Großer Wirbel rund um Nicki Thiim und das Aston-Martin-Team Comtoyou nach dem Sonntags-Qualifying der DTM in Oschersleben! Dass der dänische Titelanwärter auf dem vorletzten Platz landete, war weniger auf Performance-Gründe, sondern viel mehr auf einen administrativen Fehler als Ursache zurückzuführen.
Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com wurden seitens dem Reifenlieferanten Pirelli die falschen Reifen auf die Felgen des beiden Aston Martin Vantage GT3 Evo aufgezogen: Auf der linken Fahrzeugseite wurden die beiden Vorderreifen und auf der rechten Seite die beiden Hinterreifen montiert. Eine Rückmeldung von Pirelli zu dieser Causa haben wir auf Anfrage bis zum Rennstart noch nicht erhalten.
"Wenn du so ein Wochenende hast, dann geht alles schief", sagte Thiim bei ProSieben. "Ich war schon im Limiter beim Rausfahren. Ich dachte, es sei ein Reifenschaden. Ich bin rausgefahren und habe Vollgas gegeben, wusste aber, dass etwas nicht stimmt. So ein Fehler darf nicht passieren auf diesem Level. Das hat großen Einfluss auf unsere Meisterschaft."
Comtoyou-DTM-Projektleiter Mario Schuhbauer bei ProSieben: "Das Problem ist, dass sich die Reifen in der Höhe unterscheiden. Wenn du die Reifen von hinten auf der Vorderachse hast, funktioniert das Auto nicht mehr. Du hast andere Drehzahlen, das Auto steht schief und das ABS-System funktioniert nicht mehr. Das Differenzial wird zu heiß. Nicki hat das mit den Problemen gut gemacht. Eigentlich musst du bei sowas aufhören."
Offen blieb zunächst die Frage, warum dem Comtoyou-Team selbst der Fehler vor dem Qualifying nicht aufgefallen ist. "Nur Pirelli die Schuld zu geben, wäre falsch", sagte ProSieben-TV-Experte und Ex-DTM-Champion Maximilian Götz. "Da muss man auch das Team in die Pflicht nehmen."
Thiim fuhr seine persönliche Bestzeit in 1:23.173 Minuten. Das bedeutete einen Rückstand von 0,773 Sekunden zu Polesetter Thomas Preining. Thiim rückte in der Startaufstellung wegen einer Strafe für Ben Dörr vom 19. auf den 18. Startplatz nach vorne. Nicolas Baert im zweiten Aston Martin landete mit 0,897 Sekunden Abstand an letzter Stelle. Mehr als sieben Zehntelsekunden im Feld der 20 Autos hatte ansonsten nur Marco Mapelli mit seinem Abt-Lamborghini. Teamkollege Luca Engstler belegte Startplatz zwei.
Der nächste Rückschlag für Thiim, nachdem er als Tabellenführer nach Oschersleben gereist war. Am Samstag landete er bereits nur auf dem 18. Platz im Qualifying, was auf mangelnde Performance zurückzuführen war. Im Rennen 'rettete' sich der Aston-Martin-Werksfahrer auf den zwölften Platz und nahm zumindest ein paar Punkte für den Kampf um die Meisterschaft mit. Die Gesamtführung verlor Thiim dennoch an den neuen Spitzenreiter Maro Engel (Winward-Mercedes).
Thiim hatte sich nach dem Samstags-Quali über die öffentlich geäußerte BoP-Kritik von Thomas Preining und Marco Wittmann zuletzt am Norisring echauffiert. "Lustig, was alles geschrieben wird mit der BoP", sagte Thiim frustriert am ProSieben-Mikro. "All die Artikel mit Mister Wittmann und Preining, 'wir hören auf' und so weiter. Vielleicht sollte ich das auch tun, aufhören, dann krieg ich auch 15 Kilo raus und mehr Power."
Am Samstagabend wurde die Balance of Performance noch einmal angepasst. Die Aston Martin Vantage, BMW und Ferrari erhielten etwas mehr Ladedruck, während der Restriktor des Ford Mustang um einen Millimeter vergrößert wurde. Die Pole Position ging wie am Vortag an Manthey-Porsche-Fahrer und Samstags-Rennsieger Thomas Preining.



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