Die Hoffnungen von Aston Martin, bei der Formel 1 in Singapur dank der verwinkelten Strecke ein weiteres gutes Ergebnis einzufahren, sind nach dem Qualifying in weite Ferne gerückt. Beide Autos fliegen schon in Q1 raus. Fernando Alonso will von Auswirkungen eines Fahrfehlers nichts wissen und fordert stattdessen erfolgreich einen Motorwechsel ein.

Alonso war am Ende des ersten Qualifying-Segments immerhin auf P17 um nur 54 Tausendstel am Q2-Einzug gescheitert. Und dabei auch kurz im TV-Bild gewesen, als er sich vor der letzten Schikane verbremst hatte. Waren das die 54 Tausendstel? "Ich denke nicht", reagiert er irritiert. "Ich bin sieben Zehntel vor meinem Teamkollegen."

"Wenn jemand denkt, dass ich wegen eines Verbremsers für ein halbes Zehntel nicht in Q2 bin, dann haben sie vielleicht nicht die anderen 99 Prozent der Runde gesehen", findet Alonso. "Wir hätten wahrscheinlich viel weiter hinten sein sollen." Tatsächlich wirkt der Fehler nicht besonders signifikant. Alonso blieben beim Bremsen am Limit die Vorderräder kurz stehen. Trotzdem schaffte er es in beiden Teilen der Schikane an den Scheitelpunkt.

Fernando Alonso verlangt Motorwechsel, Aston Martin & Honda geben nach

"Ich kann mich nur mit meinem Teamkollegen vergleichen, ich habe alles aus dem Auto rausgeholt, im Cockpit geht da nicht mehr." Alonso gibt vielmehr dem Honda-Motor die Schuld: "Wir hatten den ganzen Tag Probleme, im Sprintrennen und auch jetzt. Wir scheinen sehr viel Zeit am Kurvenausgang zu verlieren. Da müssen wir checken, ob der Turbo in Ordnung ist, und ob wir vom Ende des Feldes starten müssen."

Team und Honda fügten sich am Abend Alonsos Analyse. "Wir werden Fernandos PU basierend auf seinem Feedback tauschen", bestätigt Teamvertreter Mike Krack. Damit steht Alonso eine Grid-Strafe ins Haus, da er ohnehin schon bei diversen Motor-Komponenten über dem Limit liegt. Nicht, dass das für ihn einen Unterschied macht: "Ob du jetzt von ganz hinten startest, aus der Box - es muss Chaos geben, und dann profitieren auch andere, nicht nur wir."

Sind aber Alonsos sieben Zehntel Vorsprung auf Lance Stroll aus einem größeren Kontext gerissen? Stroll lief in einer bizarren Szene auf seiner letzten Q1-Runde auf den Cadillac von Valtteri Bottas auf, der nicht Platz machte - aber gegen den auch nicht wegen Behinderns untersucht wurde.

Der Hintergrund war, dass Bottas sich tatsächlich auf einer schnellen Runde befand: "Ich hatte ein Problem mit dem Deployment. Als ob ich im Lademodus gewesen wäre. Ich habe gepusht, aber ich hatte keine Leistung auf den Geraden und war zwei Sekunden langsamer als ich hätte sein sollen." Stroll kam über die ganze Runde immer näher, in die Dirty Air des Cadillacs, bis er vor der letzten Schikane ganz auflief und sogar vom Gas gehen musste. P19 war die Konsequenz.