"Ich fühle mich wieder wie ein Werksfahrer", hatte Francesco Bagnaia noch am Freitagabend in Katar zufrieden festgestellt. Er hatte nach einer zuletzt hartnäckigen Krise die ersten beiden MotoGP-Trainings in Lusail auf den Rängen sechs beziehungsweise vier beendet und auch im Qualifying am Samstagmorgen einen guten fünften Startplatz geholt. Im Sprint wenige Stunden später präsentierte sich Bagnaia angriffslustig, duellierte sich in der Anfangsphase mit Teamkollege Marc Marquez um Platz zwei.

Fermin Aldeguer kracht in Francesco Bagnaia

Nach nur 16 Kurven war der Sprint für Bagnaia dann aber auch schon vorbei. Er wurde am Ende von Runde eins von Fermin Aldeguer abgeräumt. Der Gresini-Pilot, der in Katar sein Comeback nach einer Handfraktur gibt, hatte sich in der Zielkurve völlig verbremst und krachte ins Heck von Bagnaias Ducati. Der wurde im hohen Bogen abgeworfen und schlug hart auf dem Asphalt auf.

Bagnaia blieb angeschlagen im Kies liegen und konnte die Unfallstelle nicht selbstständig verlassen. Der Sprint wurde daher mit Roter Flagge abgebrochen, um eine sichere Bergung des Italieners zu ermöglichen. Bagnaia wurde auf die Trage verladen und sofort ins Medical Center gebracht. Von dort aus erreichte uns wenig später die ernüchternde erste Diagnose.

Francesco Bagnaia erleidet zwei Frakturen im Fuß

"Die ersten medizinischen Untersuchungen, die bei Francesco Bagnaia im Medical Center des Lusail International Circuit durchgeführt wurden, haben zwei Knochenbrüche in seinem rechten Fuß ergeben. Betroffen sind der vierte und fünfte Mittelfußknochen", erklärt MotoGP-Arzt Dr. Angel Charte. "Der Fahrer wird noch heute Abend in ein Krankenhaus in Doha gebracht, wo weitere Untersuchungen klären sollen, ob die Brüche operiert werden müssen." Bagnaia wird auf jeden Fall am Sonntag nicht am Katar-Grand-Prix teilnehmen, womit nach dem Yamaha-Boykott und den gesundheitsbedingten Ausfällen von Alex Marquez sowie Joan Mir vor dem Wochenende nur 15 Stammfahrer am Start stehen.

Fermin Aldeguer wurde noch vor dem Restart für die von ihm verschuldete Kollision mit einer doppelten Longlap-Penalty belegt, die er im Sprint absitzen musste. Er blieb als Elfter ohne Punkte und gab sich anschließend reumütig: "Ich muss mich bei Pecco und dem ganzen Ducati-Team entschuldigen. Als Rennfahrer will man nie einen Gegner verletzen. Ich weiß, dass ich körperliche Einschränkungen habe, aber wenn ich eine Möglichkeit sehe, muss ich sie auch zu meinem Vorteil nutzen. Pedro (Acosta, Anm.) ist schlecht aus Kurve 15 herausgekommen und so hatte ich die Chance, ihn zu überholen. Ich bin dann aber mit hoher Geschwindigkeit auf der schmutzigen Innenbahn angekommen und hatte Probleme, mein Motorrad abzubremsen." So kreuzte Aldeguer die Linie von Bagnaia, der bereits in die Zielkurve eingebogen war. "Es war keine extrem harte Berührung, aber ich habe ihn am Hinterrad getroffen und er ist gestürzt. Es ist glimpflicher ausgegangen, als es hätte ausgehen können. Das ist das Wichtigste."

Auch Bagnaias Ducati-Teamkollege Marc Marquez war im Sprint eine Kollision verwickelt. Für ihn ging diese aber glücklicher aus. Während Unfallgegner Marco Bezzecchi stürzte, konnte Marquez anschließend zum Sieg fahren. Die Sichtweisen der beiden Fahrer zum Crash lest ihr hier: