Kimi Antonelli hat beim Formel-1-Rennen in Madrid einen glücklichen Sieg gefeiert. Der WM-Leader profitierte im Mercedes von Strategie-Pech bei Lando Norris und holte in einem weitestgehend ereignislosen Rennen seinen achten Saisonsieg. Der McLaren-Fahrer belegte hinter Max Verstappen den dritten Platz. Im Mittelfeld schaffte es Nico Hülkenberg mit Audi nach einer Nullnummer in Monza als Zehnter wieder in die Punkte. Alle Reaktionen zur Formel 1 heute in Madrid gibt es im Live-Ticker

Das Rennen begann mit einem etwas undisziplinierten Start, bei dem Kimi Antonelli und Max Verstappen die erste Schikane abkürzten. Nachdem beide jeweils Positionen zurückgeben mussten, sortierte sich das Feld schnell. An der Spitze enteilte Pole-Setter Lando Norris zunächst, doch in Runde 15 fuhr ihm das Virtual Safety Car in die Parade. Der McLaren-Fahrer war mit großem Vorsprung gerade am Boxenausgang vorbeigefahren und konnte die Neutralisierung nicht für einen Pitstop nutzen - seine Konkurrenz hingegen schon.

Antonelli und Verstappen profitierten von einem frühen Pitstop unter VSC. McLaren reagierte in Runde 16 trotzdem mit Norris und stoppte ihn bei Renntempo. Der Reifenwechsel dauerte dabei auch noch sieben Sekunden, womit die Siegchancen für den amtierenden Weltmeister dahin waren. Die Führung übernahm in diesem Moment Charles Leclerc, der die Neutralisierung ebenfalls nicht zum Reifenwechsel genutzt hatte. Der restliche Rennverlauf war dann von penetrantem Reifen-Management geprägt. An der Spitze leistete Leclerc bis Runde 49 vor Antonelli, Verstappen und Norris die Führungsarbeit, bis Ferrari ihn reinholte.

In der Schlussphase waren Antonelli, Verstappen und Norris von nur drei Sekunden getrennt, doch erwartungsgemäß bot sich auf dem Madring keine Überholmöglichkeit. Nach 57 Runden überquerte der Italiener die Ziellinie ungefährdet vor seinen Verfolgern. Charles Leclerc erreichte vor George Russell den vierten Platz. Die Punkteränge komplettierten Liam Lawson, Franco Colapinto, Oscar Piastri, Arvid Lindblad und Nico Hülkenberg.

Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Madrid

  • Kimi Antonelli feiert achten Saisonsieg
  • VSC stoppt dominanten Lando Norris
  • Ferrari zockt mit Charles Leclerc bis zum Schluss
  • Nico Hülkenberg bringt Audi in die Punkte

Formel 1, WM-Stand 2026: Kimi Antonelli nimmt Kurs auf den Titel

Der WM-Stand: Nach 14 von 23 Rennen führt Kimi Antonelli die Weltmeisterschaft mit 81 Punkten auf George Russell an. Neben dem Teamkollegen verabschiedet sich auch Lewis Hamilton nach seinem ersten Ausfall der Saison allmählich aus dem erweiterten Kreis der WM-Anwärter. Der Ferrari-Pilot liegt nun 101 Punkte hinter Antonelli, ist aber immer noch Dritter. Einzig das Pech von Lando Norris verhinderte, dass der amtierende Weltmeister ihm diesen Platz in Madrid nicht schon abnahm.

In der Konstrukteurswertung hängt Mercedes seine Verfolger ebenfalls ab. Die WM-Leader stehen bei 503 Zählern, Ferrari liegt 145 Punkte zurück. Als Dritter ist McLaren mittlerweile näher an den Roten dran, als diese am ersten Platz. Im Mittelfeld machte Alpine im Kampf um Platz fünf erneut Punkte auf die Racing Bulls gut, durch den Verlust des Gasly-Podiums in Monza sind die Franzosen aber immer noch hintendran. Für Audi rückt Haas auf Platz sieben langsam in Reichweite. Die US-Amerikaner haben seit acht Veranstaltungen nicht gepunktet.

Das Wetter: Hochsommerliche Temperaturen sorgten auch am Rennsonntag der Formel 1 in Madrid für konstant heiße Bedingungen. Die Außentemperatur betrug zum Start des Grand Prix um 15:00 Uhr wieder 32 Grad Celsius, der Asphalt wurde mit 55 Grad Celsius gemessen. Mit 22 Prozent war die Luftfeuchtkeit abermals sehr niedrig.

Chaos-Start von Kimi Antonelli und Max Verstappen in Madrid

Die Startphase: Erwartungsgemäß sorgte die Reifenstrategie der Teams für den großen Spannungsfaktor auf dem neuen Madring. Aus Startreihe eins gingen Pole-Sitter Lando Norris und Kimi Antonelli auf Medium (C3) ins Rennen, dahinter Max Verstappen und Lewis Hamilton aggressiv auf Soft (C4). Den weichen Reifen von Pirelli nutzte außer den beiden nur Nico Hülkenberg von Startplatz elf. Der Rest des Feldes teilte sich in Hard (C2) und Medium, wobei in den Top-10 ab Platz fünf mit Charles Leclerc, George Russell, Oscar Piastri und Liam Lawson das Verfolgerfeld hauptsächlich Hard fuhr. Als Einziger aus der Boxengasse startete Oliver Bearman, dessen Haas nach seinem Crash im FP3 neu aufgebaut werden musste und der am Qualifying folglich nicht teilgenommen hatte.

Von der Pole Position musste sich Lando Norris sofort Kimi Antonelli erwehren. Der Mercedes-Fahrer attackierte in der ersten Kurve außen, kürzte ab und musste Norris wieder vorbeilassen. Dahinter fuhr auch Max Verstappen geradeaus und ging dabei an Lewis Hamilton vorbei. Nur halbherzig gab Antonelli die Führung auf, setzte sich vor Turn 5 dann wieder außen neben Norris und versuchte es nochmal - und fuhr wieder geradeaus. Beim erneuten Vorbeilassen von Norris verlor er auch noch Platz zwei an Max Verstappen. Nach der Startrunde führte Norris vor Antonelli und Verstappen. Dahinter folgten Lewis Hamilton, Charles Leclerc, George Russell, Franco Colapinto, Liam Lawson, Arvid Lindblad und Oscar Piastri. Im Mittelfeld hatte Esteban Ocon einen guten Start und kassierte beide Audi. Der Franzose war Elfter vor Nico Hülkenberg.

Max Verstappen muss Position hergeben, Lewis Hamilton stellt Ferrari ab

Der frühe Rennverlauf: Mit der Führung trat Norris umgehend die Flucht nach vorne an und lag nach drei Runden bereits zwei Sekunden vor Verstappen. Der stand unter Druck von Antonelli. In Runde vier wurde der Niederländer von den Stewards wegen des unrechtmäßigen Positionsgewinns gegen Hamilton am Start notiert. Red Bull wies ihn sofort an, den Platz zurückzugeben, um eine Strafe zu verhindern. "Leute, was zur Hölle wollt ihr von mir? Er hätte einen Unfall gebaut. [...] Wenn ich auf der Strecke bleibe, bin ich aus dem Rennen", schimpfte Verstappen am Funk und verteidigte seinen Standpunkt.

Trotzdem beugte er sich und ließ Antonelli und Hamilton umgehend vorbei. Letzterem brachte das allerdings nicht viel. In der sechsten Runde stellte Lewis Hamilton seinen Ferrari mit einem Bremsproblem an der Box ab. An der Spitze führte Norris derweil mit über vier Sekunden auf Antonelli. Der Mercedes-Pilot pushte hart, um den Rückstand zu verringern und leistete sich dabei diverse kleinere Fahrfehler.

Erwartungsgemäß gab es auf der Strecke danach wenig Action. Norris enteilte Antonelli kontinuierlich und lag schon über sechs Sekunden vor Antonelli. Im Mittelfeld gab es vereinzelte Scharmützel. In Runde zehn ging Liam Lawson in Kurve fünf an Franco Colapinto vorbei und übernahm Platz sechs.

Zwei Umläufe später gerieten Carlos Sainz und Fernando Alonso im Duell um die 17. Position aneinander. Letzterer wagte den Angriff und zerstörte sich den Frontflügel, als Sainz blockte. Der Williams-Fahrer kassierte für sein Verteidigungsmanöver eine 5-Sekunden-Zeitstrafe.

Virtual Safety Car ruiniert Lando Norris

Ein Virtual Safety Car änderte in Runde 15 alles. Lance Stroll musste seinen Aston Martin in Kurve 20 mit Bremsdefekt abstellen. Die Rennleitung neutralisierte das Geschehen. Norris ging gerade am Boxeneingang vorbei und konnte das VSC nicht für einen Pitstop nutzen. Dahinter kamen Antonelli, Verstappen und Russell sofort rein. Letzterer holte sich Medium ab, die anderen beiden Hard.

