"Ich kann dich nicht hören", funkte Max Verstappen nach etwa der Hälfte des USA Grand Prix an die Red-Bull-Box, als das Team ihm Anweisungen zu einer Einstellung am Lenkrad geben wollte. Bereits zum zweiten Mal in Folge hatte der vierfache Champion erhebliche Probleme mit seinem Funksystem. Mit Platz drei konnte Red Bull zwar noch das Maximum aus einem von Problemen gezeichneten Formel-1-Rennen herausholen, die erneuten Funkschwierigkeiten hingen jedoch wie eine schwarze Wolke über dem Team.
"Es ist frustrierend, dass wir jetzt schon zum zweiten Mal dieses Problem mit dem Funk hatten", erklärte Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies nach dem Rennen in Austin. "Das Team-Radio ist eigentlich etwas, das ohne viel Aufwand einwandfrei funktionieren sollte, denn so wie es jetzt ist, macht es uns allen das Leben schwer."
F1-Funkrätsel bei Red Bull! Mekies ratlos bei der Ursachenforschung
Besonders ärgerlich für Red Bull: Auch nach zwei von Funkproblemen geprägten Rennwochenenden ist die Ursache weiterhin unbekannt. "Wenn wir das Funkproblem verstehen würden, dann hätten wir es auch schon gelöst. Aber wir wissen nicht genau, warum wir diese Probleme haben", meinte Mekies ratlos.
Dabei würde das grundsätzliche Kommunikationssystem einwandfrei funktionieren. "Wir können den Funkverkehr aller anderen Teams problemlos mithören, während wir selbst weit mehr zu kämpfen haben, als uns lieb ist", verriet der Teamchef.
Dass Red Bull die Konkurrenz einwandfrei hören konnte und auch die Funksprüche in den TV-Übertragungen klar aufgezeichnet wurden, wirft weitere Fragen auf. Möglicherweise ist der Defekt auf eine fahrzeugspezifische Komponente des Systems, wie etwa der Verkabelung, dem Helm-Mikrofon oder der Schnittstelle zwischen Cockpit und Boxenmauer zurückzuführen. Ob dort tatsächlich die Ursache liegt, ist jedoch unklar.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Probleme in Austin anders äußerten als noch in Singapur. Dort konnte die Boxenmauer immerhin noch klar mit Verstappen sprechen. In Austin verstand der Niederländer dagegen zwischenzeitlich seinen Renningenieur nicht mehr, wodurch er nur auf sehr wenige Funksprüche antwortete. Gleichzeitig war auch seine eigene Funkverbindung teilweise gestört.
Verstappen rettet erneutes Podium trotz Funkchaos
Wer die Onboard-Aufnahmen des Niederländers aufmerksam verfolgte, merkte schnell, dass Verstappens Funksprüche sehr verrauscht und undeutlich zu verstehen waren. Als sein Interims-Renningenieur Tom Hart, der in Austin Gianpiero Lambiase zum ersten Mal ersetzte, zu Rennmitte ein Statusupdate einforderte, verschwand das Ende von Verstappens Antwort in einem undeutlichen Rauschen. Auch die Antwort der Box war undeutlich und zu leise, um sie im Cockpit zu verstehen.
Auf die erneuten Probleme seines Teams hatte ein verärgerter Verstappen direkt nach dem Rennen auch die passende Lösung parat. "Vielleicht sollten wir auf Gebärdensprache umsteigen. Das wäre auch günstiger", war der sarkastische Vorschlag des vierfachen Champions.
Trotz der erheblichen Probleme dürften vereinzelte Funksprüche in der kritischen Funkphase dennoch reibungslos zu Verstappen durchgedrungen sein, denn der zweite Boxenstopp kurz danach verlief reibungslos. Verstappen konnte dadurch den dritten Platz und damit sein zehntes Podium in Folge einfahren. In der WM-Tabelle liegt er jetzt nur noch sechs Punkte hinter George Russell, womit der Vizeweltmeistertitel 2026 zum Greifen nahe ist.
Die Laune des Niederländers war nach dem Grand Prix dennoch im Keller. Das lag jedoch nicht nur am defekten Funksystem. Welche Probleme ihn in Austin zusätzlich plagten, erfahrt ihr hier:



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