Jetzt also doch: Nach langen Diskussionen über die Austragung des Katar-GP 2026, haben wir nun endlich Gewissheit. Die MotoGP-Stars werden an diesem Wochenende an den Lusail International Circuit reisen, wo das 20. Saisonrennen 2026 über die Bühne gehen wird. Trotz der weiterhin angespannten Situation im Nahen Osten entschieden sich die Verantwortlichen dafür, den Grand-Prix durchzuführen. Der Großteil der Fahrer zeigte sich davon allerdings wenig begeistert und hätte gerne auf das Rennen verzichtet.
Katar bildete für lange Zeit den traditionellen Saisonauftakt, wurde aber in den vergangenen Jahren jedoch in Richtung Saisonende verlegt. Seit dem Jahr 2004 gastiert die Königsklasse des Motorradsports im Wüstenstaat und lieferte uns schon Duelle, die für immer in die Geschichte eingehen werden, wie z.B. Marc Marquez gegen Andrea Dovizioso. Motorsport-Magazin.com wirft einen ersten Blick auf das Rennen in Katar und liefert alle wichtigen Informationen, Statistiken und Rekorde.
Lusail International Circuit: Geschichte und Layout
Katar steht für höher, schneller, weiter und ist eines der Länder mit einer der rasantesten Entwicklungen der Welt. Wenig verwunderlich ist es also, dass ab dem Jahr 2003 in weniger als 14 Monaten die wohl spektakulärste Motorsportanlage weltweit errichtet wurde: der Lusail International Circuit. Das Projekt kostete um die 58 Millionen US-Dollar und beschäftigte um die 1000 Arbeitskräfte, sodass am 02. Oktober 2004 das erste MotoGP-Rennen stattfinden konnte.
In den ersten vier Jahren fanden die Rennen noch am Tag statt, doch um noch mehr Show in das Event zu bringen, entschied man sich für den zusätzlichen Bau einer Flutlichtanlage. Damals war es eines der weltweit größten Projekte dieser Art und schaffte somit die Grundlage für ein Nachtrennen. Am 9. März 2008 wurde dann der Katar-GP erstmals unter Flutlicht ausgetragen.

Die Strecke wurde in ihrer Konstruktion und in ihrem Layout speziell an die Bedürfnisse der MotoGP und des Motorradsports angepasst. Die langgezogenen Kurven und schnellen Richtungswechsel sind ideal auf die MotoGP-Motorräder zugeschnitten. Die Wüstenstrecke misst 5,380 Kilometer und führt die Fahrer um 16 Kurven (10 Rechts- und sechs Linkskurven).
Zudem wird sie im Uhrzeigersinn befahren und misst mit der 1.068 Meter langen Start-Ziel-Geraden die zweitlängste Gerade aller Rennstrecken im MotoGP-Kalender. Katar wollte dennoch weitere internationale Rennserien in ihr Land holen, auch aus dem Automobilsport. Ab dem Jahr 2021 ist der Kurs auch fester Bestandteil im Kalender der Formel 1 sowie ab 2024 auch der WEC.
Ab dem Dezember 2022 folgte dann eine weitere große Umbaumaßnahme. Die Anlage erhielt ein brandneues, hochmodernes und 402 Meter langes Boxengebäude mit 50 Boxen und stellte damit sogar einen Guinness-Weltrekord auf. Dazu kamen ein neues Fahrerlager, moderne Hospitality-Bereiche und eine komplette Neuasphaltierung.
Wegen dieses Umbaus wurde 2023 das MotoGP-Rennen auch vom Saisonauftakt im März in den November verlegt. Katar hat mit der MotoGP noch einen Vertrag bis einschließlich 2031 und ist somit für die nächsten fünf Jahre weiterhin der luxuriöseste Gastgeber im Saisonkalender.
Key Facts zur Strecke
- Streckenlänge: 5,380 Kilometer
- Kurvenanzahl: 16
- Rennrunden Sprint: 11
- Rennrunden: 22
- Renndistanz Sprint: 59,18 Kilometer
- Renndistanz: 118,36 Kilometer
Die Statistik zur MotoGP in Katar
Ab dem Debütjahr 2004 fand der Katar-GP bis 2019 ununterbrochen statt. Einzig im Jahr 2020 zwang die Corona-Pandemie ihn zu einer Absage. In der ebenfalls von Corona dominierten Saison 2021 wurde das Rennen zweimal ausgetragen. Einmal regulär als Katar-GP und einmal als Doha-GP.. Danach liefen die Rennen wieder regulär, bloß mit der Verschiebung des Termins in den November.
Das erste Rennen am 02.Oktober 2004 gewann der Spanier Sete Gibernau auf Honda vor Colin Edwards und Ruben Xaus. Im ersten Nachtrennen 2008 war der Australier Casey Stoner vor Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa erfolgreich.
Die beiden erfolgreichsten Piloten in Katar sind Valentino Rossi und Casey Stoner. Beide teilen sich mit insgesamt vier Siegen diesen Rekord. Die meisten Pole-Positions holte sich Stoner ebenfalls. Hier teilt er sich die Rekordstatistik aber mit Jorge Lorenzo, welcher auch viermal von Position eins ins Rennen ging. Marc Marquez gewann hier erst zweimal (2014, 2025) und hat somit in diesem Jahr die Chance, weiter in der Rangliste nach oben zu klettern. Was die Rundenzeiten betrifft, ist der aktuell WM-Führende aber die klare Nummer eins. Im Vorjahr sicherte er sich in 1:50.499 den absoluten Rundenrekord und zudem mit 1:52.561 Minuten die schnellste Rennrunde. Damit rundete er sein perfektes Wochenende 2025 aus Pole-Position, Sprintsieg und Rennsieg ab.
MotoGP-Rekorde: Lusail
| Kategorie | Rekord und Fahrer |
| Rekordsieger: | Valentino Rossi, Casey Stoner (4) |
| Quali-Rekord: | 1:50,499 (Marc Marquez 2025) |
| Rundenrekord: | 1:52,561 (Marc Marquez 2025) |
| Top-Speed: | 362,4 km/h (Johann Zarco 2021) |

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