Die MotoGP experimentiert weiterhin mit unterschiedlichen Entertainment-Elementen an ihren Rennwochenenden. In Thailand etwa schickte man die Fahrer anstatt der üblichen Fahrerparade nach dem Warm Up am Sonntagmorgen mit Tuk-Tuks auf die Strecke. In Motegi hatte man nun ein Kartrennen vorbereitet, in dem sich die 22 Piloten messen sollten.

Marc Marquez verweigert Teilnahme am MotoGP-Kartrennen

In der Startaufstellung, die jener des MotoGP-Rennens entsprach, blieb schließlich aber ein Platz in der ersten Reihe frei: Jener von Marc Marquez. Und das, obwohl der Ducati-Star bereits in seinem Kart gesessen war. Oder etwa doch nicht? Als einziger Fahrer marschierte Marquez bereits mit aufgesetztem Helm und angelegten Handschuhen in das Grid. Polesitter Jorge Martin schöpfte schnell verdacht und versuchte, das Visier des roten Helms nach oben zu klappen, scheiterte dabei aber ebenso wie ein MotoGP-Offizieller. "Ich wusste sofort, dass das nicht Marc ist", so Martin später.

Marc Marquez' Doppelgänger und Jorge Martin beim Kartrennen
Jorge Martin durchschaute die Täuschung schnell, Foto: IMAGO / PsnewZ

Der Doppelgänger gab sich alle Mühe, massierte etwa die bei Marc Marquez lädierte rechte Schulter. Doch ein kleines Detail überführte ihn endgültig: Marc Marquez trug am Sonntag schwarze Sneaker, sein Stunt-Double erschien mit weißen Schuhen zum Kartrennen. Der Doppelgänger verschwand wieder in der Box und Marquez musste den Täuschungsversuch schließlich eingestehen. Für diesen kassierte er eine mächtige Standpauke des Promoters. "Es gab einen Rüffel dafür", verriet Marquez später.

Marc Marquez sieht sich im Recht: MotoGP-WM-Kampf wichtiger als Späße

Er verteidigt aber seine Entscheidung, nicht an diesem Show-Event teilgenommen zu haben: "In solchen Situationen muss ich egoistisch sein, um bestmögliche Leistungen abliefern zu können, wenn es zählt - und das ist im Rennen. Ich verstehe schon, dass wir Show-Elemente brauchen, aber es gibt Grenzen. Angesichts des Spektakels und des Risikos, das ohnehin schon auf der Strecke herrscht, fand ich das völlig unnötig. Ich bin für den Kampf um die Weltmeisterschaft hier, nicht für Späße oder für ein paar Runden im Kart."

Notlösung wird zum MotoGP-Trumpf! Marquez siegt kurios in Japan (08:37 Min.)

Wie Marquez erklärte, war der Einsatz des Doppelgängers aber eine spontane Entscheidung. Nach dem Warm Up, das am Sonntag in Motegi aufgrund des Reifenchaos mit 20 Minuten doppelt so lange ausfiel wie normalerweise, musste Marquez seine rechte Schulter erst einmal einer Eisbehandlung unterziehen. "Ein Teammitglied meinte dann, dass wir ja ein Stunt-Double rausschicken können. Ich habe das zunächst nicht für möglich gehalten, aber sie haben tatsächlich jemanden gefunden", schmunzelte Marquez.

Jorge Martin zeigt Verständnis für WM-Rivale Marc Marquez

Während die MotoGP-Verantwortlichen mit Marquez' Streik nicht einverstanden waren, gab es von seinem größten WM-Rivalen Jorge Martin Rückendeckung. "Ich kann das verstehen", sagte der Aprilia-Pilot, der nach Motegi in der Gesamtwertung nur noch zwei Punkte vor Marquez liegt. "Als sie uns von dem Event erzählt haben, war ich auch alles andere als begeistert. Die Jungs sind alle komplett verrückt und wenn dich ein anderer Fahrer ordentlich trifft, kann das Folgen für das richtige Rennen haben. Ich bin deshalb gleich in Kurve eins aus dem Weg und dann mit ein paar anderen hinterhergefahren."

Jetzt ist eure Meinung gefragt: War Marc Marquez' Streik gerechtfertigt? Oder hätte er sich den Fans im Kartrennen zeigen sollen? Schreibt es uns in die Kommentare.