Vor zwei Jahren noch mit einer rein italienischen Fahrerpaarung am Start, wird Ducati in den nächsten beiden Saisons spanisch geprägt sein! Die amtierenden MotoGP-Weltmeister haben sich nach der Vertragsverlängerung mit Marc Marquez ab 2027 nämlich auch die Dienste von Pedro Acosta gesichert. Der 22-Jährige verlässt KTM am Saisonende und fährt künftig in Rot, das wurde am Mittwoch vor Assen nach langer Wartezeit endlich offiziell bestätigt. Acosta hat einen Vertrag über zwei Jahre bis Ende 2028 unterschrieben.

Pedro Acosta kommt! Ducati macht neues MotoGP-Superteam perfekt

"Pedro ist zweifellos einer der talentiertesten jungen Fahrer im MotoGP-Fahrerlager. Mit gerade einmal 22 Jahren ist er genau der Fahrer, mit dem ein neues und spannendes Kapitel geschrieben werden kann. Wir mochten ihn schon immer und verfolgen seine Karriere bereits seit einiger Zeit – sowohl wegen seiner Erfolge auf der Rennstrecke als auch wegen seiner direkten und unkomplizierten Art, die die Ducatisti sicher in ihren Bann ziehen wird, sobald er Rot trägt", sagt Ducati-Geschäftsführer Claudio Domenicali zu seiner neuen Verpflichtung.

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Vor allem Sportchef Gigi Dall'Igna soll auf eine Verpflichtung des spanischen Jungstars gedrängt haben. "Pedro ist der ideale Kandidat für die Zukunft des Ducati Lenovo Teams. Nach der Bestätigung von Marc wollten wir das Entwicklungsprojekt der Desmosedici GP um einen jungen und schnellen Fahrer ergänzen. Pedro ist nicht nur ein unbestrittenes Talent, sondern hat auch eine außergewöhnliche Reife bewiesen", meinte der Italiener im Zuge der Ankündigung. Acosta selbst kam aufgrund seines noch bis zum Ende des Jahres bestehenden Vertrages mit KTM nicht zu Wort. Er wird am Donnerstag in Assen seinen Wechsel kommentieren können.

Zwei Jahre ohne Sieg: Pedro Acosta beendet MotoGP-Zeit bei KTM

Für Pedro Acosta geht damit ein bedeutendes Kapitel seiner noch jungen Karriere zu Ende. KTM hatte ihn 2021 als amtierenden Rookies-Cup-Champion in die Motorrad-Weltmeisterschaft geholt und ihn fortan bis in die MotoGP begleitet. 2021 wurde Acosta im Team von Aki Ajo gleich als Rookie Moto3-Weltmeister, 2023 folgte in überlegener Manier der Moto2-Titel. 2024 mit Kundenteam Tech3 in der Königsklasse angekommen, brillierte der 'Hai von Mazarron' auch dort gleich so sehr, dass ihn KTM schon 2025 unbedingt im Werksteam haben wollte.

Pedro Acosta jubelte schon 2021 in KTM-Farben, Foto: KTM Media
Pedro Acosta jubelte schon 2021 in KTM-Farben, Foto: KTM Media

Eine Entscheidung, die Motorsportchef Pit Beirer und Co. wahrlich nicht bereuen sollten, beendete Acosta seine Debütsaison in Orange doch gleich als mit großem Abstand bester KTM-Fahrer auf WM-Rang vier. Einziges Manko: Einen Sieg konnte die Nummer 37 - wie schon im Jahr zuvor - nicht einfahren. Im direkten Vergleich mit Ducati und Aprilia war die RC16 einfach nicht schnell genug und das passte Acosta nicht immer. Speziell zu Saisonbeginn übte er immer wieder öffentlich harte Kritik, wurde erst nach einer internen Aussprache und sichtlichen Performance-Fortschritten ruhiger und optimistischer. Eine gewisse Frustration blieb aber offenbar bis zum Schluss, denn nach dem Saisonfinale in Valencia schimpfte er plötzlich wieder: "Als ich bei KTM unterschrieben habe, habe ich klar gesagt, dass ich um die Weltmeisterschaft kämpfen will. Aktuell fahren wir aber um Nichts."

Kein Wunder also, dass die Gerüchteküche über den Winter zu brodeln begann. Honda, Ducati, VR46: Wo könnte die Reise für Acosta künftig hingehen? Spanische Medien und auch Aprilia-Racing-CEO Massimo Rivola tendierten schnell zu Borgo Panigale. Im Rahmen der Teampräsentation Ende Januar zeigte sich KTM zwar noch kämpferisch und auch Acosta erklärte noch, nicht in Eile zu sein, aber die Entscheidung zugunsten Ducatis war tatsächlich schon gefallen. Einzig, weil sich die MGP-Group und die fünf Hersteller lange nicht auf einen neuen Rahmenvertrag für die Regelperiode von 2027 bis 2031 einigen konnten, wurde der Deal - wie viele andere auch - nicht offiziell. Mit der Verkündung des neuen 'Concorde Agreements' beim Tschechien-GP hat die Flutwelle an Transfernews nun aber begonnen. Am Dienstag wurde bereits Marc Marquez als Ducati-Pilot und damit als künftiger Teamkollege Acostas bestätigt.

Für Pedro Acosta: Ducati setzt Francesco Bagnaia vor die Tür

Die logische Konsequenz der Acosta-Verpflichtung ist das Aus von Francesco Bagnaia beim Ducati-Werksteam. Der Italiener muss nach sechs Jahren in Rot seine Koffer packen und weiterziehen. Etwa zwei Stunden vor der Acosta-Verpflichtung wurde er offiziell verabschiedet. Eine Entwicklung, die vor 18 Monaten wohl noch undenkbar gewesen wäre. Schließlich hatte Bagnaia Ducati im Jahr 2022 endlich den erlösenden ersten Fahrer-WM-Titel seit Casey Stoner 2007 beschert und 2023 direkt noch einen weiteren WM-Triumph nachgelegt. Doch die enttäuschende Saison 2025 brachte Gigi Dall'Igna und Co. offenbar so sehr zum Zweifeln, dass sie anstelle ihres einstigen Goldjungen künftig lieber mit Acosta zusammenarbeiten wollen.

Francesco Bagnaia muss Ducati mit Saisonende 2026 verlassen, Foto: IMAGO / PsnewZ
Francesco Bagnaia muss Ducati mit Saisonende 2026 verlassen, Foto: IMAGO / PsnewZ

Wo es 2027 für Bagnaia weitergeht, ist auch schon klar. Er wechselt den Hersteller innerhalb Italiens und schließt sich Aprilia an. Dort wird er künftig Teamkollege seinen guten Kumpels Marco Bezzecchi, hat einen Zweijahresvertrag mit der Option auf zwei weitere Jahre unterzeichnet. Die offizielle Bestätigung ist nun in Kürze zu erwarten. Eine Übersicht des Fahrerfeldes für 2027 findet ihr hier:

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