Max Verstappen hat seinen Singapur-Fluch beendet. Mit einem dominanten Start-Ziel-Sieg hält der Red-Bull-Pilot den Rest der Formel 1 mehr als deutlich in Schach und feiert nach der ersten Pole auch seinen ersten Sieg auf dem Marina Bay Street Circuit. Ferraris Strategien gehen nicht auf, sondern bei Lewis Hamilton viel mehr nach hinten los. Nico Hülkenberg stoppt das Comeback von George Russell.
Der Sieger: Im Trockenen materialisierte sich Verstappens größte Angst - ein weiterer mieser Start - nie. Er kam gut genug von der Linie weg, um Charles Leclerc hinter sich zu halten. Leclerc riss bald ab, Verstappen fuhr das Rennen mehr oder weniger allein zu Ende. Auch dass gegen Rennmitte sein Funk ausfiel und er seinem Renningenieur nichts mehr mitteilen konnte, bremste ihn nicht ein.
Das restliche Ergebnis: Ferrari begann dahinter, strategisch zu experimentieren. Leclerc stoppte bei einem Virtuellen Safety Car ein zweites Mal, trotzdem kam er nicht auf unter 7 Sekunden an Verstappen heran. Lewis Hamilton fuhr nach extrem frühen Stopp 43 Runden auf Soft durch. Ein großer Fehler - im Finale wurde er von Kimi Antonelli, Lando Norris und Oscar Piastri auf den sechsten Platz zurückverwiesen. Antonelli profitierte hier von einem kleinen Scharmützel zwischen Norris und Hamilton und schnappte sich so das Podium.
Liam Lawson und Nico Hülkenberg führten auf den Plätzen 7 und 8 das Mittelfeld an. Hülkenberg fuhr ein souveränes Rennen am Ende und hielt starkem Druck von George Russell stand, der nach seiner Motorstrafe nur bis Platz neun nach vorn kam. Isack Hadjar rettete einen letzten Punkt.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Singapur
- Max Verstappen holt ersten Singapur-Sieg
- Ferraris Strategien gehen nur für Charles Leclerc auf
- Lewis Hamilton taktisch eliminiert
- Kimi Antonelli staubt nächstes Podium ab
- Starker Hülkenberg stoppt Russell-Aufholjagd
Formel 1 - WM-Stand 2026: Max Verstappen eröffnet die Jagd
Die WM-Tabelle: Kimi Antonelli hat nun erstmals in diesem Jahr über 100 Punkte Vorsprung - 102 sind es auf George Russell. Seine WM mag sehr sicher wirken, Max Verstappen aber eröffnet die Jagd auf den Vize-Titel. Mit dem zweiten Saisonsieg liegt er nur mehr 17 Punkte hinter Russell und 8 hinter Hamilton. Red Bull fehlen in der Konstrukteurs-WM nur mehr 7 Punkte auf die drittplatzierte McLaren-Mannschaft.
Formel 1 2026: Gesamtwertung Fahrer und Teams
Max Verstappen gewinnt Singapur-Start gegen Ferrari
Vor dem Start: Für das Rennen gab es anders als am Vortag im Sprint keinen Regen, sondern die üblichen drückende Singapur-Nachthitze jenseits der 30 Grad Lufttemperatur. Lewis Hamilton tanzte bei der Start-Reifenwahl mit Medium aus der Reihe. Der Rest der Top-Piloten wählte Soft. Nach Parc-ferme-Verstößen starteten mit Isack Hadjar und Aston Martin drei Autos aus der Box.
Der Start: An der Spitze ging es sehr gesittet ab. Im Trockenen hatte Max Verstappen keine Probleme. Charles Leclerc kam zwar etwas besser weg, wagte aber in der ersten Kurve keine Attacke mit der Brechstange. Die Top-6 blieben unverändert. Liam Lawson und Nico Hülkenberg gingen dahinter vorbei an Pierre Gaslys Alpine auf die Plätze 7 und 8, Carlos Sainz gewann drei Plätze und übernahm erst einmal den letzten Punkterang, verlor aber den Platz in Runde 5 an Oliver Bearman.
