Wenn man nach dem MotoGP-Rennen in Aragon nach dem Überraschungsfahrer gefragt hat, war die Antwort eindeutig: Pedro Acosta. Der KTM-Pilot zeigte mit einem sehr starken zweiten Platz und dem zwischenzeitlichen Kampf um den Sieg, was in dieser Saison noch für ihn möglich ist. In der spanischen Steppe fuhr er ein viel klarer und durchdachteres Rennen als noch zu Saisonbeginn. "In Aragon konnte er seine Pace konstant hochhalten. Das war eine fahrerische Top-Leistung", analysiert MotoGP-Experte Tom Lüthi.
Aragon 2026: Entscheidende Wende für Pedro Acosta
Wer Acosta kennt, weiß, dass der Spanier eigentlich immer dieselbe Taktik verfolgt: Vollgas von Beginn an. Diese war in der Vergangenheit jedoch weniger erfolgreich. Oft brach er ab der Rennhälfte komplett ein und verlor viele Positionen. "Wir haben oft gesehen, dass Acosta in den Anfangsphasen sehr viel riskiert. Da hat er sein Pulver ein bisschen verschossen und ist zurückgefallen, weil er den Reifen aufgebraucht hat", erklärte Lüthi im Interwetten MotoGP-Magazin .

Tatsächlich ging es der KTM-Pilot im Rennen ruhiger an. Von Platz sechs aus gestartet, kämpfte er sich auf Rang Drei nach vorne und übte sogar Druck auf Marc Marquez aus. Während sich Marc Marquez und Marco Bezzecchi bei fast 350 km/h um die Führung stritten, nutzte Acosta den Windschatten der beiden und bremste den Aprilia-Pilot spektakulär außen herum aus. Nun lag er auf Rang zwei hinter Marquez und gab die Position nicht mehr her. "Ab dem Moment dachte ich: Wie lange kann er noch mitfahren? Wann fällt er zurück?", verriet Lüthi. Doch Acosta fiel nicht zurück.
Lüthis komplette Experten-Analyse zu Acosta und vielen weiteren spannenden Themen rund um die MotoGP in Aragon gibt es in diesem Video:
Fahrercoach verhilft Acosta zu neuer Stärke – MotoGP-Experte: Größere Weitsicht hilft
Bei vorherigen Rennen hätte er mit aller Kraft versucht, Marquez den Sieg streitig zu machen, obwohl es das technische Paket nicht hergab. Diesmal akzeptierte er seine Situation, fuhr den Grand-Prix souverän zu Ende und holte sich wertvolle 20 WM-Punkte. Ein Mann, welcher ihm bei seinem Reifeprozess geholfen hat, ist sein Fahrercoach Carmelo Morales. Dieser war zu seiner aktiven Zeit als Rennfahrer wenig erfolgreich unterwegs und ist seit 2025 Fahrer-und Mentalcoach des Spaniers.. Doch wie kann ein wenig erfolgreicher Ex-Pilot dem wohl zukünftig besten MotoGP-Fahrer der Welt helfen, seine Leistung zu verbessern?
Lüthi ist ebenfalls Fahrercoach beim Moto2-Team von IntactGP und stellt klar: "Die Sicht von außerhalb der Rennstrecke auf den Fahrer kann helfen, weil man einen größeren Weitwinkel hat. Da spielt es keine große Rolle, ob die Person selbst große Erfolge zu verzeichnen hat, solange er sich damit auskennt und sich gefühlsmäßig in den Fahrer hineinversetzen kann. Das Vertrauen ineinander, sowie das Menschliche ist sehr wichtig."
Beim kommenden Rennen in Misano muss Acosta seine fortgeschrittene Reife bestätigen. Gelingt ihm das, ist er definitiv ein Siegkandidat. Allerdings muss auch seine KTM RC16 mitspielen, die in der jüngeren Vergangenheit sehr anfällig für Defekte war. Vor dem Rennwochenende in Aragon erhielt KTM aber endlich die Erlaubnis, die fehlerhaften Bauteile in ihren Motoren auszutauschen, womit die Defektserie der Vergangenheit angehören sollte. Mehr dazu in diesem Artikel:"

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