Alpine wurde beim Formel-1-Rennen in Baku am Samstag unfreiwillig zum Hauptdarsteller. Eine über weite Strecken souveräne Fahrt von Pierre Gasly und Franco Colapinto wurde in Sekundenbruchteilen zu einem Debakel. Beim Restart in Runde 36 spielte der Argentinier im Mittelfeld Bowling und riss dabei ausgerechnet den eigenen Teamkollegen mit sich ins Verderben. Die Stimmung ist nach dieser monumentalen Fehlleistung am Tiefpunkt.
"Das war ein großer Fehler. Ich habe mich auf kalten Reifen und mit kalten Bremsen komplett verbremst. Es war komplett außer Kontrolle. Ich konnte nichts mehr machen. Sobald ich die Bremsen berührte, haben die Räder blockiert", erklärt Colapinto seinen verheerenden Lapsus, der ein bis dato perfektes Wochenende für Alpine zunichte machte. Von den Startplätzen sieben und neun hielten sich Gasly und Colapinto das gesamte Rennen über stabil in den Top-10. Beim Restart infolge des Unfalls von Alex Albon lag der Franzose auf P7 und P10.
Franco Colapinto nach Formel-1-Crash mit Pierre Gasly untröstlich
In Turn 1 verschätzte sich Colapinto und torpedierte Gasly, für den das Rennen an Ort und Stelle vorbei war. "Ich denke, das ist das beste Rennauto, das wir dieses Jahr bislang hatten. Einerseits ist das natürlich positiv. Andererseits ist es frustrierend, weil man an solchen Tagen die Chance hat, richtig viele Punkte zu holen. Die musst du nutzen, und das haben wir heute leider nicht", so der Franzose. "Meine Pace war fast so gut wie die von Lewis und ähnlich mit der von Lando. Ich habe den 3-Sekunden-Gap gehalten, bis er sich verbremst hat. [...] Es ist immer noch schwer zu verstehen, was da passiert ist."
Colapinto entschuldigte sich noch am Funk bei Team und Stallgefährten, war aber auch nach dem Rennen noch untröstlich. "Ich kann nur sorry ans Team, an Pierre und natürlich alle in der Fabrik sagen, die so hart dafür arbeiten, diese Punkte zu holen. Ich hab sie heute mit diesem schweren Fehler weggeschmissen", sagt der 23-Jährige. "Wenn du deinen Teamkollegen rausnimmst, ist das doppelt enttäuschend. Das ist das Schlimmste daran. Wenn ich einen Fehler mache und es nur mich trifft, okay."
Leader George Russell hatte den Restart auf der langen Start- und Zielgeraden von Baku sehr spät eingeleitet, doch das wollte Colapinto nicht als Ausrede nehmen. "Ich denke, dass er spät dran war, aber er kann machen was er will. Dass alle dicht beisammen sind, gehört zum Safety-Car-Restart dazu", erklärt er. "Wegen der Motoren und ihrer Limitationen mit Battery-Harvesting usw. kannst du es sowieso kaum anders machen", pflichtet ihm Gasly bei. "George kann es machen wie er will, alles andere liegt dann an uns."
Pierre Gasly vergibt Franco Colapinto für Baku-Debakel
Mit dem Teamkollegen sprach Colapinto noch bevor er sich den Medien stellte und beide waren sich auch was den Unfall angeht einig. "Über das heute bin ich nicht glücklich, aber ich nehme seine Entschuldigung an", machte Gasly kein weiteres Drama um die Sache. "Alle unterstützen mich sehr. Natürlich ist es ein großer Fehler, aber ich trage dafür die volle Verantwortung. Das ist etwas, woraus ich lernen muss, und das ich hinnehmen muss. Hoffentlich können wir das schnell hinter uns lassen", so Colapinto, der von Lando Norris weniger Nachsicht erfuhr. "Ich werde mich auch bei Lando entschuldigen, denn natürlich habe ich nicht nur Pierre, sondern auch ihn rausgenommen", kündigt Colapinto an, auch beim Briten zu Kreuze zu kriechen.
Der Formel-1-Weltmeister ging mit Colapinto scharf ins Gericht. Was er ihm vorwarf und welche drastischen Sanktionen er forderte, könnt ihr hier nachlesen:



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