Verstappen dominiert erste Rennhälfte: Verstappen und Leclerc fuhren auf den ersten Runden sofort dem Medium-bereiften Hamilton davon. Verstappen konnte diese Pace durchgehend auch weiter halten. Leclerc aber begann ab Runde 10 immer deutlicher abzureißen. Bald war der Red Bull allein und hatte das Rennen völlig unter Kontrolle. Verstappen konnte sogar auf Soft bis Runde 33 warten, ehe er zum Wechsel auf Medium kam.
Strategie-Turbulenzen bei Ferrari
Ferraris Strategie-Split sorgt für Frust: Ferrari stoppte den abreißenden Hamilton schon in Runde 19 auf Soft. Mit Leclerc wartete man bis Runde 25. So veränderten sich die Positionen nicht, aber Hamilton saß nun mit Soft-Reifen in Leclercs Nacken. Eine längere zivilisierte Teamorder-Debatte folgte, an deren Ende sich Hamilton fügte: "Okay, ich lasse mich zurückfallen." Antonelli stoppte währenddessen in Runde 24, die McLaren in den Runden 33 und 34.
Nur Leclerc stoppt unter VSC: Bei einem festgefahrenen Rennen löste ein mit Kupplungsschaden ausrollender Lance Stroll in Runde 40 ein kurzes Virtuelles Safety Car aus. Leclerc wurde zum zweiten Stopp gerufen, fiel 10 Sekunden hinter Hamilton auf Platz 3 zurück. Auch Antonelli stoppte und verlor Platz vier an Norris, der draußen blieb. Kaum wurde das Rennen wieder freigegeben, fuhr Leclerc mit seinen frischen Soft-Reifen eineinhalb Sekunden schneller und sofort die Lücke zu Hamilton wieder zu.
Lewis Hamilton wird durchgereicht, Kimi Antonelli profitiert
Lewis Hamilton verendet auf alten Reifen: Für Verstappen reichte es zwar nicht, aber Leclerc ging in Runde 46 zumindest wieder am Teamkollegen vorbei und zurück auf Platz zwei. Verstappens einzige Sorge war währenddessen, dass seine Funk-Antworten nur mehr Statik an die Box lieferten. Er und Renningenieur GP Lambiase schafften es trotzdem, proaktiv Strategie-Szenarien zu diskutieren - Funk auslassen für Ja, Funk anmachen für Nein.
Hamiltons alte Soft waren nun am Ende. Norris und Antonelli holten ihn rapide ein. In Runde 54 setzte Norris eine Attacke in der ersten Kurve, die schiefging. Beide rutschten raus, Antonelli schlüpfte vorbei auf den dritten Platz. Norris brauchte eine weitere Runde, ehe er es endlich vorbei an Hamilton auf den vierten Platz schaffte. Hamilton wurde sogar noch von Oscar Piastri auf Platz sechs zurückgeschoben. Obwohl Piastri wegen eines schleichenden Plattfußes in Runde 42 einen Zusatz-Stopp hatte einlegen müssen.
Ein Audi punktet, einer fällt aus
Nico Hülkenberg stoppt Russell-Comeback: Das Mittelfeld führte auf P7 Liam Lawson mit einem souveränen Rennen an. Nico Hülkenberg behauptete seinen achten Platz nach dem starken Start bis ins Ziel, inklusive einer ewig langen Defensiv-Fahrt gegen George Russell, dessen Comeback vom der Motor-Strafe hinter dem Audi endete. Isack Hadjar fing drei Runden vor Schluss noch Pierre Gasly ab und holte sich den letzten Punkt. Beide Haas zeigten früh im Rennen einen tollen internen Kampf und zeitweise gute Pace, hatten aber weder Gasly bedrängen noch Hadjar halten können.
Audi & Alpine früh mit Defekten: Während ein Audi punktete, rollte Gabriel Bortoleto im zweiten schon in der achten Runde mit Getriebedefekt aus und löste ein kurzes VSC aus. Ebenfalls kaputt ging der Alpine von Franco Colapinto, der in Runde 30 mit nicht näher definiertem Antriebsschaden in den Notausgang und runter von der Strecke fuhr.



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