Pedro Acosta kannte in seiner Karriere in der Motorrad-WM bisher nur KTM als Arbeitgeber. Vom Einstieg in den Juniorenklassen 2021 bis zur MotoGP-Saison 2026 trug er stets das Orange der Österreicher. Mit Abschluss dieses Jahres geht diese Beziehung zu Ende und den Jungstar zieht es zu Ducati. Wer in den letzten Monaten Wehmut vor dem Abschied vermutet, der kennt den 'Hai' nicht gut genug.

KTM-Boss Beirer: Abgang von Pedro Acosta frustrierend

"Die Ankündigungen haben nichts geändert. Vermutlich war ich nervöser, als mein Aufstieg in die MotoGP feststand. Jetzt denke ich, dass ich einen guten Job mit den Dingen mache, die in meiner Hand liegen", gab sich Acosta unbeeindruckt davon, dass sein lange bekannter Wechsel nach Monaten endlich offiziell geworden war. Für ihn ändere diese Tatsache seines feststehenden Abschieds erstmal wenig.

Pit Beirer in der KTM-Box
Pit Beirer bedauert den Abgang von Pedro Acosta, Foto: IMAGO / DeFodi Images

Das gilt kaum für seinen Noch-Arbeitgeber. Die Wechselentscheidung der Speerspitze hat KTM hart getroffen. "Das war ein sehr frustrierender Moment. Wir hatten nie geplant, uns nach einem Ersatz umsehen zu müssen. Wir haben all unsere Karten immer auf ihn gesetzt", gab Motorsportchef Pit Beirer im Interview mit MotoGP-Boxenreporter Jack Appleyard an.

Pedro Acosta ohne Wehmut: Habe keine Zeit mehr zu verlieren!

Darauf angesprochen zeigte sich Pedro Acosta aber unbeeindruckt. "So laufen die Dinge. Seit ich meinen Werksvertrag unterschrieben habe, habe ich nur eines gewollt: Ein Motorrad, mit dem ich die Meisterschaft gewinnen kann. Es ist klar, dass dieses Bike noch nicht vorhanden ist. Und ganz ehrlich, ich habe keine Zeit mehr zu verlieren. Ich habe viele Erfahrungen bei KTM sammeln können, aber ich habe gespürt, dass ich diese Herausforderung für meine Karriere brauche", rechtfertigte der Spanier seinen Abgang zum Weltmeisterteam.

Pedro Acosta wird Teamkollege von Marc Marquez, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool
Pedro Acosta wird Teamkollege von Marc Marquez, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool

Recht lapidar und ohne Wehmut stellt er klar, dass KTM auf seine Flucht mit den Neuverpflichtungen gut reagiert habe. "Ich würde nicht sagen, dass ich einen Teil meines Lebens hinter mir lasse. Natürlich habe ich fantastische Erinnerungen an sechs Jahre bei KTM, aber ich sehe doch auch, dass sie zwei sehr starke Fahrer bekommen werden", spielte er auf Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio an.

Alex Marquez wird KTM-Pilot
Alex Marquez wird Nachfolger von Acosta bei KTM, Foto: KTM Images

"Sie werden also auch eine gute Gelegenheit haben, einen Neustart mit zwei großartigen Jungs hinzulegen", sagt Acosta, der daher keineswegs das Gefühl hat, Mattighofen hilflos zu hinterlassen: "Sie haben nächstes Jahr doch immer noch gute Karten auf der Hand."

Trotz Abschied nicht ohne Ambition: Erster MotoGP-Sieg soll noch auf KTM passieren!

Die recht kühlen Aussagen zum Abschied sollten aber keineswegs so verstanden werden, dass der 'Hai' erst in Rot wieder Appetit auf sportliche Erfolge verspürt. Ganz im Gegenteil: Der erste MotoGP-Sieg im Grand Prix soll möglichst noch auf einer KTM gelingen. "Ich bin sehr glücklich über die Chance, die ich [2027] bekommen werde. Aber zurzeit bin ich im Kopf noch bei KTM, um bis zum Ende des Jahres 100 Prozent zu geben."

Er ist überzeugt, dass eine Chance [auf den Sieg, Anm. d. Red.] früher oder später kommen wird. "Momentan ist das natürlich ziemlich schwierig zu erreichen mit unseren ganzen Problemen [gemeint sind die Mängel bei der Zuverlässigkeit, Anm. d. Red.], aber wir werden es bis zum Ende versuchen", kündigt Acosta an. Elf Grand Prix hat er dafür noch Zeit. Und der beste Abschied erfolgt wohl ohnehin nicht mit netten Worten, sondern mit Resultaten.

Um zu gewinnen, muss Pedro Acosta aber erstmal ins Ziel kommen. Beim Versuch der Behebung der Zuverlässigkeitsprobleme von KTM hat die Konkurrenz interveniert. Mehr dazu in unserem Video:

KTM-Defektserie: MotoGP-Rivalen blockieren Behebung! (07:01 Min.)