Im Mittelfeld kamen Colapinto, Lindblad, Hülkenberg und Ocon rein. Norris wurde von McLaren in Runde 16 noch reingeholt, doch das VSC wurde in dem Moment aufgehoben. Zu allem Überfluss dauerte der Wechsel von Medium auf Hard auch noch sieben Sekunden. Er fiel dadurch auf Platz fünf hinter Leclerc, Antonelli, Verstappen und Russell zurück. Der neue Leader hatte aber noch nicht gestoppt.

Formel-1-Rennen in Madrid im Standby-Modus

Der weitere Rennverlauf: In Runde 20 war Antonelli bis auf eine Sekunde an Leclerc herangefahren. Doch der überholfeindliche Madring vereitelte jede Chance auf einen Angriff. In der Folge ließ sich Antonelli zurückfallen. In der 24. Runde klagte er über ein Problem mit der Lenkung. "Checkt das Auto. Ich habe die Wand nicht berührt aber die Lenkung fühlt sich komisch an", funkte er. Das Team bestätigte, dass alles in Ordnung sei. Wenig später wurde Antonelli außerdem von seinem Renningenieur Peter Bonnington informiert, dass er bereits zwei Track-Limits gesammelt hat.

Für Lando Norris löste sich in Runde 29 ein Problem. George Russell bog vor ihm von Position vier zum zweiten Pitstop ab und holte noch einmal Hard. Der Mercedes-Fahrer fiel dadurch auf Platz sechs hinter Liam Lawson zurück. Norris wurde bei seiner Aufholjagd derweil von seinem Renningenieur Will Joseph gebremst. Er teilte ihm mit, dass er in Turn 22 (letzte Kurve) zu viel Risiko geht. Vier Runden später hingegen wurde er aufgefordert, auf dem harten Reifen noch mehr Pace zu zeigen. Norris fuhr daraufhin eine neue schnellste Rennrunde. Er lag als Vierter über zwölf Sekunden hinter Leclerc, der immer noch Erster war. Antonelli folgte dem Führenden mit einem Abstand von drei Sekunden, Verstappen fuhr als Dritter fünf Sekunden dahinter.

Das Rennen schlief aufgrund der großen Abstände vielerorts ein. Charles Leclerc fragte sein Team in Runde 38, worum es für ihn in diesen Grand Prix überhaupt geht. Die Antwort: Platz vier. Ferrari spekulierte auf eine späte Neutralisierung, um noch den erforderlichen Boxenstopp abzuleisten. Bei Mercedes stellte George Russell derweil seinen zweiten Pitstop aus Runde 29 in Frage: "Warum haben wir gestoppt? Ich denke, ich hätte mich vor Norris halten können."

Charles Leclercs Boxenstopp gibt Kimi Antonelli den Weg frei

Die Schlussphase: Ab Runde 40 schlossen sich die Lücken im Spitzenfeld etwas. Norris rückte auf unter eine Sekunde an Verstappen heran, der wiederum holte leicht gegenüber Antonelli auf, welcher seinerseits auf unter zwei Sekunden an Leclerc heranfuhr. Der Monegasse war in dieser Phase nicht der Einzige, der noch keinen Boxenstopp abgeleistet hatte. Auch Lawson, Piastri, Gasly, und Bortoleto waren noch auf dem ersten Reifensatz unterwegs. In der 43. Runde kam Piastri von Platz sieben rein und fiel dadurch auf die elfte Position zurück.

Zehn Runden vor der Zielflagge lagen die Top-4 innerhalb von vier Sekunden. Auf Platz zwei musste Kimi Antonelli nur warten, bis Charles Leclerc an die Box abbiegen würde. In Runde 49 war der Ferrari-Fahrer endlich aus dem Weg. Er holte für die letzten Runden noch einmal Soft ab und griff als Vierter vor George Russell ins Geschehen ein. An der Spitze tat sich wie befürchtet bis zum Zielstrich nichts. Antonelli konnte in freier Fahrt noch einen Vorsprung von über drei Sekunden auf Verstappen herausfahren und gewann nach 57 Runden mit über vier Sekunden. Verstappen behauptete sich trotz einer späten Offensive von Norris erfolgreich. Im Mittelfeld gab es durch den späten Boxenstopp von Pierre Gasly zwei Runden vor Schluss noch eine Verschiebung. Der Alpine-Fahrer kam von P6 zum Reifenwechsel, wodurch Nico Hülkenberg auf den zehnten Platz aufrückte.