Das DTM-Wochenende auf dem Nürburgring beginnt nicht nur für GRT mit schlechten Nachrichten. Nach der vorläufigen Disqualifikation von Oschersleben-Sieger Mirko Bortolotti wurde am Donnerstagabend auch HRT sanktioniert - und der Grund könnte kaum skurriler sein. Wegen eines Tests mit Frank Stippler müssen Arjun Maini als auch Finn Wiebelhaus am Wochenende büßen.
Der Entscheidung der Rennleitung liegt ein Test von HRT-Ford auf dem Nürburgring am 3. August zugrunde. In Vorbereitung auf das sechste Rennwochenende im DTM-Kalender 2026 war die in Drees nur wenige Kilometer vom Ring beheimatete Mannschaft mit ihrem Ford Mustang GT3 testen und setzte dabei einen gemäß Reglement nicht erlaubten Fahrer ein.
HRT verstößt doppelt gegen DTM-Testreglement
"Der Test wurde gemäß den Testvorschriften als Test ohne DTM-Fahrer und ohne Fahrer mit einer Platin-Lizenz beantragt. Dennoch wurde der Test von Frank Stippler durchgeführt, der im Besitz einer Platin-Lizenz ist. Der Test wäre in der durchgeführten Form nicht genehmigungsfähig gewesen und wurde auch nicht vom Sportausschuss genehmigt", heißt es im Urtel der DTM-Stewards.
Der Test mit einem Platin-Fahrer auf den in der DTM verwendeten Pirelli-Reifen verstößt gegen Artikel 3.c. und 4.c. des DTM-Testreglements. Darüber hinaus wird HRT ein zweites Vergehen angelastet, denn das Team meldete den Testtag nicht innerhalb der im Reglement vorgeschriebenen Vorlaufzeit von drei Tagen bei den Offiziellen an.
Die verpasste Frist wurde als administratives Versäumnis gewertet, für den Test mit Frank Stippler jedoch wurden harte sportliche Strafen gegen beide Fahrer ausgesprochen. Sowohl Arjun Maini als auch Finn Wiebelhaus müssen im ersten Rennen auf dem Nürburgring eine kostspielige Durchfahrtstrafe antreten.
Auf Social Media bedauerte das Team den Formfehler zulasten seiner Piloten: "HRT erhält eine Strafe für das Samstagsrennen wegen eines operativen Fehlers durch das Team. Wir bedauern das zutiefst und hatten dadurch keinen Vorteil. Beide Ford Mustang GT3 müssen deshalb Durchfahrtstrafen absolvieren. Das ist besonders unglücklich für unsere beiden Fahrer, die keine Rolle bei dieser Entscheidung spielten und komplett schuldlos sind."
Ferner beteuerte HRT-Geschäftsführer Ulrich Fritz, dass der Test keineswegs einen Wettbewerbsvorteil gebracht hätte. Weder sei das Team auf den DTM-Reifen gefahren, noch war man auf dem in der DTM genutzten Sprint-Layout des Nürburgrings unterwegs: "Bei den vorliegenden Fakten hätte aus meiner Sicht - wie auch in der Vergangenheit bei einem ähnlichen Vergehen praktiziert - eine Geldstrafe ausgereicht. Auch das Streichen eines Freien Trainings der DTM am Freitag wäre aus unserer Sicht noch vertretbar gewesen."
Geldstrafe für Test auf dem Hockenheimring
Angesichts dieser Hiobsbotschaft war die dritte Sanktion gegen HRT am Donnerstagabend fast zu vernachlässigen. Zu den sportlichen Strafen gesellte sich auch eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro, die allerdings nicht mit dem Test auf dem Nürburgring zusammenhängt. Am 6. August hielt das Team mit Arjun Maini einen Testtag auf dem Hockenheimring ab und meldete auch diesen nicht fristgemäß drei Tage im Vorlauf. In diesem Fall blieb es aber bei der Geldbuße.
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