Im Vorfeld desFormel 1-Rennens in Ungarn waren viele Augen auf Aston Martin gerichtet. Nach Monaten der Erfolgslosigkeit brachte das Team aus Silverstone endlich sein erstes groß angelegtes Upgrade an die Strecke, das alle Rekorde brach. Mit der vollkommen neuen aerodynamischen Oberfläche und einer starken Gewichtsreduktion erhofften sich die Abgehängten des bisherigen Jahres eine Rückkehr ins Mittelfeld. Das Mindestziel lautete, mitkämpfen zu können.
Am Ende des ersten Rennwochenendes mit dem neuen AMR26 lautet die Bilanz der Honda-Werksmannschaft: Rückkehr gelungen. Denn Fernando Alonso und Lance Stroll konnten in Ungarn tatsächlich die rote Pace-Laterne abgeben und ließen im Rennen beide Williams, beide Haas und Franco Colapinto hinter sich. Unabhängig davon natürlich, dass die beiden Cadillacs jeweils aufgrund von Defekten nicht die Zielflagge sahen.
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Entsprechend zufrieden waren die Teamvertreter nach dem Ende des Rennwochenendes. Und das nur sekundär aufgrund der besiegten Konkurrenten, denn als primäre Messlatte hatte Aston Martins Chief Trackside Officer Mike Krack eine nicht nach außen kommunizierte prozentuale Rundenzeit-Verbesserung herangezogen - unabhängig von den Vorstellungen der Konkurrenz.
Die Freude stammte vorwiegend daher, dass die Modifikationen an ihren Boliden exakt das gebracht hatten, was die internen Simulationen vorhergesagt hatten. "Wir haben bekommen, was wir erwartet haben. (…) Die Rennpace entsprach unseren Erwartungen", so Krack. Diese Zufriedenheit teilten auch die Fahrer. Fernando Alonso, der die Linie als 14. überfuhr, bilanzierte: "Es war ein guter Schritt vorwärts, sowohl im Qualifying als auch im Rennen." Auch er stellt fest: "Die Korrelation ist gut."
Aston Martin mit zwei Extrem-Strategien: Stroll besiegt Alonso
Der Spanier hatte auf dem Hungaroring einen extrem langen ersten Stint von 34 Runden auf dem Soft-Reifen abgespult, bei dem ihm auf den letzten Runden vor dem Boxenstopp die Reifen massiv einbrachen. Offenbar hatte das Team bei ihm unbedingt eine 1-Stopp-Strategie durchziehen wollen. Ein Plan, der sich quer durch das Feld betrachtet in Budapest nicht als die optimale Variante erwies, und mit dem Soft-Reifen war er es wohl erst recht nicht.
Aufgegeben wurde dieser Plan erst durch die Gelegenheit eines günstigen Stopps in der VSC-Phase in Runde 55. Trotzdem kam Alonso einen Platz hinter Lance Stroll ins Ziel, der vier Positionen hinter dem zweifachen Formel-1-Weltmeister gestartet war (P20 vs. P16). Da sich Stroll in der Frühphase des Rennens auf P19 zwischen den Williams-Piloten festgefahren hatte, wich Aston Martin bei ihm auf einen aggressiven Undercut in Runde 8 aus, der ihn bis auf P14 brachte.
"Bestes Upgrade der Aston-Martin-Geschichte" bringt Lance Stroll auf P13
Nach seinem zweiten Stopp und dem Aus von Oscar Piastri fand sich der Kanadier zeitweise sogar auf P12 wieder, ehe er noch vom neu bereiften Alpine von Pierre Gasly geschnappt wurde. "Wir sind nicht im vorderen Mittelfeld, aber wir sind mittendrin", schlussfolgerte Stroll nach seinem Rennen. Er zog anschließend eine geradezu euphorische Bilanz zu den Auto-Verbesserungen: "Das ist das ermutigendste Upgrade, das wir seit einer langen Zeit hatten - vielleicht sogar in der Geschichte dieser Mannschaft."
Wenig Reifenverschleiß: Ist das eine der Stärken des neuen Aston Martins?
Obwohl die Rennstrategie auf der Seite von Fernando Alonso von außen betrachtet nicht sonderlich optimal aussah, gab sich Krack überzeugt: "Wir haben einmal wieder eine alternative Reifenwahl getroffen und ich denke, diese war sehr gut." Er hob das Reifenmanagement des AMR26 positiv hervor: "Das ist Teil des Spiels. Wenn man ein Auto hat, das es zulässt, dann kann man weniger konservative Wege wählen."
Ein Indiz dafür, dass der Reifenverschleiß eine Stärke des neuen Aston Martins sein könnte, liefert der direkte Vergleich zwischen Stroll und Franco Colapinto. Obwohl beide in der selben Runde ihren letzten Stopp hinlegten, und Stroll mit den Softs sogar die eigentlich weniger langlebigen Pneus oben hatte (Colapinto war auf Mediums), fuhr er dem Alpine-Piloten auf dem letzten Stint davon.
Aber Details wie die Strategie oder auch Reifenmanagement, sind ohnehin erst einmal eine Randnotiz für das Formel-1-Team von Aston Martin. Denn zunächst sollen weitere Performance-Gewinne auf dem Programm stehen. In Zandvoort kommt endlich ein neuer Honda-Motor ins Auto und für die kommenden Monate kündigte das Team weitere Updates an. Alonso äußerte nach dem Ungarn-Rennen noch eine weitere Hoffnung: "Es ist ein komplett neues Auto, also vielleicht können wir durch Setup-Optimierungen noch mehr rausholen."
Die Gerüchte um ein mögliches Formel-1-Comeback von Christian Horner reißen nicht ab. Vor allem Aston Martin wird als mögliche neue Station genannt. Adrian Newey reagiert gewohnt diplomatisch. Mehr dazu liest du in diesem Artikel:



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