Vor sechs Jahren holte Frank Williams den damaligen Formel 3-Piloten Jenson Button in die Formel 1, ließ ihn dann aber Ende 2000 wieder ziehen. Nach dem Wechseltheater 2004 und 2005 von BAR zurück zu Williams schien es, als seien für Button die Türen bei seinem ehemaligen Rennstall endgültig verschlossen. Frank Williams gab jetzt aber gegenüber der britischen Zeitung Guardian zu, dass er seinen Landsmann durchaus wieder willkommen heißen würde, sollte dieser den Wunsch haben, zurückzukommen.

"Wenn ihn der Weihnachtsmann schön verpackt abgeben würde, würde ich mich sehr freuen," so Williams. Ob der 26-jährige, der immer noch auf seinen ersten Sieg in der Königsklasse wartet, überhaupt fähig sei, Rennen zu gewinnen, steht für den Teamchef außer Frage. "Ich habe keinerlei Zweifel, dass er es kann. Er macht fast nie Fehler und vom Talent her, kann er es fast mit Michael Schumacher aufnehmen." Im Gegensatz zu Niki Lauda, der Button nicht als künftigen Weltmeister sieht und ihm nicht einmal in einem Renault eine Chance auf den Titel gibt, sieht ein anderer Ex-Weltmeisterden Briten durchaus immer noch als Hoffung für die Zukunft.

Niemand solle das Talent Jenson Buttons bezweifeln, sagte Damon Hill zu unseren Kollegen von Autosport, auch wenn der aktuelle Saisonverlauf für seinen Landsmann alles andere als erfreulich sei. Er müsse nur im richtigen Auto sitzen um beweisen zu können, wozu er fähig sei. "Jenson ist ganz sicher in der Lage, Grand Prix zu gewinnen und ich bin sicher, dass er auch die Fähigkeiten hat, Weltmeister zu werden."

"Ich denke nicht, dass er sich zu wenig Mühe gibt, wie einige Leute behaupten," so Hill weiter. "Er hat einen sauberen Fahrstil und lenkt sehr genau - und wenn jemand so fährt, hat man leicht den Eindruck, dass er nicht alles gibt. Das ist aber ein Fehler." Es sei wie damals bei Alain Prost und Ayrton Senna, meint Hill. Bei Prost hätte man auch nicht gesehen, dass er es wirklich versucht hätte. "Ich sah ihn aber einmal über den Randstein fahren und erst da hat man gesehen, dass auch er alles gegeben hat," verteidigte Hill seinen Landsmann.

Außerdem müsse man alles in die richtige Perspektive rücken, meinte Hill. "Wie alt ist er, 26? Ich kam erst mit 33 in die Formel 1 und bin danach noch viele erfolgreiche Rennen gefahren." Es würde schon ein gutes Rennen reichen um den endgültigen Durchbruch zu bringen. Die positive Stimmung im Team würde dann eine Welle auslösen, auf der man weiter reiten könne. "Honda kann die Weltmeisterschaft gewinnen, das wird aber erst die Zeit zeigen," äußerte Hill und sieht auch Button noch immer als den Nummer eins Fahrer und die Nummer eins Hoffnung der Briten.

"Er ist unsere größte Hoffnung und ich glaube auch, dass er jede Menge Unterstützung von den Fans genießt." Alles, was Button fehle, sei das richtige Material um den Sprung nach ganz oben zu schaffen. "Ich glaube sicher, dass er Weltmeister werden kann, da habe ich keine Zweifel. Man muss aber erst einmal abwarten bis er Rennen gewinnt, denn es ist ein großer Unterschied ob man jemand jagt oder selber an der Spitze ist und diese verteidigen muss."