Spannende Wettrennen um die Weltmeisterschaft sind in der MotoGP zuletzt wieder in Mode gekommen. Joan Mir gegen das halbe Fahrerfeld im Jahr 2020. Fabio Quartararo gegen Francesco Bagania in den Jahren 2021 und 2022. Oder auch Bagnaia gegen Jorge Martin in den Jahren 2023 und 2024. Gleich drei Mal fiel die Entscheidung dabei sogar erst im allerletzten Rennen. Und 2026? Da könnte das nach einem Jahr Pause nun wieder passieren. Denn MotoGP-Fans erleben aktuell eine historisch enge Saison. Motorsport-Magazin.com liefert euch die beeindruckenden Zahlen und Fakten.
Engste MotoGP-Weltmeisterschaft in der Geschichte: Nur zwei Punkte Abstand!
355 für Jorge Martin, 353 für Marc Marquez: lediglich zwei Punkte trennen die beiden Führenden in der MotoGP-Weltmeisterschaft nach dem Indonesien-GP. Damit ist der Rekordwert aus der Saison 2022 eingestellt, als Quartararo und Bagnaia nach dem Großen Preis von Thailand ebenfalls nur durch zwei Zähler getrennt waren. Enger ging es nach 17 Grands Prix in einer MotoGP-Saison seit Anbeginn der Klasse im Jahr 2002 noch nie zu und das gilt übrigens auch für die zwei Punkte Abstand zwischen Martin und Marquez nach dem Japan-GP vor anderthalb Wochen. Auch nach 16 Grands Prix war es in 25 MotoGP-Saisons noch nie enger. Wie wir am aktuellen Punkt gelandet sind, zeigen wir euch hier auf:
Rein theoretisch könnte man sogar behaupten, dass es 2026 nach 17 Grands Prix nochmal einen Ticken enger zugeht als 2022. Denn 2022 gab es noch keine Sprints und zu diesem Zeitpunkt somit nur 425 Punkte zu vergeben, während 2026 nach Mandalika maximal schon 629 Zähler einzusammeln gewesen wären. Die Wahrscheinlichkeit, dass die ersten beiden Piloten in der Weltmeisterschaft nach 17 Grands Prix nur durch zwei Punkte getrennt sind, ist 2026 damit deutlich kleiner als 2022. Die nächstengsten Titelkämpfe nach 17 GPs sind dann 2015 (sieben Punkte), 2013 und 2023 (13 Punkte) sowie 2024 (20 Punkte).
Historisch enger Titelkampf auch für Marc Marquez
Auch für Marc Marquez ist es im Übrigen der engste WM-Kampf in der MotoGP, an dem er bislang teilgenommen hat. 2014, 2016, 2018, 2019 und 2025 standen seine WM-Gewinne nach 17 Grands Prix jeweils schon fest, während er 2015, 2020, 2021, 2022 und 2023 zu diesem Zeitpunkt schon keine Chance auf den Titel mehr hatte. Einzig 2013, 2017 und 2024 war die Weltmeisterschaft noch offen, 2013 und 2017 aber jeweils nur noch ein Grand Prix zu fahren.

2013 ging Marquez dabei mit 13 Punkten Vorsprung gegenüber Jorge Lorenzo ins letzte Rennen in Valencia und 2017 sogar mit 21 Punkten Vorsprung gegenüber Andrea Dovizioso. Im Rückstand befand sich der MotoGP-Superstar einzig 2024, lag damals auf der Vorjahres-Ducati vom Gresini-Team aber schon recht aussichtlose 79 Zähler hinter WM-Leader Martin zurück und hatte bei nur noch 111 zu vergebenden Punkten keine realistischen Titelchancen mehr. 2026 ist daher das erste Mal, dass Marquez zu einem so späten Zeitpunkt in der Saison in einem echten Kampf um die Weltmeisterschaft im Rückstand liegt, wenn auch nur zwei Punkte. 2025 hatte Marquez nach 17 Grands Prix übrigens 201 Punkte Vorsprung und in Motegi gerade den WM-Titel fixiert.
Nie mehr WM-Führunsgswechsel in einer MotoGP-Saison als 2026
2026 haben wir am vergangenen Wochenende in Mandalika nun aber schon die Führungswechsel Nummer sieben und acht in der Weltmeisterschaft gesehen. Am Samstag sprang Marquez nach dem Sprint an die Spitze, am Sonntag nach dem Grand Prix dann wieder Martin. Auch das bedeutet einen neuen Rekordwert in der MotoGP, in diesem Fall sogar einen alleinigen Bestwert. Zuvor lag der Rekord an Führungswechseln innerhalb einer Saison bei sechs Malen, geschehen in den Jahren 2008 und 2024 [und bis zum Samstag logischerweise auch 2026, Anm.].
Nun bleiben noch fünf Grands Prix Zeit, diesen neuen Rekordwert noch weiter auszubauen. Mit nur zwei Punkten zwischen Martin und Marquez natürlich auch alles andere als unwahrscheinlich. Spätere Führungswechsel als zum aktuellen Zeitpunkt gab es übrigens erst fünf Mal. 2020 übernahm Joan Mir im fünftletzten Grand Prix der Saison die WM-Spitze von Quartararo, 2022 Bagnaia im drittletzten Grand Prix ebenfalls von Quartararo und 2006 zunächst Valentino Rossi von Nicky Hayden im vorletzten Grand Prix, ehe Letzterer im letzten Grand Prix des Jahres nochmal in Führung ging. Bis heute neben der Saison 2015, als Lorenzo Rossi im letzten Rennen noch überholte, der einzige Führungswechsel am Finaltag einer Saison.

Marc Marquez noch ohne Niederlage in MotoGP-Titelkämpfen
Abschließend noch ein Fakt, der allen Fans von Marc Marquez Hoffnung auf WM-Titel Nummer acht in der Königsklasse machen wird. Wann immer der 33-Jährige aus Cervera die MotoGP-Weltmeisterschaft im Saisonverlauf einmal anführte, gewann er diese am Jahresende auch. Sollte er sich 2026 nicht zum Champion krönen, wäre das also eine Premiere im negativen Sinne - wenn man sich auf die MotoGP beschränkt. Denn 2011 wurde Marquez noch zu Moto2-Zeiten tatsächlich schon einmal nicht Weltmeister, obwohl er die Fahrerwertung nach dem Japan-GP angeführt hatte. Damals zog er den Kürzeren gegenüber Stefan Bradl.
Der WM-Kampf war natürlich auch Thema in unserer neuesten Ausgabe des Interwetten MotoGP-Magazins mit Experte Tom Lüthi. Hier könnt ihr sehen, was der Schweizer zu Jorge Martin, Marc Marquez und einer möglichen Stallorder bei Aprilia zu sagen hatte:



diese MotoGP Nachricht