Will Renault aus der Herstellervereinigung GPMA aussteigen? Diese Frage warfen dieser Tage unsere Kollegen der Auto Motor und Sport auf. Angeblich soll Renault daran interessiert sein, aus dem Herstellerverbund mit BMW, DaimlerChrysler, Toyota und Honda auszutreten, um das neue Concorde-Agreement mit Bernie Ecclestone zu unterzeichnen. Nur die anderen Hersteller sollen dagegen laut ams ein Veto eingelegt und auf 'Vertragserfüllung' gepocht haben.

Logisch erscheint dieser Schritt angesichts einiger Fakten schon: Bernie Ecclestone und Flavio Briatore sind gute Freunde, was würde da also näher liegen als das Angebot des Bigboss anzunehmen? Zudem ist Renault derzeit das erfolgreichste Team, das auch entsprechend entlohnt werden möchte. Und nicht zuletzt stehen die Franzosen unter einem starken finanziellen Druck: Schließlich operieren sie mit einem viel geringeren Budget als die anderen Top-Teams und schwebt immer noch das Damoklesschwert eines Ausstiegs über den Gelb-Blauen.

Diesen könnte man abwenden, wenn man mehr Geld einnehmen würde, um so die Kosten für den Mutterkonzern zu senken. Sollte man also sofort das Ecclestone-Angebot von 50% aller Einnahmen akzeptieren, würde man als Weltmeister rückwirkend bis zum 1. Januar dieses Jahres mehr Geld bekommen. Die Hersteller spekulieren jedoch auf ein Angebot von 60% ab dem Jahr 2008. Dieses will Ecclestone aber zurückgezogen haben, zumindest so lange, bis nicht die Hersteller anstelle der Teams unterschrieben haben. Dies wiederum kommt für die Hersteller nicht in Frage.

Dabei geht es der GPMA ohnehin nicht um den finanziellen Aspekt. Vor allem die sonstigen Mitspracherechte im Hintergrund und die langfristige Zukunft und Stabilität der Formel 1 sollen im Rahmen einer Zusammenarbeit geklärt werden.

Aber zurück zum Thema: Möchte Renault also aus der GPMA aussteigen? Ein GPMA-Sprecher verriet motorsport-magazin.com: "Nein, das ist falsch." Richtig ist jedoch, dass Flavio Briatore, aus den oben genannten Gründen, die kurzfristige Lösung mit einem 50%-Deal ab sofort bevorzugt, während seine GPMA-Kollegen die langfristige Lösung samt weiterer Einflussmöglichkeiten bevorzugen.

Vorteile bringen beide Varianten: Die von Briatore würde endlich für Ruhe sorgen und den schier endlosen Kampf um Geld und Einfluss beenden. Dafür müsste man aber auf Seiten der Hersteller auf einiges an Geld sowie weiteren Einfluss verzichten. Bernie würde das sicherlich entgegenkommen. Einen Ausstieg von Renault aus der GPMA wird es aber noch aus einem anderen Grund nicht geben: "Die Hersteller wollen auch nach einer Einigung mit den Rechteinhabern in der GPMA zusammenarbeiten", bestätigte uns der GPMA-Sprecher, der auch sagte: "Am Wochenende wird in Barcelona weiterverhandelt..."