Franco Colapinto trat beim Formel-1-Rennen in Baku am Samstag in das größte aller F1-Fettnäpfchen. Mit seinem Fahrfehler beim Restart nahm er Teamkollege Pierre Gasly aus dem Grand Prix und brachte sein Team um eine absolute Großchance auf WM-Punkte. Der Argentinier leistete danach bei allen Beteiligten und an jedem Mikrofon kleinlaut Abbitte, doch Alpine-Boss Flavio Briatore zeigte sich trotzdem unversöhnlich. Er droht seinem ungestümen Fahrer mit Konsequenzen. Für das bevorstehende Rennwochenende in Sepang gab es die auf jeden Fall schon von den Stewards.

"Ich weiß, dass Franco die volle Verantwortung dafür übernommen hat, so wie es auch sein sollte. Aber Fakt ist: Er hat in Anbetracht der Rennsituation und des Safety-Car-Restarts viel zu spät gebremst", so das italienische Formel-1-Urgestein, das Colapinto in der Saison 2025 die zweite Chance in der Königsklasse gab und dafür kurzerhand den damaligen Stammfahrer Jack Doohan vor die Tür setzte.

Flavio Briatore droht Franco Colapinto nach "schwachem Manöver" beim Baku-Restart

Nach einer mäßigen Saison mit schlechtem Material rechtfertigte der Argentinier das Vertrauen in diesem Jahr mit seinen Leistungen auf der Rennstrecke regelmäßig. Mit acht Punkteresultaten steht er in der Gesamtwertung an zwölfter Stelle, nur zwei Plätze und 14 Punkte hinter Alpine-Erfolgsgarant Pierre Gasly. Durch seinen Baku-Bock verspielte er nun aber scheinbar einen Großteil seines Kredits bei Briatore, der sogar mit Konsequenzen droht.

"Das war für einen Fahrer mit seiner Erfahrung ein sehr schwaches Manöver. Ich möchte mir die Zeit nehmen, darüber nachzudenken und zu überlegen, welche Konsequenzen daraus gezogen werden sollten, damit wir daraus lernen und eine solche Situation in Zukunft vermeiden können", kündigt der 76-Jährige an, dessen Team der Rennsamstag in Baku am Saisonende noch teuer zu stehen kommen könnte.

Gasly und Colapinto waren in Baku von den Startplätzen sieben und neun ins Rennen gegangen und lagen beim verhängnisvollen Restart auf auf P7 respektive P10. Vor allem befanden sie sich aber vor den beiden Racing Bulls, gegen die Alpine in der Konstrukteursweltmeisterschaft um Platz fünf kämpft. Zwischen Liam Lawson und Arvid Lindblad kam es unmittelbar hinter dem französischen Friendly-Fire ebenfalls zu einer Kollsion, doch Letzterer kam davon und holte als Siebter acht WM-Punkte. In der Tabelle stehen die Racing Bulls damit jetzt 15 Punkte vor Alpine.

Franco Colapinto geht mit Startplatzstrafe ins Formel-1-Rennen in Sepang

Unmittelbare sportliche Konsequenzen hatte der Zwischenfall für Franco Colapinto am Samstagnachmittag bereits. Die Stewards sprachen eine 10-Sekunden-Strafe gegen ihn aus, die er infolge seines Ausfalls im Rennen heute natürlich nicht mehr antreten konnte. Dementsprechend wurde die Strafe umgewandelt. Für das kommendene Wochenende des Bahrain GP in Sepang hat der 23-Jährige eine Gridstrafe von fünf Positionen im Gepäck.

"Die Stewards kamen zu dem Schluss, dass Colapinto die alleinige beziehungsweise überwiegende Schuld an der Kollision trug. Obwohl sich der Zwischenfall in der ersten Kurve nach dem Restart ereignete, gab es keine Beteiligung eines anderen Fahrers, die es gerechtfertigt hätte, die bei Vorfällen in der ersten Runde beziehungsweise ersten Kurve übliche mildere Beurteilung anzuwenden", heißt es im Statement der Offiziellen. Strafpunkte wurden allerdings nicht ausgesprochen.