Stefan Bradl hatte es aufmerksamen Servus-TV-Zuschauern am Sonntag während des Tschechien-Grand-Prix bereits angekündigt und nun folgte auch die offizielle Bestätigung. Wie Motorrad-Weltverband FIM am Montagabend in einer Pressemitteilung bekanntgab, wird die Nutzung der Front-Ride-Height-Devices - die besser als 'Holeshot-Devices' bekannt sind - in der MotoGP-Klasse mit sofortiger Wirkung verboten. Beginnend mit der Dutch TT am kommenden Wochenende (26. bis 28. Juni) müssen die MotoGP-Piloten also wieder ohne abgesenkte Frontpartie in die Rennen starten.

MotoGP verbietet Holeshot-Devices ab Assen

Beginnend mit der Saison 2027 wären sämtliche Ride-Height-Devices, also für Front und Heck, per neuem Reglement ohnehin verboten worden. Weil es in den vergangenen Grands Prix aber wieder vermehrt zu heftigen Unfällen bei Rennstarts in der MotoGP gekommen war, wurde in den zurückliegenden Wochen geprüft, ob es Sinn machen könnte, das Verbot der Holeshot-Devices schon jetzt umzusetzen. MotoGP-Sportdirektor Carlos Ezpeleta hatte entsprechende Überlegungen wenige Tage nach dem schlimmen Unfall von Johann Zarco in Barcelona erstmals öffentlich kundgetan.

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In den vergangenen Wochen verhandelten die Verantwortlichen der Königsklasse nun mit den elf MotoGP-Teams über ein sofortiges Verbot und kamen in den vergangenen Tagen zum Entschluss, dies ab der Dutch TT umzusetzen. Zuvor hatten die MotoGP am Freitag in Brünn im Rahmen einer zusätzlichen Practice-Start-Session nach dem Training am Nachmittag schon die Möglichkeit bekommen, Starts ohne Holeshot-Device auszuprobieren.

Weitere Regeländerung: MotoGP-Grid wird ab Sachsenring verlängert

Eine weitere Änderung, die schon in Kürze umgesetzt werden wird, ist die Anpassung der Startaufstellung. Wie die FIM am Montag mitteilte, wird der Abstand zwischen den einzelnen Startreihen beginnend mit dem Deutschland-GP Mitte Juli um drei Meter vergrößert. Damit werden die Piloten künftig nicht mehr neun, sondern zwölf Meter hintereinander in die Rennen starten. Zudem wird der Abstand innerhalb einer Startreihe von drei auf vier Meter verlängert. Das soll das Feld entzerren und mehr Platz in der Anbremszone für Kurve eins schaffen. Diese Änderung tritt für alle Klassen in Kraft, also auch für Moto2 und Moto3.

Die Abstände zwischen den Startreihen wird ab dem Sachsenring größer, Foto: Yamaha Motor Racing Srl
Die Abstände zwischen den Startreihen wird ab dem Sachsenring größer, Foto: Yamaha Motor Racing Srl

Abschließend verkündete die FIM am Montag auch noch eine dritte, deutlich überraschendere Regeländerung. Beginnend mit der Saison 2028 wird es MotoGP-Herstellern nur noch erlaubt sein, maximal sechs Motorräder gleichzeitig aufzubieten und damit neben dem eigenen Werksteam ein Maximum von zwei Kundenteams auszurüsten. Damit soll wohl verhindert werden, dass ein Hersteller ein deutliches Übergewicht im Grid gewinnen kann, wie es zuletzt 2023 oder 2024 mit Ducati der Fall war. Die Italiener hatten damals gleich drei Kundenteams und damit acht Motorräder am Start, während Yamaha kein einziges ausstattete und nur zwei Bikes einsetzte. Diese Regeländerung gilt aber nur, solange in der MotoGP auch mindestens fünf Hersteller aktiv sind.