Ist Ferrari nach Lewis Hamiltons Sieg in Barcelona fähig, Mercedes regelmäßig um Rennsiege herauszufordern? In Österreich könnten Formel 1-Fans eine Antwort erhalten, denn die Scuderia reist mit ihrem ersten ADUO-Motoren-Update nach Spielberg.

Obwohl die neue Spezifikation des Antriebs bei der Konkurrenz Sorgenfalten auf der Stirn auslöst, warnt Enrico Gualtieri vor dem Österreich Grand Prix vor zu hohen Erwartungen: "Es handelt sich bei diesem Update nicht um einen großen Entwicklungsschritt, und es wird allein betrachtet das Kräfteverhältnis im Feld nicht verändern."

ADUO-Regel: Ferrari darf nachbessern

Nach dem Monaco GP erhielten die Motorenhersteller von der FIA die Ergebnisse des ersten ADUO-Messzyklus. Bislang ist nur bekannt, wer Zusatz-Kapazitäten erhält und wer nicht. Nach viermal 'Yes' steht bei Red Bull Powertrains als letztem Namen in der Liste 'No‘. Damit ist klar: Red Bull besitzt den stärksten Verbrenner, während Ferrari, Audi und Honda mehr als vier Prozent und Mercedes mehr als zwei Prozent hinter dem Klassenprimus liegen. Warum Red Bull über das Ergebnis stinksauer ist, erfährst du hier:

Obwohl offiziell keine Zahlen bekannt sind, wird im Fahrerlager spekuliert, dass Ferraris Update den Rückstand von 25 PS auf 10 PS reduzieren soll. Doch in Maranello bleibt man bewusst auf dem Boden der Tatsachen und vermeidet vollmundige Ankündigungen. Denn gerade unter den aktuellen Homologations- und Entwicklungsbeschränkungen sei es unrealistisch zu erwarten, dass ein einzelnes Update auf Motorenseite das Gesamtbild grundlegend verändert.

Danner über Motorenregeln: Es ist zu wenig meiner Ansicht nach (05:16 Min.)

Ferrari: Fokus auf konsequente Weiterentwicklung

"Leistung entsteht Schritt für Schritt, nicht nur durch Hardware-Updates, sondern auch durch die Fähigkeit, das Gesamtpaket von Rennen zu Rennen immer besser zu optimieren", betont Gualtieri. Im Kampf um Siege gehe es um Tausendstelsekunden, den Titel gewinne man jedoch durch konsequente Weiterentwicklung. "In dieser Phase geht es darum, schnell auf das zu reagieren, was wir bei jedem Rennen lernen, diese Erkenntnisse unmittelbar in die Entwicklung einfließen zu lassen und Verbesserungen effizient umzusetzen", sagt Gualtieri.

Bislang hätten andere Teams in diesem Punkt einen besseren Job gemacht. Doch das spornt alle in Maranello an, noch härter zu arbeiten, wie der 51-Jährige verriet: "Wir erkennen voll an, dass einige unserer Wettbewerber bislang bessere Arbeit geleistet haben. Das gehört zu den Herausforderungen der Formel 1. Aber ich kann sagen, dass alle im Team hart arbeiten und wir überzeugt sind, unsere Ziele erreichen zu können."

Die Konkurrenz schläft nicht. McLaren hat für das erste Freie Training in Österreich ein Update am Auto. Mehr dazu hier: