Anfang Juni erschütterte ein großer Skandal die Moto3. Das Team von Leopard Racing soll unerlaubt an den Motoren von Honda gearbeitet haben. Manipulierte Siegel auf diesen brachten Fahrer Adrian Fernandez Disqualifikationen für die ersten sechs Saisonrennen ein. Ein Protest des Teams wurde damals sofort abgeschmettert. Leopard kündigte jedoch Berufung am 'FIM International Court of Appeal' an. Mehr als vier Monate später wurde nun das Urteil bekannt. Leopard wird tatsächlich freigesprochen! Im Folgenden der Wortlaut der Entscheidung.

Das Urteil des FIM-Gerichts zum Protest von Moto3-Team Leopard Racing

I. Die von Leopard Racing und Herrn Adrian Fernandez gegen die beiden Entscheidungen der FIM-Berufungskommissare vom 5. Juni 2026 im Zusammenhang mit der Nichtkonformität der Motoren 810 und 811 eingelegten Berufungen sind zulässig.

II. Den Berufungen wird in der Sache stattgegeben, und die Entscheidungen der FIM-Berufungskommissare vom 5. Juni 2026 werden aufgehoben.

III. Den zuständigen sportlichen Instanzen wird auferlegt, aus diesem Urteil die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.

Leopard feiert Rehabilitation, doch Anfechtung des Urteils ist möglich

Damit müssten also alle Ergebnisse von Fernandez von Thailand bis Barcelona wieder installiert werden, was ihm 77 WM-Punkte einbringen würde. Offiziell bestätigt durch die Meisterschaft wurde dies allerdings noch nicht. Mit welchen Beweisen oder mit welcher rechtlichen Argumentation Leopard dieses Urteil erwirken konnte, bleibt unbekannt. Das Team selbst feiert in einer Stellungnahme: "Wir danken all unseren Fans, die uns in dieser schwierigen Zeit unerschütterlich zur Seite gestanden haben. Unser aufrichtiger Dank gilt unseren Experten, allen Zeugen und unserem Rechtsteam, die die Ehre und Würde des Leopard Racing-Teams und seines Fahrers Adrian Fernandez wiederhergestellt haben."

Adrian Fernandez im Parc Ferme
Adrian Fernandez würden 77 Punkte zurückgegeben, Foto: IMAGO / Sports Press Photo

Zu Ende sein muss die Sache damit aber noch nicht. Im Wortlaut wird als Zusatz darauf hingewiesen, dass auch dieses Urteil noch einmal angefochten werden kann. Dann stünde der Gang ans Zivilgericht des Kantons Waadt an, da die FIM in diesem Teil der Schweiz ihren Hauptsitz hat. Ob es dazu kommen wird, ist derzeit noch unbekannt. Die Frist für die Einbringung dieses Protests beträgt einen Monat. Der Fall kann also noch bis zum 15. November erneut aufgerollt werden. Und danach könnten wieder Monate bis zum Urteil vergehen. Das Endergebnis der Moto3-WM 2026 würde dann noch lange auf sich warten lassen.

An der Spitze des Klassements der Moto3 ändert das Urteil aber so oder so nichts. Dominator Max Quiles hat sich in Indonesien vorzeitig den Titelgewinn gesichert: