Der schwere MotoGP-Unfall von Johann Zarco beim Rennen in Barcelona ist bald zwei Monate her. Als wäre die folgenschwere Beinverletzung für den Franzosen nicht schon Bestrafung genug, wird er jetzt auch noch vom langen Arm der MotoGP-Stewards eingeholt. Die FIM macht ihn für die Startkollision mit Luca Marini und Francesco Bagnaia beim Catalunya GP verantwortlich. Wenn Zarco sein Comeback gibt, erwartet ihn eine saftige Strafe.

"Am 17. Mai 2026 um 14:53:20 Uhr haben Sie während des MotoGP-Rennens des Grand Prix von Catalunya in Kurve 1 einen Sturz verursacht, in den die Fahrer Nr. 10 MARINI und Nr. 63 BAGNAIA verwickelt waren. Dies verstößt gegen die konkreten Vorgaben für MotoGP-Fahrer und -Teams. Es handelt sich somit um einen Verstoß gegen Artikel 1.21.2 der FIM Grand Prix World Championship Regulations.", heißt es in der Mitteilung der Stewards an Johann Zarco. Der besagte Artikel des Reglements betrifft den Straftatbestand des "unverantwortlichen Fahrens".

Laut Informationen von LCR Honda legten die Offiziellen ihm die Sachlage in einem Videocall dar. Normalerweise werden Strafen in der MotoGP erst nach persönlicher Anhörung mit dem betreffenden Fahrer ausgesprochen. Da Zarco seit dem Unfall jedoch nicht an der Rennstrecke anzutreffen war, wurde der Fall jetzt auf digitalem Weg zum Abschluss gebracht. Als Sanktion für das Verursachen des Unfalls wurde eine doppelte Long-Lap-Penalty ausgesprochen.

"Gemäß den an die Teams ausgegebenen Strafen-Protokollen wurde diese Aktion als Zwischenfall des Typs MGP-CC5 eingestuft: Rennstart / Startrunde - Handlungen, die eine gefährliche Situation für mehrere Fahrer herbeiführen und/oder einen Sturz verursachen. Da es sich um den ersten Verstoß in dieser Saison handelt, ist die angemessene Strafe in diesem Fall eine doppelte Long-Lap-Penalty", so der offizielle Wortlaut der Urteilsbegründung.

Johann Zarco kommt trotz Verletzung nicht um MotoGP-Strafe herum

Die Strafe hat Johann Zarco bei seiner nächsten Teilnahme an einem MotoGP-Rennen abzusitzen. Als angepeilten Zeitpunkt für sein Comeback wurde kürzlich der September ins Spiel gebracht. Wie viele Rennen der 35-Jährige bis zur Rückkehr aufgrund seiner Verletzung und der anhaltenden Rehibilitation verpasst, ist mit Blick auf die Strafe jedoch unerheblich. Da seine ausbleibenden Renn-Teilnahmen mit dem für die Bestrafung relevanten Zwischenfall zusammenhängen, bleibt die Strafe bestehen.

Per Reglement würde die Strafe nur dann ausgesetzt werden, wenn die Nicht-Teilnahme an einem MotoGP-Rennen auf einen nicht mit dem strafwürdigen Zwischenfall zusammenhängenden Grund zurückzuführen wäre. Das heißt im Klartext: Würde Zarco von den Ärzten nach abgeschlossener Genesung die Freigabe erhalten und sich dann zum Beispiel in der Vorbereitung beim Training erneut verletzen und deshalb ausfallen, müsste er die Strafe bei seiner ersten darauffolgenden Rennteilnahme nicht antreten.