Ein Mercedes startet am Sonntag bei der Formel 1 in Spielberg von der Pole Position. Allerdings nicht jener von WM-Leader Andrea Kimi Antonelli, der bis zu seinem Defekt vor zwei Wochen in Spanien von einem Erfolg zum nächsten eilte. Während sich George Russell den ersten Startplatz sicherte, reichte es bei Antonelli sogar nur für Startposition 4.
Der Italiener hatte nämlich auf seiner letzten Runde im Qualifying genau das getan, was Russell wohlwissend verweigert hatte, nämlich seinen Umlauf nach dem Unfall von Max Verstappen abgebrochen. Ein Missgeschick, wie Antonelli unumwunden zugibt. "Ich brach die Runde ab und das war es dann. Es war mein Fehler in der Ausführung", sagte Antonelli nach dem Qualifying.
Kein Doppel-Gelb: Antonelli gibt trotzdem Runde auf
Antonelli hatte im Eifer des Gefechts die Situation falsch gelesen und schlicht und ergreifend die einfachen gelben Flaggen für ein Double-Yellow gehalten. Wie es dazu gekommen war, erklärte er folgendermaßen: "Ich hörte am Funk: 'Gelb, gelb!' und ich weiß nicht was, aber ich habe etwas falsch gesehen."
Antonelli war der erste Fahrer gewesen, der an der Unfallstelle von Max Verstappen vorbeikam. Nur wenige Momente, bevor er die Stelle passierte, leuchtete die Signaltafel erstmals Gelb auf. "Das Paneel zeigte Gelb an, aber natürlich weiß man nicht, ob es ein einfaches oder ein doppeltes Gelb ist. Dann habe ich zum Marshal geschaut und da war es schwierig zu sehen", beschrieb der Mercedes-Pilot die Situation.
Die Marshals zeigten tatsächlich noch gar keine Flaggen, da sich der Unfall von Verstappen erst Sekunden zuvor ereignet hatte. Dennoch glaubte Antonelli offenbar eine doppelte gelbe Flagge ausgemacht zu haben. Wie es dazu kam, scheint er sich selbst nicht erklären zu können, möglicherweise seien die Lichtverhältnisse die Ursache gewesen.
Ein kleiner Trost ist jedoch, dass es ohnehin nicht für die Pole Position gereicht hätte. Denn vor den letzten beiden Kurven hatte er schon eineinhalb Zehntelsekunden Rückstand auf George Russell. Auf den verbleibenden 600 Metern und zwei Kurven bis zur Ziellinie wäre das wohl kaum aufzuholen gewesen.
"Es wäre die erste Startreihe geworden, aber immer noch nicht genug für die Pole", wusste der WM-Führende. Für den Rennsonntag ist die Messe jedoch längst noch nicht gelesen. Denn in der Hitze von Spielberg rechnet die Formel 1 erneut mit einem hohen Reifenverschleiß. In Spanien glänzte Antonelli unter diesen Bedingungen und war im Renntrimm seinem sowohl damals als auch morgen von Pole startenden Teamkollegen meilenweit überlegen.



diese Formel 1 Nachricht