Die Pannenserie bei Pedro Acosta und KTM wird immer dramatischer. Am Samstag in Assen gehen gleich zwei Motorräder des Spaniers in kurzer Folge aus. Während der Teamboss beschwichtig, ist Acosta immer ungehaltener und flüchtet sich in Sarkasmus.

MotoGP-Pannenserie hält an: Aki Ajo erklärt Pedro Acostas nächste "Überraschung"

"Nein, nein, das war wieder etwas Neues. Jeder Tag bringt eine Überraschung", antwortete der Spanier mit Galgenhumor auf die Frage, ob der Defekt von Brünn erneut aufgetreten sei. Diesmal hatte es ihn gleich zweifach erwischt. Im FP2 am Morgen ging eines seiner Bikes erneut einfach Aus. Nur ein paar Minuten später trat Acosta im Q2 an und was passierte? Auch das Ersatzbike stellte den Betrieb ein.

Teamchef Aki Ajo lieferte dann vor dem Sprint-Rennen die Erklärung. "Ein MotoGP-Bike hat viele Sensoren, um zu funktionieren, auch aus Gründen der Sicherheit. Heute Morgen, als unser Fahrer über den Kerb geräubert ist, hat dies einen Notfallmodus des Motorrads aktiviert. Deswegen hat es sich abgeschaltet. Es war nicht wirklich etwas kaputt und das Problem ist nun gelöst", gab er an. Auch die Tatsache, dass der Horrorunfall von Barcelona zeigte, wie gefährlich plötzlich langsamer werdende Motorräder sein können, wies der Finne recht lapidar zurück: "Das hatte nichts mit dem Barcelona-Problem zu tun, das war ein anderes Problem."

Mangende Vorbereitung auf das Rennen: Acosta glaubt nicht an Ende der Probleme in Assen

Tatsächlich konnte Acosta den Sprint dann beenden, allerdings nicht gerade nach Wunsch. Für den enttäuschenden Neunten Rang nach fehlerbehafteten ersten Runden machte der Jungstar das Fehlen der Kilometer in der Vorbereitung verantwortlich: "Wenn du den ganzen Tag keine Runden fährst und dann mit dem Motorrad von gestern [gemeint ist das Setup des Freitags, Anm. d. Red] fahren musst, dann ist es doch recht leicht, dass dir Fehler unterlaufen. Außerdem ist es schwierig, hinter anderen herzufahren. Aber das heute war hauptsächlich deswegen, weil wir uns nicht vorbereiten konnten."

Pedro Acosta in der Boxengasse
Kann Pedro Acosta seiner Maschine noch vertrauen?, Foto: IMAGO / PsnewZ

Und dass die Speerspitze den Beteuerungen seines gelassenen finnischen Chefs nicht traut, zeigte sich eindeutig in seinem Ausblick auf den Rennsonntag: "Momentan sind wir weit weg von unseren Zielen. Erstmal müssen wir die Daumen drücken, dass das Motorrad das gesamte Rennen läuft. Mit einem guten Start und guten ersten Runden würde es deutlich einfacher werden. Aber wir gesagt: Wir müssen das Rennen jetzt irgendwie im Warm Up [welches nur 10 Minuten läuft, Anm. d. Red.] vorbereiten. Wir sind dieses Wochenende spät dran."

"Entschuldigung ändert nichts!" - Pedro Acosta fordert Lösungen von KTM

Geglättet werden können die Wogen nur, wenn diese Pannen aufhören. "Eine Entschuldigung ändert ja nichts, sie hilft nichts. Wenn solche Probleme da sind und du nicht weißt, wann sie wieder kommen, dann macht doch ein 'Sorry' keinen Unterschied. Es muss gelöst werden und nicht wieder vorkommen, das brauche ich", stellte Acosta unmissverständlich klar. An den letzten vier Tagen auf dem Motorrad in Brünn und Assen hat er nun insgesamt vier technisch bedingte Ausfälle erlebt in Training, Qualifying, Sprint und Rennen. Nur am Freitag in den Niederlanden blieb der 'Hai' verschont. Da ist es also auch kein Wunder, wenn er genug hat.

Bei KTM brennt nicht nur Aufgrund der mangelnden Zuverlässigkeit der Baum. Nach öffentlicher Attacke von Maverick Vinales auf Mattighofen hat nun Tech3-Teamchef Günther Steiner gekontert: