es schon her, seitdem die ersten Motorsportevents nahe der spanischen Kleinstadt Alcaniz ausgetragen wurden. 1965 fand auf dem damaligen Guadalope Circuit das erste Autorennen jemals in der Region statt. Dieses war jedoch auf öffentlichen Straßen ausgerichtet worden. Über Jahre hinweg wuchs die Begeisterung für den Motorsport, ehe 2003 die Idee aufkam, eine dauerhafte Anlage für den Rennsport zu erschaffen. 2006 begann der Bau der Strecke, so wie wir sie heute kennen. 2009 war er abgeschlossen.

2010 gastierte die MotoGP zum ersten Mal in Aragon. Casey Stoner siegte.
Die MotoGP gastierte 2010 zum ersten Mal in Aragon. Casey Stoner war damals der Sieger., Foto: IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto

Die MotoGP gastierte dann 2010 zum ersten Mal, allerdings nur als Ersatz für den Grand Prix von Ungarn, weil der dafür vorgesehene Balatonring nicht rechtzeitig fertiggestellt wurde. Aragon bekam direkt im Premierenjahr den IRTA-Preis verliehen. Dieser Preis wird dem besten Veranstalter im gesamten MotoGP-Rennkalender übergeben. Die IRTA [International Road Racing Teams Association] vertritt die Teams im Paddock, die darüber abstimmen, welcher Grand Prix der beste des Jahres war.

Hier zählen unter anderem Aspekte wie Organisation, Infrastruktur, Sicherheit und Gesamteindruck des Events mit hinein. Es war der Anfang einer wahren Erfolgsgeschichte. Das Motorland, wie es seit 2008 heißt, war mit Ausnahme des Jahres 2023 jedes Jahr Gastgeber der MotoGP. Auch andere prominente Rennserien wie die Superbike-WM fanden dort eine Heimat und machten die Strecke zu einem Dauerbrenner im Kalender.

Motorland Aragon: Das Layout

Die Idee, aus einem Straßenkurs eine eigene Motorsportarena zu entwickeln, ging auch damit einher, sie vom Layout an den Grundriss der Stadt Alcaniz erinnern zu lassen. Der in der Welt des Motorsports hoch angesehene deutsche Bauingenieur Hermann Tilke wurde beauftragt, die 5,077 Kilometer lange Strecke zu entwerfen. Mitten in die Felsen der aragonischen Steppenlandschaft wurde sie gebaut. Durch die unebene Landschaft ist der Höhenunterschied von 55 Metern auch der drittgrößte aller MotoGP-Strecken hinter dem Red Bull Ring und dem Automotodrom Brünn.

Insgesamt 17 Kurven, zehn links und sieben rechts, markieren die Anlage. Ein Markenzeichen ist die lange Gegengerade, mit einer Länge von 968 Metern. Hier liegt der Top-Speed-Rekord bei 356,4 km/h, aufgestellt von Brad Binder im September 2024. Bei einer anderen Auslegung des Layouts besteht die Option, die Gerade bis auf 1.726 Meter zu verlängern. Diese wird aber nur bei Automobilrennen in Betracht gezogen. Da die vorherigen Passagen sehr verwinkelt und kurvenreich sind, liegt Aragon mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 172,7 km/h nur auf Platz zehn der schnellsten Kurse im Kalender der MotoGP.

Marquez siegte 2025 in Aragon.
Marc Marquez triumphierte in Aragon am häufigsten, Foto: IMAGO / PsnewZ

Die Statistik zum Grand Prix in Aragon

Das erste jemals ausgetragene Rennen der MotoGP im Motorland gewann 2010 der Australier Casey Stoner auf Ducati. Im Jahr darauf wiederholte er dies mit Honda. 2012 siegte Dani Pedrosa ebenfalls mit Honda, ehe in der kommenden Saison Marc Marquez die MotoGP-Bühne betrat. Seit seinem Einstieg in die Königsklasse 2013 ist er der unangefochtene Dominator im Motorland Aragon. Insgesamt sieben Siege in der MotoGP holte er hier - so viele wie kein anderer Fahrer.

Seine Gegner konnten ihn zwar hin und wieder bezwingen, doch nur einer schaffte dies zweimal: Jorge Lorenzo hatte die Ehre, hier als Konkurrent von Marc Marquez doppelt zu siegen, direkt hintereinander in den Jahren 2014 und 2015 mit Yamaha. Francesco Bagnaia, Enea Bastianini, Franco Morbidelli und Alex Rins durften sich auch schon einmal in die Siegerliste eintragen. Im Qualifying des Vorjahres stellte Marquez mit 1:45.704 Minuten auch einen neuen All-Time-Lap Rekord auf. Die schnellste Rennrunde war 2025 mit 1:46.705 Minuten eine Sekunde langsamer.

MotoGP-Rekorde Motorland Aragon

KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Marc Marquez (7)
Rundenrekord: 1:46.705 (Marc Marquez 2025)
Quali-Rekord: 1:45.704 (Marc Marquez 2025)
Top-Speed: 356,4 km/h (Brad Binder 2024)