Bereits auf der ersten Runde ging das Formel-1-Rennen in Austin für Fernando Alonso im wahrsten Sinne des Wortes zu Bruch. Als er in Kurve 11 ein Manöver gegen Esteban Ocon andeutete, wurde er seinerseits von Alex Albon gerammt. Dabei brach ein großer Teil seines linken Unterbodens ab. Ein Schaden, der Alonso das gesamte Rennen lang begleitete.

Der Asturier fand es überraschend, dass er dennoch lange gut mitkämpfen konnte. In erster Linie war er aber verärgert über das seiner Meinung nach viel zu optimistische Manöver des Thailänders. Im Interview bei F1TV sagte er: "Albon vergaß, dass Kurve 11 da war und er nach links lenken musste." Der sah die Situation dezent anders und reichte die Verantwortung stattdessen an Ocon weiter: "Er gab Fernando Platz, als ob er dachte, dass da nur ein Auto auf seiner Innenseite war." Dass seine Attacke ein spätes Bremsmanöver von weit hinten war, unterschlug er dabei.

Keine Strafe für Albon, Alonso genervt

Die Stewards griffen in die Situation nicht ein und es gab keine Strafen. Alonso verortete nach dem Vorfall dennoch ein größeres Problem, das über den Unfall hinausgeht. "Ich denke, die Qualität der Fahrer im hinteren Drittel des Feldes ist sehr niedrig, so wie wir es heute mit Alex gesehen haben", teilte er nicht nur gegen den Williams-Piloten aus, sondern gegen die Formel-1-Hinterbänkler ganz allgemein.

Die Mitteilung geht aber nicht nur an die Kritisierten, sondern auch an Aston Martin und Motorpartner Honda selbst: "Wir müssen das Auto verbessern und ein bisschen weiter vorne starten", forderte er.

Dabei war der AMR26 auf dem Circuit of the Americas so schnell wie nur selten in der bisherigen Formel-1-Saison. Alonso sprach sogar vom "weitaus besten Rennen in diesem Jahr in Bezug auf die Konkurrenzfähigkeit." Er bilanzierte: "Das Auto war im Rennen stark, wir hatten gutes Reifenmanagement. Obwohl wir durch den Albon-Vorfall in Runde 1 einen großen Schaden hatten, war das Auto konkurrenzfähig."

Austin-Frust! Alonso teilt heftig gegen Albon & Williams aus (09:57 Min.)

Fernando Alonso: Punkte aus eigener Kraft wären möglich gewesen

Alonso kämpfte sich nach dem Unfall an beiden Williams-Fahrern vorbei und lag nach einem langen ersten Stint im letzten Rennabschnitt auf Kurs zu Platz 13, wobei er sogar Druck auf Esteban Ocon ausübte. Dann fiel ein Frontflügel-Flap komplett ab - eine Folge der Kollision von Runde 1 - und Alonso musste in langsamer Fahrt an die Box zurückkehren. Das warf ihn schließlich auf den 17. Rang zurück. Nach einem weiteren (diesmal unfallfreien) Zweikampf mit Albon landete er schließlich auf P16.

"Ich denke, wir verloren eine halbe Sekunde oder mehr [pro Runde]. Das Auto ist zerstört, der halbe Unterboden ist nicht mehr vorhanden", beschrieb Alonso den Schaden. Teamvertreter Mike Krack zeigte sich genauso wie Alonso überrascht, dass der zweifache Weltmeister trotzdem so konkurrenzfähig war: "Mit einem vollständigen Auto wäre mehr möglich gewesen. Diese Performance zu sehen war ermutigend."

Alonso wurde in seinen Annahmen ein bisschen konkreter. "Ich wäre neugierig, was mit der vollen Fahrzeug-Performance möglich gewesen wäre. P9 oder P10 wäre aus eigener Kraft heute wahrscheinlich möglich gewesen", vermutet er. Dabei half vor allem die gute Longrun-Pace des AMR26, welche sich seit dem großen Ungarn-Update des Newey-Teams schon mehrmals als eine Stärke des Boliden erwiesen hatte, wie etwa auch bei Alonsos letzten beiden Punktefahrten in Malaysia und Zandvoort.

Alonsos Teamkollege Lance Stroll landete in Austin auf der 15. Position. Er beklagte sich nach dem Rennen darüber, dass ihm Downforce gefehlt habe. Schon im Qualifying hatte ihm Abtrieb gefehlt, was das Team dazu veranlasste, weitgehende Reparaturen und Setupänderungen durchzuführen, aufgrund welcher Stroll aus der Boxengasse ins Rennen gehen musste. Krack bestätigte diese Probleme und erklärte, dass die Schäden aufgrund der Kerbs und der holprigen Natur der Strecke entstanden seien.