Nicht einmal eine ganze Woche ist nach dem Rennen der MotoGP in Motegi vergangen, da heulen diese Woche schon wieder die Motoren auf: beim zweiten Asienstopp auf dem Mandalika International Street Circuit in Indonesien. Im Süden der Insel Lombok, direkt am Indischen Ozean und umgeben von Dschungel und malerischer Natur, gehört die Rennstrecke zu den wohl schönsten und spektakulärsten im gesamten Rennkalender. Motorsport-Magazin.com hat für euch alle Informationen, Statistiken und Rekorde zu Saisonrennen Nummer 17 der Königsklasse zusammengefasst.

Mandalika International Circuit: Geschichte und Layout

Indonesien war schon in den 90er-Jahren kurzzeitig Gastgeber für die Motorrad-Weltmeisterschaft. Damals fuhr man in den Jahren 1996 und 1997 auf dem Sentul International Circuit nahe der Hauptstadt Jakarta, ehe Indonesien für mehr als zwei Jahrzehnte aus dem Rennkalender der Motorrad-WM verschwand. Die Ferienregion Mandalika auf der Insel Lombok gehört zu den beliebtesten des Landes, woraus die Idee entstand, Motorsport und Tourismus zu vereinen. Diesen möchte man dort weiter fördern, dadurch internationale Aufmerksamkeit zu erlangen und zugleich die Infrastruktur auszubauen.

Daraufhin schloss im Jahr 2019 der MotoGP-Rechteinhaber Dorna Sports einen Vertrag mit der indonesischen Tourismusentwicklungsgesellschaft über die Austragung von MotoGP-Rennen in Mandalika. Noch im selben Jahr startete man den Bau eines völlig neuen Kurses, dessen Errichtung nur rund 14 Monate dauerte. Die offizielle Eröffnung der Strecke erfolgte am 12. November 2021. Die MotoGP wollte auch im selben Jahr noch ihre Premiere in Indonesien feiern, musste aber aufgrund der Corona-Pandemie bis zum Folgejahr warten. Im März 2022 war es dann schließlich so weit und die MotoGP kehrte nach Indonesien zurück.

2022 gastierte die MotoGP zum ersten Mal in Indonesien.
Die MotoGP gastierte 2022 erstmals in Mandalika, Foto: IMAGO / Anadolu Agency

Das erste Rennen verlief allerdings alles andere als nach Plan. Ein tropischer Wolkenbruch suchte die Insel heim und machte den Grand Prix zum echten Regendrama. Die Distanz wurde verkürzt und Miguel Oliveira war am Ende ein völlig überraschender Sieger bei der Premiere des Mandalika Street Circuit.

Mit 4.301 Metern gehört die moderne Inselstrecke zu den kürzeren im Rennkalender. Der Kurs besteht zudem aus 17 Kurven. Davon werden elf rechts- und sechs linksherum befahren. Die Start-Ziel-Gerade ist mit 723 Metern auch gleichzeitig der längste Vollgasabschnitt. Wie die Lianen des angrenzenden Dschungels schlängelt sich die Strecke mit flüssigen Kurven durch die Landschaft. Deshalb zählt das Layout auch als sehr rhythmisch, flüssig und dennoch technisch anspruchsvoll. Vor allem das Infield mit der ultraschnellen Passage zwischen Kurve sechs und neun hat es in sich.

Die MotoGP-Bikes müssen dort bei einem Tempo von über 200 km/h schnell von der einen auf die andere Seite umgelegt werden. Viel Action bietet also das Layout, deutlich weniger dagegen das Höhenprofil. Der Höhenunterschied beträgt über eine Runde lediglich drei Meter. Im Gegensatz zu den Berg-und-Tal-Bahnen wie Portimao oder dem Sachsenring fällt das Höhenprofil hier deutlich gemäßigter aus.

Die Rennstrecke der MotoGP in Indonesien noch im Bau.
Der Mandalika International Street Circuit zeichnet sich vor allem durch ein sehr flüssiges Layout aus, Foto: IMAGO / Depositphotos

Die Statistik zur MotoGP in Indonesien

Das Regenchaos zur Premiere 2022 gewann der Portugiese Miguel Oliveira auf KTM. Seither geben in Mandalika jedoch die Ducati-Piloten klar den Ton an. Mit Francesco Bagnaia (2023), Jorge Martin (2024) und Fermin Aldeguer (2025) gewann ein Pilot des italienischen Herstellers. Vor allem Fermin Aldeguer, welcher in seiner Rookie-Saison 2025 Platz zwei im Sprint und Platz eins im Hauptrennen holte, zählt auch an diesem Wochenende zu den aussichtsreichsten Siegkandidaten. Damit gibt es bei vier unterschiedlichen Rennsiegern auch noch keinen Rekordsieger.

Eine äußerst schwierige Beziehung zu Indonesien verbindet dagegen Marc Marquez. 2022 flog er auf Honda im Warm-Up zum Rennen heftig per Highsider ab und musste sofort abreisen. 2023 stürzte er sowohl im Sprint als auch im Grand Prix. Ein Jahr später erlitt er im Hauptrennen einen Motorschaden, 2025 kollidierte er mit Marco Bezzecchi in Runde eins. In diesem Jahr ist Marc Marquez auf ein gutes Rennwochenende angewiesen, will er verhindern, dass WM-Leader Jorge Martin seinen Vorsprung bei noch fünf ausstehenden Rennwochenenden vergrößern kann.

MotoGP-Rekorde in Mandalika

KategorieRekord und Fahrer
Rundenrekord: 1:30.499 (Fermin Aldeguer 2025)
Quali-Rekord: 1:28.832 (Marco Bezzecchi 2025)
Top-Speed: 321,4 km/h (Joan Mir 2025)
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