Platz acht in Baku und damit vier Punkte: Esteban Ocon bestätigte damit seine Formkurve der vergangenen Wochen. Der Franzose macht gegenüber Formel-1-Teamkollege Oliver Bearman erstmals seit Langem wieder eine gute Figur. Vielleicht gerade rechtzeitig, denn sein Cockpit für 2027 steht auf der Kippe.
Nicht umsonst betitelte sich Ocon im Vorfeld des Aserbaidschan GP für 2027 als "Free Agent", also vertragslos. Seine aktuelle Form gibt ihm allerdings Auftrieb. Seinen Glauben an sich selbst hat er auch während dieser Zeit nicht verloren, denn Ocon glaubt: "Ich gehöre zu den Besten da draußen."
Ocon gegen Verstappen und Co. in den Junior-Kategorien: "Ich habe immer gewonnen"
Mit Blick auf die Fahrer-Weltmeisterschaft liegt Ocon allerdings noch immer recht deutlich hinter Oliver Bearman: Ocon hat sieben Punkte, Bearman 20. Haas insgesamt damit 27. Auch im direkten Rennvergleich schlägt Bearman Ocon mit 8:6 noch knapp. Im Sprint-Vergleich hat der Franzose die Nase vorne: 3:2 für Ocon.
"Ich bin gegen alle da draußen gefahren und ich war immer ganz vorne mit dabei oder habe jede Meisterschaft gewonnen, an der ich teilgenommen habe." Unter anderem fuhr Ocon in der europäischen Formel 3 2014 gegen Max Verstappen – und gewann den Kampf um die Meisterschaft. Es war allerdings Max Verstappen, der in der Folge in die Formel 1 aufrückte und seine Rookie-Saison bei Toro Rosso fuhr.
Die Tendenz derzeit ist klar: In den letzten vier Rennen, die beide beendeten, kam Ocon dreimal früher als Bearman über die Ziellinie. Für Ocon nach Monaten der Kritik eine Erleichterung. In den vergangenen 1,5 Saisons sprachen die Ergebnisse meist für Bearman. Teamchef Ayao Komatsu spricht mittlerweile öffentlich von fünf Kandidaten für das Cockpit 2027, mit denen Haas aktiv TPC-Tests durchführt. Favorit dürfte Rafael Câmara sein.
Ocons steiniger Formel-1-Weg: Formel 3, GP3, DTM und F1-Aus durch Stroll
Sollte Ocon seinen Platz bei Haas verlieren, dürften Vollzeit-Optionen für 2027 kaum noch verfügbar sein. Es wäre das Ende einer Formel-1-Karriere, die 2016 begann. Doch der Weg in die Königsklasse war steinig.
Ocon wechselte nach seinem Sieg über Verstappen in die GP3-Serie und gewann auch dort den Titel. Trotzdem reichte es noch immer nicht für einen Vollzeit-Formel-1-Sitz, sondern nur für eine Ersatzfahrer-Rolle bei Renault. Deswegen musste der junge Franzose 2016 zunächst in der DTM starten, ehe er ein Cockpit bei Manor bekam, da Vorgänger Rio Haryanto wegen ausbleibender Sponsorenzahlungen das Team verlassen musste.
Esteban Ocons Weg in die Formel 1
| Saison | Rennserie | Position |
|---|---|---|
| 2013 | Formel Renault | 3 |
| 2014 | European Formel 3 | 1 |
| 2015 | GP3 | 1 |
| 2016 | DTM & Formel 1 | 26 & 23 |
"Ich bin in der Formel Renault gefahren, habe Meisterschaften im Kartsport gewonnen, habe die Formel 3 gewonnen, habe die GP3 gewonnen. Ich habe in der Formel 1 gewonnen. Ich kann es. Ich gehöre zu den Besten da draußen, und ich scheue mich nicht, das zu sagen."
Und auch da war mit Ocons Pech noch nicht Schluss. Als Lawrence Stroll Force India übernahm und Sohn Lance Stroll in der Folge ein Cockpit im Team bekam, war es Esteban Ocon, der seine Koffer im Team packen musste und ein Jahr als Mercedes-Reservefahrer verbrachte, ehe er 2020 bei Renault anheuerte.
Während Esteban Ocon punktete, räumte Franco Colapinto mit einem überambitionierten Manöver seinen Teamkollegen ab. Wir sprechen im folgenden Video darüber. Jetzt anschauen!



diese Formel 1 Nachricht