Max Verstappen bleibt der Formel 1 auch 2027 und darüber hinaus erhalten. Die Verkündung des neuen mehrjährigen Vertrages vor dem Rennen in Zandvoort an diesem Wochenende ist ein Segen für alle Beteiligten - vor allem für Red Bull. Seit 2016 hatte sich das Team sportlich um das Jahrhunderttalent ausgerichtet und war mit Blick auf die Weltmeisterschaft seitdem stets eine One-Man-Show. Teamchef Laurent Mekies ist erleichtert darüber, dass der Teamleader und Mittelpunkt seiner Organisation erhalten bleibt. Doch mit dem Commitment Verstappens geht auch ein enormer Erfolgsdruck einher.

"Den Vertrauensbeweis, den Max dem Team mit dieser Entscheidung erbracht hat, nehmen wir nicht auf die leichte Schulter", so Laurent Mekies im Vorfeld des zwölften Saisonrennens in den Niederlanden. Im Jahr 2026 hinkt Red Bull mit seinem Paket herher. Erstmals seit 2021 scheint es für Verstappen keinen WM-Kampf zu geben. Zuverlässikgeitsprobleme und fehlende Performance sorgten beim 28-Jährigen für noch mehr Frust, als es die Generation 2026 durch das exzessive Energie-Management bei ihm ohnehin schon tat.

Mekies weiß, dass Red Bull seiner Nummer eins mehr als das bieten muss, um das entnervte Gemüt zu besänftigen und dessen Vertragsunterschrift zu rechtfertigen. "Mit diesem Vertrauen geht eine große Verantwortung einher, ihm in den kommenden Jahren das beste Paket zur Verfügung zu stellen", mahnt der Franzose. Für Red Bull ist haben die vergangenen Jahre gezeigt: Die Konstellation aus einem WM-fähigen Auto und Max Verstappen ist für den Erfolg des Teams unerlässlich.

Max Verstappen als Mittelpunkt von Red Bull in der Formel 1 unersetzbar

Mit Isack Hadjar hat sich in der ersten Saisonhälfte der zweite Fahrer von Red Bull erstmals seit langem wieder gut aus der Affäre gezogen, doch im direkten Vergleich mit Verstappen ist das Kräfteverhältnis wiedermal eindeutig. Die Führungsrolle im Team kann auch langfristig nur Max Verstappen ausfüllen. "Wenn wir auf dieses Jahr schauen, und die Rolle von Max innerhalb des Teams, ist er für uns weitaus mehr als der schnellste Rennfahrer der Welt", betont Mekies.

Bei einem Wechsel oder Rücktritt Verstappens hätte Red Bull sportlich die Orientierung verloren, welche der Mannschaft seit nunmehr zehn Jahren den Weg in Richtung Weltspitze weist. "Er ist für uns der Mittelpunkt des Teams. Er ist derjenige, nach dem wir uns bei allen strategischen Entscheidungen ausrichten - und zu wissen, dass er beim Aufbau unserer nächsten Erfolgsgeschichte dabei ist, ist fantastisch", so Mekies. "Wenn man an die Grundpfeiler denkt, die für den Erfolg notwendig sind, dann ist die Fahrerfrage jetzt sicher erledigt."

Red Bull nur durch Max Verstappen ein attraktives Formel-1--Team

Der Verbleib Verstappens ist für das Fundament des Teams der vielleicht wertvollste Baustein. Mit dem Erfolgsgarant im Auto steigen die Chancen Red Bulls, das führende technische Personal innerhalb des Formel-1-Paddocks zu rekrutieren. "Das ist unheimlich wichtig. Die guten Leute - und nur für die interessierst du dich letztendlich - sind unsere Wahl. Dabei rede ich nicht nur über unsere Mitarbeiter sondern auch über die anderer Teams", erklärt Mekies.

Ohne einen Fahrer von Verstappens Kaliber würde die Attraktivität der Organisation leiden. "Sie haben die Wahl, denn sie sind außerordentlich gut in dem, was sie tun. Sie haben genauso wie Max die Wahl, für welches Team sie sich entscheiden. Und wir sind alle in einer Sache vereint: wir wollen gewinnen. Und wenn du sagen kannst, dass der schnellste Fahrer der Welt bei dir fährt, ist das ein massives Plus an Stabilität und ein großer Anreiz. Dann versteht jeder, dass alles was du machst, nur dem Sieg dient", so Mekies.

Red Bull muss Max Verstappen von Formel-1-Perspektive überzeugen

Etwas, das Red Bull im Zuge der Vertragsverhandlungen wiederum auch Max Verstappen verständlich machen musste. Die fetten Zeiten sind schon seit 2025 vorbei, als der Niederländer in der ersten Saisonhälfte gegen McLaren chancenlos war und das Auto erst nach der Sommerpause wieder siegfähig wurde. Laurent Mekies musste deshalb auch beim langjährigen Weggefährten des Teams neue Überzeugungsarbeit leisten. "Wir mussten die Fakten liefern und Max überzeugen, dass wir in Zukunft das beste Paket liefern, und dass seine Inputs entsprechend berücksichtigt werden, um dieses Paket zu schnüren."

Red Bull Schock: Hadjar raus, Lawson rein! Wie schwer ist die Verletzung? (06:15 Min.)

In der Saison 2026 äußert Verstappen am Funk regelmäßig harte Kritik. Seine Klagen über das Getriebe sind mittlerweile fast in jeder Session zu hören. "Wir werden auch weiterhin brutal ehrlich miteinander sein. Wir werden uns weiter beschweren, wenn das Auto nicht schnell genug ist und auch weiterhin die Frustration darüber zum Ausdruck bringen, wenn wir den Eindruck haben, nicht alles herausgeholt zu haben oder die Fortschritte zu langsam sind", so Mekies.