Die MotoGP-Saison 2026 entwickelt sich für Marco Bezzecchi nach brillantem Start immer mehr zum Albtraum. Wollte er in Assen nach der bitteren Startkollision in Ungarn mit Teamkollege Jorge Martin und der Rennsperre infolge eines Schlags gegen einen Marshal in Brünn endlich wieder positive Schlagzeilen schreiben, folgte stattdessen der nächste heftige Rückschlag im Kampf um die MotoGP-Weltmeisterschaft.

Nach MotoGP-Monstercrash in Assen: Marco Bezzecchi muss ins Krankenhaus

Was war passiert? Ganz einfach: Nach einer hektischen Startphase in der Dutch TT lag Bezzecchi am Sonntag nur auf Platz vier, während Martin an der Spitze bereits ausgebrochen war. Vermutlich mit dem Ziel, in der Schlussschikane einen Angriff auf den Drittplatzierten Marc Marquez zu starten, pushte 'Bezz' in Kurve 15 zu stark und verlor die Front seiner Aprilia RS-GP. Er donnerte mit Highspeed ins Kiesbett und wurde heftig durch die Luft geschleudert, ehe er nach Bangen Momenten endlich zum Liegen kam. Hier könnt ihr euch den Monstercrash der Nummer 72 selbst ansehen:

In Anbetracht der Schwere des Sturzes gab es glücklicherweise recht schnell eine erste, vorsichtige Entwarnung. Die MotoGP-Rennleitung vermeldete, dass Bezzecchi bei Bewusstsein sei und nun zu ersten Untersuchungen ins Medical Center gebracht werde. Kurz vor Zielankunft verkündete Aprilia dann auch schon das Ergebnis dieser: Es liege "normale Beweglichkeit in allen vier Gliedmaßen" vor, ohne unmittelbare Anzeichen für schwerwiegende neurologische oder systemische Komplikationen. Auf den ersten Blick keine Knochenbrüche oder Ähnliches also.

Weil Bezzecchi infolge des heftigen Aufpralls aber über starke Schmerzen klagte, wurde er von den MotoGP-Ärzten um Dr. Angel Charte dennoch in das nächstgelegene Universitätsklinikum nach Groningen geschickt. Dort wurden am Sonntagnachmittag dann weitere, spezialisierte Untersuchungen durchgeführt, "um etwaige zugrunde liegende Verletzungen endgültig auszuschließen und einen sicheren Genesungsverlauf zu gewährleisten".

Aprilia kann aufatmen: Marco Bezzecchi unverletzt

Gegen 18 Uhr teilte Aprilia das Ergebnis dieser zusätzlichen Untersuchungen mit und ließ alle Fans der Nummer 72 endgültig aufatmen. "Marco Bezzecchi wurde einer CT-Untersuchung und weiteren radiologischen Untersuchungen unterzogen, bei denen keine Verletzungen festgestellt wurden. Er ist daher gesund genug und wird heute Abend nach Hause reisen", heißt es in einem Statement der Italiener. Einem Start am Sachsenring in zwei Wochen (10. bis 12. Juli) sollte also nichts im Wege stehen.

Dennoch natürlich ein sehr bitterer Sonntag für 'Bezz', der seit seinem emotionalen Heimsieg in Mugello nun nur 13 Punkte aus den letzten drei Grands Prix geholt hat. Die fast schon logische Konsequenz: Nach knapp drei Monaten an der Spitze der MotoGP-Weltmeisterschaft ist der Aprilia-Pilot die WM-Führung wieder los. Der vorläufig neue Tiefpunkt einiger ganz schwachen Wochen von Bezzecchi. Zuspruch gibt es in dieser schwierigen Phase aber ausgerechnet vom neuen WM-Leader Jorge Martin: "Meine Gedanken sind bei Marco. Ich habe seinen Sturz gesehen und ich weiß, wie es sich anfühlt, da zu sein. So ein Sturz ist nie schön, ich wünsche ihm alles Gute."

Eine mögliche Erklärung zum Zustandekommen des Highspeedabflugs von Bezzecchi - er hatte zum Zeitpunkt des Sturzes knapp 190 km/h drauf - gab es im Anschluss auch noch. "Mit diesen Motorrädern fühlt es sich immer so an, als würdest du etwas Downforce verlieren, sobald du anderen Fahrern folgst. Es ist also gewiss schwieriger als in der Vergangenheit, anderen Piloten hinterher zu fahren und er war dicht hinter Marc. Vielleicht lag es daran", vermutete Martin und erhielt Zuspruch von Raul Fernandez. Der Trackhouse-Pilot gab an: "Ich habe mich mit Windschatten heute etwas unwohl gefühlt. Ich war eigentlich viel stärker als die anderen Hersteller, unser Bike hatte in diesem Bereich [der Strecke, Anm.] deutlich mehr Speed. Aus irgendeinem Grund hatte ich dort aber mehr mit der Front zu kämpfen, wenn ich Windschatten hatte. Vielleicht ist Marco deshalb gestürzt."

Eine harte Zeit macht aktuell auch Pedro Acosta durch. Der KTM-Pilot wurde zuletzt immer wieder von Defekten ausgebremst. Am Samstag konnte er darüber nur noch lachen. In unserem neusten Video gibt es alle Hintergründe zur Misere bei KTM:

KTM-Defektserie verfolgt Acosta: Jeder Tag eine Überraschung! (07:42 Min.)