Bestzeit in beiden Trainings, Pole Position, Sieg: Für Thomas Preining hätte das DTM-Rennwochenende in Oschersleben bislang nicht besser laufen können. Der Österreicher fuhr nach den Querelen zuletzt am Norisring kontrolliert zum zweiten Saisonsieg sowie dem zehnten seiner DTM-Karriere.
Im Fahrerlager glaubt man, dass Preining trotz möglicher BoP-Anpassungen über Nacht und mit den 20 Kilo Erfolgsballast an Bord auch am Sonntag noch einmal abräumen könnte. Ein Doppelsieg war zuletzt Nicki Thiim vor drei Wochen auf dem Norisring gelungen. "Unser Auto ist seit der ersten Runde phänomenal", jubelte Preining. "Wir mussten es kaum anfassen. Ich bin sehr zuversichtlich und hoffe, dass wir so weitermachen können."
Nur Thomas Preining schöpft das Porsche-Potenzial aus
Was bei der dominanten Preining-Vorstellung auffiel: Nur der Ex-Champion konnte das große Potenzial des Porsche 911 GT3 R Evo in Oschersleben bisher ausschöpfen. Sein Manthey-Teamkollege Ricardo Feller kam hingegen im Qualifying nicht über den elften Startplatz hinaus und belegte im Rennen Rang zehn. Bastian Buus im Land-Porsche musste sich im Qualifying mit P14 begnügen und landete im Rennen als Letzter auf der gleichen Position. Feller und Buus kassierten obendrein Penalty-Lap-Strafen wegen Speeding in der Boxengasse bzw. einem Verstoß gegen die Boxenstopp-Regularien.
Laut Manthey-Rennleiter Patrick Arkenau, gleichzeitig Preinings Renningenieur, habe der 28-Jährige selbst am Samstag den Unterschied ausgemacht. "Wenn man sieht, wo die anderen beiden Porsche stehen, zeigt das, dass wir nicht locker vorne rumfahren, sondern, dass Thomas einfach herausragend abgeliefert hat. Vor allem im Qualifying hat er den Unterschied gemacht."
Preining lieferte bei der Zeitenjagd am Samstagmorgen tatsächlich ab und schenkte Teamkollege Feller sowie Land-Pilot Buus jeweils mehr als vier Zehntelsekunden ein. Warum es beim Schweizer Neuzugang Feller nicht lief? "Ricardo hatte im Qualifying einen kleinen Fehler drin und geriet bei seiner nächsten schnellen Runde in den Verkehr", erklärte Arkenau. "In der dritten Runde ist der Reifen-Peak schon nicht mehr da. Und wenn du die Performance bei diesen engen Abständen nicht zu 100 Prozent auf den Punkt bringst, stehst du hinten."
Preining: "Oschersleben ist eine meiner Lieblingsstrecken"
Nur Preining gelang es, die Stärken des Porsche auf dem Kurs in Oschersleben mit seinen vielen langsamen Kurven voll auszuspielen. 2023 hatte er bereits seine erste DTM-Pole in der Magdeburger Börde erobert. Preining: "Oschersleben ist eine meiner Lieblingsstrecken. Ich habe kaum irgendwo mehr Runden in Rennautos gedreht. Die Strecke spielt uns in die Karten und das haben wir heute bewiesen."
Preining sagte, dass er bis zu den letzten Runden Vollgas habe fahren müssen, um seine Verfolger Maro Engel (Winward-Mercedes) und Luca Engstler (Abt-Lamborghini) in Schach zu halten. Der Drittplatzierte Engel dazu: "Ich habe versucht, Thomas zu folgen. Er hat aber seine Reifen gemanagt und am Ende des Stints konnte ich ihm nicht mehr folgen. Heute hatte ich keine Chance, an ihm vorbeizukommen. Er war bisher ziemlich dominant unterwegs."
Land-Porsche: Wenig Erfahrung - viel Speed
Nicht nur Preining, sondern auch die Manthey-Truppe fühlt sich pudelwohl in Oschersleben: Das Team erzielte seit 2023 zwei Pole Positions, zwei Siege und insgesamt vier Podien. Diese Erfahrungswerte kann Land-Motorsport, das seine erste DTM-Saison mit Porsche bestreitet, noch nicht aufweisen. "Uns war schon nach dem Wechsel vom Audi zum Porsche klar, dass es für uns ein Lehrjahr wird und wir viel Erfahrung benötigen, um beispielsweise den Rückstand zum Manthey-Team zu reduzieren", sagte Teamchef Christian Land zu Motorsport-Magazin.com.
Und weiter: "Für das Event hier in Oschersleben kam für uns erschwerend hinzu, dass wir hier zuvor nicht getestet haben und Basti (Buus) letztmalig 2021 im Porsche Carrera Cup hier gefahren ist. Zudem hatten wir im ersten Training einen Lenkungsdefekt, der uns weitere wichtige Streckenzeit gekostet hat." Der Rückstand des jungen Dänen zum erfahrenen Preining sei deshalb "im erwarteten Bereich" gewesen, meinte Land.
Zwar holte nur Preining die dicken Punkte, doch auch bei Buus und Land-Motorsport war zu sehen, wie schnell der Porsche in Oschersleben sein kann: Der 23-Jährige fuhr im zweiten Stint auf frischen Reifen die schnellste Rennrunde (1:23,643 Minuten) und war dabei 0,153 Sekunden schneller als der beste Nicht-Porsche in Form von Lambo-Pilot Luca Engstler.
Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy:

diese DTM Nachricht