Wer die Formel 1 zu seinem Beruf macht, dem ist die Gefahr im Motorsport bewusst. Mit dem HALO wurde in den 2010er-Jahren eine essenziell wichtige Sicherheitsmaßnahme eingeführt, die schon so manchen Piloten das Leben gerettet hat. Doch keine Verbesserung wird je verhindern können, dass es zu Unfällen kommt. Das hat auch Red-Bull-Pilot und Vierfachchampion Max Verstappen mit seinem Crash in der ersten Runde des Grand Prix der Niederlande bewiesen. Was jedoch zum Großteil gemindert werden konnte, ist das Ausmaß der Verletzungen bei einem Crash. Motorsport-Magazin.com beleuchtet die zehn heftigsten Unfälle der Formel 1 seit den frühen 2000er-Jahren.
Platz 10: Abflug für Mark Webber in Valencia 2010
Valencia galt aufgrund der wenigen Überholmöglichkeiten als eine der langweiligsten Strecken im damaligen Formel-1-Kalender. An Mark Webbers Überholversuch beim Europa Grand Prix war aber rein gar nichts langweilig.
Nach einem frühen Boxenstopp kämpfte sich Webber durchs Feld und traf in Runde 14 auf Heikki Kovalainen im Lotus. Webber wollte auf der Hauptgeraden überholen, schätzte aber den Bremspunkt des Finnen falsch ein, krachte in sein Heck und hob mit etwa 306 km/h ab. Sein RB6 überschlug sich mehrfach, bevor er mit etwa 12G im Reifenstapel einschlug. Webber blieb unverletzt - im Gegensatz zu seinem Auto.

Platz 9: Mick Schumacher teilt sein Auto in Saudi-Arabien 2022 entzwei
Mick Schumacher erlebte 2022 in Saudi-Arabien ein Horror-Qualifying. Auf einer schnellen Runde fuhr Schumacher zu stark über den Kerb in Kurve 10 und verlor die Kontrolle über seinen Haas. Daraufhin schlug er mit 33G in die Streckenbegrenzung ein. Sein Auto wurde dabei in zwei Teile zerrissen.
Wegen seines ausgefallenen Funksystems herrschte zunächst Ungewissheit über seinen Gesundheitszustand. Als er jedoch selbst aus seinem Auto aussteigen konnte, war klar, dass es ihm gut geht.


Platz 8: Fernando Alonso sorgt für Schock im Auftaktrennen 2016
Fernando Alonso sorgte zum Saisonauftakt in Melbourne 2016 direkt für den Schreckmoment des Jahres. In Runde 17 wollte er an Haas-Pilot Esteban Gutierrez in Kurve drei vorbei, touchierte jedoch das Hinterrad seines Gegners und hob nach einem Kontakt mit der Streckenbegrenzung ab.
Wieder am Boden angekommen, ging es für Alonso in seinem McLaren-Honda bis zur Reifenbarriere, wo er kopfüber in seinem Boliden zum Halt kam. Beim seitlichen Aufprall wurde eine laterale Verzögerung von bis zu 45 G gemessen. Es grenzt an ein Wunder, dass Alonso bei diesem Unfall - ohne Halo - unverletzt blieb und selbst aus dem Auto aussteigen konnte.


Platz 7: Halo rettet Zhou Guanyu in Silverstone 2022
Der Großbritannien GP 2022 fand für Zhou Guanyu schon in der ersten Kurve ein abruptes Ende. Beim Start wurde Zhou nach einer Kollision zwischen George Russell und Pierre Gasly am Hinterrad getroffen - sein Auto auf links gedreht.
Er überschlug sich in seinem Alfa Romeo mehrfach, rutschte kopfüber durch das Kiesbett und blieb zwischen Fangzaun und Reifenstapel hängen. Sein Überrollbügel brach unter der Last von 210 kN - das Halo verhinderte jedoch Schlimmeres. Zhou blieb unverletzt.


Platz 6: Max Verstappen landet nach Hamilton-Kollision im Reifenstapel
Ein Jahr zuvor ereignete sich ebenfalls ein heftiger Unfall in Silverstone. 2021 kollidierten Max Verstappen und Lewis Hamilton in der schnellen Copse-Kurve. Der Brite erwischte Verstappen mit seinem linken Vorderrad am rechten Hinterrad und drehte ihn mit fast 300 km/h ins Kiesbett. Dort schlug er mit 55G in den Reifenstapel ein.
Der Red-Bull-Pilot wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Er blieb aber unverletzt und meldete sich wenig später per Social Media bei seinen Fans.
Platz 5: Heim-Schock für Gabriel Bortoleto
Gabriel Bortoleto hätte sich sein Debüt vor heimischem Publikum sicher anders vorgestellt. Im Sprint von São Paulo 2025 verlor er mit geöffnetem DRS auf feuchter Strecke die Kontrolle über seinen Sauber. Nach seinem Einschlag in die Boxengassenmauer rutschte er in der ersten Kurve quer über die Strecke und prallte in mit 57G in die gegenüberliegenden Streckenbegrenzung ein.
Bortoleto blieb dabei zum Glück unverletzt. Von seinem Boliden kann man das nicht behaupten.


Platz 4: Robert Kubica trotzt in Montreal 2007 dem Schicksal
Robert Kubica entging nicht nur einmal dem Schicksal. Das erste Mal aber 2007 in Montreal. Beim Kanada GP kam er nach einem Überholversuch gegen Jarno Trulli ins Gras ab und krachte vor Kurve 10 in die Wand, wo sein Auto in Trümmer zersprang. Etwa 75G wurden bei diesem Aufprall gemessen. Anschließend krachte er noch einmal auf der gegenüberliegenden Seite in die Streckenbegrenzung.
Die Rettungskräfte waren sofort zur Stelle - Kubica kurzzeitig bewusstlos. Per Helikopter wurde er ins Krankenhaus befördert. Zu seinem Glück blieb das Monocoque intakt und schützte ihn ausreichend, sodass er am Ende mit einer leichten Gehirnerschütterung und einem verstauchten Knöchel davonkam.


Platz 3: Reifenschaden mit üblem Ausgang in Indianapolis
Das Rennen in Indianapolis 2004 war geprägt von Reifenschäden. Zuerst erwischte es Fernando Alonso, eine Runde später platzte Ralf Schumacher an der schnellsten Stelle der Strecke ein Reifen. Mit einer Krafteinwirkung von 78G schlug er rückwärts in die Mauer ein und blieb in der Mitte der Strecke stehen.
Schumacher erlitt eine Gehirnerschütterung und zwei leichte Wirbelbrüche. Dadurch verpasste er den Großteil der Saison und kam erst zum drittletzten Rennen in China zurück. Ein Jahr später verunfallte er genau an dieser Stelle erneut.

Platz 2: Feuerunfall in Bahrain 2020 lässt Formel-1-Welt bangen
Kein Unfall ist den Fans wohl noch so bildlich im Kopf wie der von Romain Grosjean in Bahrain 2020. Der Haas-Pilot berührte mit seinem rechten Hinterrad das linke Vorderrad von Daniil Kvyat und schlug mit 54G in die rechte Leitplanke in Kurve 3 ein. Beim Aufprall wurde sein Bolide nicht nur in zwei Teile geteilt, sondern fing auch noch Feuer.
Wie durch ein Wunder konnte er sich selbst aus dem Wrack befreien. Sein Halo spielte dabei eine entscheidende Rolle und rettete ihm vermutlich das Leben. Grosjean kam mit starken Verbrennungen davon.


Platz 1: Der letzte tödliche Unfall der Formel 1 in Suzuka 2014
Der 5. Oktober 2014 war ein schwarzer Tag in der Geschichte der Formel 1. Der Taifun "Phanfone" lag direkt vor der Ostküste Japans und sorgte für starke Regenschauer, weshalb Jules Bianchi an derselben Stelle wie eine Runde zuvor Adrian Sutil die Kontrolle über seinen Boliden verlor. Bianchi prallte mit etwa 92G gegen den Bergungskran, der dadurch kurz angehoben wurde und Bianchis Auto teilweise unter sich begrub.
Ohne Halo kam für ihn jede Hilfe zu spät. Charles Leclercs Patenonkel erlitt schwerste Kopfverletzungen und erlag nach neunmonatigem Koma am 17. Juli 2015 im Alter von 25 Jahren seinen Verletzungen. Bis heute ist das der letzte Unfall mit tödlichen Folgen.





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