Schon länger spricht das Team davon, jetzt ist es endlich so weit: McLaren bringt den ersten Teil des heiß ersehnten Upgrade-Pakets an den MCL40. Beim Formel-1-Wochenende in Ungarn bekommt der Konstrukteursweltmeister einen neuen Unterboden sowie weitere aerodynamische Teile, darunter auch den mit Spannung erwarteten, überarbeiteten Heckflügel nach Ferraris 'Macarena'-Konzept.
Der soll aber noch nicht fix montiert werden, sondern lediglich im ersten Freien Training getestet werden. Für den Renneinsatz ist das experimentelle Teil weder in Ungarn noch für das erste Rennen nach der Sommerpause in Zandvoort eingeplant. Damit könnte er frühestens Anfang September in Monza für länger zum Einsatz kommen. Der invertierte Flügel kommt mit Verspätung: Der FP1-Test hätte eigentlich schon in Österreich stattfinden sollen, aber er wurde nach nicht bestandenen Funktionstests in der Garage wieder abgebaut. In Spa wollte man einen neuen Anlauf wagen, entschied sich dann aber für einen Low-Downforce-Flügel.
McLaren nennt die Ungarn-Updates "wertvoll" und spricht von einem "Meilenstein auf dem Entwicklungsweg des Autos". Dieser Teil des Pakets und der zweite, der nach der Sommerpause in den Niederlanden am MCL40 verbaut werden soll, sollen die Performance speziell auf High-Downforce-Strecken wie dem Hungaroring und dem Circuit Zandvoort verbessern. "Das Team weiß, dass die kommenden Rennen damit nicht die optimalen Bedingungen für den MCL40 sind. Aber auch wenn wir nicht alles auf einmal lösen können, blicken wir mit Optimismus auf die weiteren Updates, die in der zweiten Hälfte der Saison kommen werden", so McLaren.
Oscar Piastri bei Flügel-Test auf Ersatzbank geschickt
Oscar Piastri wird aber nicht in den Genuss kommen, die Papaya-Version des Macarena-Flügels auszutesten. Er muss seinen Boliden im ersten Freien Training nämlich in die fähigen Hände von Leonardo Fornaroli übergeben. Der amtierende Formel-2-Champion und McLaren-Reservefahrer wird nach seinem Trainingseinsatz in Barcelona anstelle von Lando Norris seinen zweiten Einsatz in einem Formel-1-Auto absolvieren.
"Es ist eine fantastische Möglichkeit, meine Entwicklung mit dem MCL40 fortzusetzen und auf der wertvollen Arbeit, die wir in Barcelona gemacht haben, aufzubauen. Jede Session ist eine Chance, zu lernen, Selbstvertrauen zu gewinnen und dem Team bei der Weiterentwicklung am Wochenende zu helfen. Ich habe mich in den letzten Wochen am Simulator in Woking sehr gut auf diese Session vorbereitet und freue mich, am Freitag auf der Strecke zu sein", meinte Fornaroli und bedankte sich beim Team für die Möglichkeit.
Die Trainingssessions auf dem Hungaroring werden wegweisend für McLaren. Der Konstrukteursweltmeister gehört zwar zu den Teams mit den meisten Updates in dieser Saison, doch das spiegelt sich nicht in den Ergebnissen wider. Die Papaya-Truppe brauchte lange, um den richtigen Entwicklungsweg zu finden. Obendrauf waren sie 2025 bis zum Ende im Titelkampf und konnten sich nicht auf die jetzige Saison konzentrieren. Teamchef Andrea Stella schätzte, dass sie im Entwicklungsrennen deshalb zwei bis drei Monate hinterherhinken. Ob die Ungarn-Updates funktionieren oder nicht, könnte über McLarens Saison entscheiden.
FP1 in Ungarn: Rookie-Fahrer auch bei Mercedes, Alpine & Haas
Nicht nur Piastri muss das erste Freie Training vom Kommandostand verfolgen, auch Franco Colapinto wird die Session aussetzen. In seinem Cockpit nimmt Paul Aron Platz. Der talentierte F2-Dritte von 2024 hat schon reichlich Formel-1-Erfahrung: In diesem Jahr wurde er bereits in Barcelona und Österreich an Audi ausgeborgt, 2025 übernahm er zwei Trainings für Sauber und drei für Alpine.
Oliver Bearman übergibt seinen Haas-Boliden an den erfahrenen WEC-Piloten Ryō Hirakawa. Der Toyota-Pilot fuhr bereits letztes Jahr alle verpflichtenden Rookie-Einsätze für den US-Rennstall, in Österreich war er im VF-26 von Esteban Ocon unterwegs. Zur Erinnerung: Jedes Team muss beide Autos jeweils zweimal pro Saison in einem Freien Training an einen Rennfahrer mit weniger als drei GP-Starts übergeben, um junge Talente im Rennsport zu fördern.
Die meisten Teams nutzen dafür einen Fahrer aus ihrem Nachwuchs-Kader – oder im Fall von Hirakawa aus dem Kader des Titelsponsors Toyota. Auch bei Mercedes muss einer der beiden Stammfahrer FP1 in Budapest auslassen: Fred Vesti wird einen W17 des aktuellen Spitzenreiter-Teams übernehmen. Es ist sein sechster FP1-Auftritt, in Barcelona saß er im Cockpit von Kimi Antonelli. Daher läge es nahe, dass er auf dem Hungaroring im Auto von George Russell sitzt. Das Team bestätigte aber noch nicht, welches Auto er übernehmen wird.
Alle bislang abgeleisteten/bestätigten Rookie-Trainings von 2026
| Team | Fahrer | FP1 (ersetzt) |
|---|---|---|
| McLaren | Leonardo Fornaroli | Barcelona (Norris) |
| Leonardo Fornaroli | Ungarn (Piastri) | |
| Mercedes | Fred Vesti | Barcelona (Antonelli) |
| Fred Vesti | Ungarn (unbekannt) | |
| Red Bull | Ayumu Iwasa | Barcelona (Hadjar) |
| Ferrari | Dino Beganovic | Barcelona (Hamilton) |
| Dino Beganovic | Österreich (Leclerc) | |
| Williams | Luke Browning | Barcelona (Albon) |
| Luke Browning | Österreich (Sainz) | |
| Racing Bulls | Ayumu Iwasa | Österreich (Lawson) |
| Arvid Lindblad | Australien (selbst Rookie) | |
| Arvid Lindblad | China (selbst Rookie) | |
| Aston Martin | Jak Crawford | Japan (Alonso) |
| Jak Crawford | Österreich (Stroll) | |
| Jak Crawford | Belgien (Alonso) | |
| Haas | Ryō Hirakawa | Österreich (Ocon) |
| Ryō Hirakawa | Ungarn (Bearman) | |
| Audi | Paul Aron | Barcelona (Hülkenberg) |
| Paul Aron | Österreich (Bortoleto) | |
| Alpine | Paul Aron | Ungarn (Colapinto) |
| Cadillac | Colton Herta | Barcelona (Perez) |
| Colton Herta | TBA | |
| Colton Herta | TBA | |
| Colton Herta | TBA |



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