Hinter Marco Bezzecchi liegen harte Wochen. Lediglich 13 Punkte holte er seit seinem emotionalen Heimsieg in Mugello, verlor deshalb zuletzt die WM-Führung an Teamkollege Jorge Martin. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt: In Ungarn wurde 'Bezz' von seinem Stallgefährten abgeschossen, in Brünn nahm er sich mit seinem Vergehen an einem Marshal selbst aus dem Rennen und in Assen stürzte er dann schon in Runde zwei heftig. Beim letzten MotoGP-Rennen vor der Sommerpause am Sachsenring würde Bezzecchi deshalb gerne wieder positive Schlagzeilen schreiben. Doch das wird alles andere als einfach.

Marco Bezzecchi nach MotoGP-Sturz in Assen mit Schmerzen im ganzen Körper

In guter Verfassung befindet sich Bezzecchi dieser Tage nämlich nicht - auch wenn er am Donnerstag vor dem Deutschland-GP erstmal mit einem "Gut" auf die Frage antwortete, wie es ihm aktuell gehe. Da schwang aber eine gehörige Portion Sarkasmus mit. "Spaß beiseite: Es war kein leichtes Wochenende zuhause. Der Sturz war enorm. Ich habe mir zum Glück keine Knochen gebrochen, aber mein ganzer Körper schmerzt immer noch. Ich bin froh, überhaupt hier zu sein. Von meinen Armen abgesehen, tut mir jede Bewegung weh", ordnete der Aprilia-Pilot vielmehr ein. Immerhin: Seine Selbstironie hat nicht gelitten. "Ich bin mit dem Kopf aufgeschlagen, dann mit den Füßen, dann wieder mit dem Kopf und wieder mit den Füßen. Mein Körper sah aus wie dieses Musikinstrument. Ich wurde wie ein Akkordeon zusammengepresst", lachte er.

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Eine treffende Beschreibung, wenn man sich die Bilder des Unfalls in Erinnerung ruft. Hier könnt ihr ihn euch auch nochmal anschauen. Doch wie war es überhaupt zu diesem Highspeedsturz gekommen? "Ich war einfach etwas zu schnell. Sobald ich das Gas geöffnet habe, habe ich dann die Front verloren", beschrieb Bezzecchi und nahm die Schuld folglich auf sich. "Ein gewöhnlicher Sturz, aber eben in einer sehr schnellen Kurve. Dadurch war alles etwas schlimmer."

Marc Marquez hatte in Anbetracht der Schwere von Bezzecchis Unfall - sowie jener der beiden Gresini-Piloten - das Kiesbett in Assen kritisiert. Die Steine seien zu groß und würden die Fahrer deshalb eher durch die Luft wirbeln, als sie abzubremsen. Wäre sein Abflug mit kleineren Kieselsteinen also vielleicht glimpflicher ausgegangen? "Ich glaube, dass der Ausgang auch mit einer anderen Art von Kiesbett identisch gewesen wäre, weil der Speed so hoch war. Ich bin immerhin mit 200 km/h gestürzt", widersprach Bezzecchi seinem WM-Rivalen etwas überraschend. "Da spielt das Kies keine Rolle. Es ist die Geschwindigkeit, die den Unterschied macht."

Marco Bezzecchi angeschlagen am Sachsenring: Aufgabe ist möglich!

Bezzecchi muss also zumindest nicht damit hadern, dass sein Sturz mit besserer Vorsorge der Streckenverantwortlichen in Assen - Marquez hatte schon 2025 Anpassungen gefordert - glimpflicher hätte ausgehen können. Einfacher macht das die nun anstehende Aufgabe am Sachsenring aber natürlich auch nicht. "Ich bin körperlich weit von 100 Prozent entfernt", unterstrich der Italiener und kündigte an, im Deutschland-GP nur um Schadensbegrenzung zu fahren: "Ich muss von Tag zu Tag, oder besser von Session zu Session schauen. Ich saß seither auf keinem Motorrad, konnte nicht trainieren. Ich hoffe einfach nur, dass ich mich morgen im FP1 gut fühlen werde."

Sollte er das nicht, ist auch der Rückzug vom restlichen Wochenende nicht ausgeschlossen. "Ich hoffe es nicht, aber du weißt natürlich nie", gab Bezzecchi offen zu. Es wäre gewiss der nächste heftige Rückschlag im Titelkampf, sollte es dazu kommen. Tendenziell dürfte sich 'Bezz' aber eher durchbeißen als aufgeben, weil danach eine vierwöchigen Pause bis zum nächsten Rennen in Silverstone (7. bis 9. August) wartet. "Es ist nicht das Ziel, aber ich würde die erste Saisonhälfte schon gerne mit einem guten Ergebnis abschließen", gab Bezzecchi abschließend die Richtung vor.

Am Sachsenring gar nicht am Start ist Johann Zarco. Dennoch gab es am Donnerstag unschöne Kunde für den verletzten Franzosen, gegen ihn wurde eine Strafe ausgesprochen. Warum und was genau? Das verrät euch Florian in diesem Artikel: