Luca Engstler (Abt-Lamborghini) hat sich mit dem Podestplatz in Oschersleben nicht nur selbst beschenkt, sondern auch seinem Vater Franz ein schönes Präsent zum Geburtstag bereitet. Der Tourenwagen-Recke dürfte sich an seinem 65. Geburtstag ganz besonders über das erste Saison-Podium des Juniors gefreut haben.

Für Abt-Lamborghini war es zwar bereits das zweite Podest in der DTM-Saison 2026, aber das erste aus der eigenen Performance heraus. Zuvor schwang bei Marco Mapellis zweitem Platz am Lausitzring eine gehörige Portion Glück mit. Nicht so in Oschersleben, wo sich Engstler dank einer starken Performance im Qualifying mit Startplatz zwei aussichtsreich in Stellung gebracht hatte.

Luca Engstler: "Wir machen gute Fortschritte"

"Bei der Entwicklung eines neuen Autos läuft es im ersten Jahr normalerweise nicht so ideal", sagte Engstler mit Blick auf den brandneuen Lamborghini Temerario GT3. "Aber wir machen gute Fortschritte und fühlen uns immer wohler. Das Auto kann in den Kurven also nicht so schlecht sein."

Nachdem Abt Sportsline und GRT in Folge des schwachen Temerario-Debüts am Red Bull Ring schon ein Horror-Szenario drohte, haben sich die beiden Teams inzwischen gefangen. Auf Seiten von GRT sammelte Einzelkämpfer Mirko Bortolotti mit Platz fünf - wie schon am Lausitzring - ebenfalls gute Punkte.

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Prost! Luca Engstler lässt es in Oschersleben ordentlich krachen, Foto: IMAGO/Gruppe C Photography

Lamborghini profitiert von DTM-Zusatzhomologation

Dazu sei angemerkt: Der ADAC hat Lamborghini seit Zandvoort unter die Arme gegriffen und lässt den Temerario mit einem steileren Heckflügel fahren, dessen Anstellwinkel außerhalb der FIA-Homologation liegt. Das ist mittels einer DTM-Zusatzhomologation möglich, wenngleich nicht alle Konkurrenten davon begeistert sind. Tatsache ist aber auch, dass andere Teams respektive Hersteller mit ihren Autos in der Vergangenheit ebenfalls von dieser Zusatz-Homologation profitierten.

Durch den zusätzlichen Abtrieb auf der Hinterachse fällt die problembehaftete Aerodynamik des Temerario nicht mehr ganz so stark ins Gewicht. Auf Strecken wie Zandvoort, dem Lausitzring oder aktuell in Oschersleben fährt der Huracan-Nachfolger sogar konkurrenzfähig mit.

Welche Strecken dem Lamborghini Temerario liegen

"Wir haben gesehen, dass uns Zandvoort und Lausitzring besser liegen als der Norisring", sagte Abt-Teamchef Thomas Biermaier zu Motorsport-Magazin.com. "Auch für unser Konzept, das wir jetzt erarbeitet haben. Und Luca hat es einfach sehr gut umgesetzt, muss ich wirklich sagen. Hier ist natürlich das Qualifying entscheidend und da hat er eine Mega-Runde hingezaubert."

Die Abt-Mannschaft habe inzwischen ein gutes Setup für mittelschnelle Kurven - davon gibt es reichlich in Oschersleben - gefunden. "Das ist ein bisschen anders als am Norisring, wo es starke Bremspunkte und eine Haarnadelkurve gibt", so Biermaier. "Ich glaube, dass wir uns hier ganz wohlfühlen." Die Bremse soll eine weitere Schwachstelle des Temerario sein, wie wir aus unterschiedlichen Kreisen erfahren haben.

Abt: Vom katastrophalen Setup-Versuch bis aufs Podest

Dass es für die Äbte noch viel zu lernen gibt mit dem neuen Temerario, zeigte die Herangehensweise in Oschersleben. Im 1. Training am Freitag habe das Team bei Engstlers Auto eine andere Setup-Variante ausprobiert, die aber "katastrophal" gewesen sei und nicht geklappt habe, wie Biermaier erklärte: "Wir wollten etwas versuchen, es hat aber nicht funktioniert. Dann sind wir auf unsere Baseline zurückgegangen und da fühlen wir uns momentan am wohlsten."

Lambo-Werksfahrer Engstler meinte: "Nach dem Red Bull Ring hatten wir 200 Punkte auf der Liste. Die haben wir Schritt für Schritt abgearbeitet, statt in Panik zu geraten. Du musst cool bleiben und darfst nicht erwarten, sofort die Porsche oder Mercedes zu schlagen, die seit Jahren mit ihren Autos fahren."

Dass Engstler und Teamkollege Marco Mapelli, der am Samstag vorzeitig ausfiel, nun in jedem Rennen ums Podium kämpfen können, erwartete Biermaier trotz der zwei Podestplätze im laufenden Jahr nicht: "Wir haben ein paar ganz gute Resultate, tun uns aber immer noch schwer. Wir müssen weiterentwickeln, aber da sind wir auf einem ganz guten Weg."

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