Jorge Martin will einfach nicht aufgeben. Nachdem er das MotoGP-Wochenende in Sepang verfrüht beenden musste, versucht er es beim Katar Grand Prix erneut. Mit einem gebrochenen Handgelenk reist der WM-Zweite nach Doha, um dort wenigstens ein paar Punkte für seine letzten Titelhoffnungen mitzunehmen. Vorausgesetzt, sein Handgelenk hält der Belastung stand.
Martin hat sich im Sprint von Phillip Island vor zwei Wochen bei einem Sturz das Handgelenk gebrochen. Nur wenige Tage später saß er in Sepang wieder auf dem Bike und testete, ob sein Handgelenk der vollen Belastung standhalten würde. Trotz der Behandlung mit einer Handschiene, Schmerzmitteln und Entzündungshemmern blieb der Versuch erwartungsgemäß wenig erfolgreich. Nach einer ganzen Session und elf Runden scheiterte Martin an seiner Verletzung und musste seine Bemühungen abbrechen und Malaysia vorzeitig verlassen.
"Das Ziel ist es, in Katar zu fahren", kündigten er und Team-Manager Paolo Bonora schon am Samstag an. Entsprechend wenig überraschend war die Pressemitteilung, die Aprilia am Mittwoch veröffentlichte. "Marco Bezzecchi und Jorge Martin werden beide in Katar sein", bestätigte das Team.
Martin: Wir werden sehen, wie mein Körper reagiert
"Es ist schade, dass ich das Wochenende in Sepang nicht weiterführen konnte, aber dass ich nur die Chance hatte, es zu versuchen, ist schon eine Errungenschaft", lässt sich Martin in der Aussendung zitieren. Noch vor dem Start des Qualifyings flog er zurück nach Spanien, um seine Genesung fortzusetzen und sich fit für Katar zu machen. "Jetzt werden wir sehen, wie mein Körper reagiert, und zusammen mit Aprilia werden wir uns von Donnerstag an anschauen, wie weit wir kommen."
Besonders optimistisch klingt diese Einschätzung nicht. Aber Martin meinte bereits am Samstag, dass sich der Zustand seines Arms seit dem Unfall in der Vorwoche deutlich verbessert habe und er sich mit einer zusätzlichen Woche Pause noch besser fühlen würde. Sollte seine Genesung weiterhin so gut verlaufen, rechnet Martin damit, in Katar etwa 80 Prozent seiner Fitness erreicht zu haben. "Sollte sich mein Zustand nicht verbessern, muss ich eben auch dort aufgeben", war Martin schon am Samstag realistisch. Die Heilung eines Handgelenksbruchs dauert für Normalsterbliche sechs bis zwölf Wochen.
Ein Start in Lusail wäre für Martins WM-Hoffnungen von großer Bedeutung. In der Fahrerwertung befindet er sich schon 44 Punkte hinter Titelverteidiger Marc Marquez, der weiterhin in Topform ist. Bei nur noch drei ausstehenden Rennen schwinden seine Chancen auf den zweiten WM-Titel zunehmend. Dazu gibt es genau in Katar eine gute Möglichkeit, auch ohne vollständige Fitness viele WM-Punkte zu sammeln. Denn viele Fahrer boykottieren das Rennen in der aktiven Kriegsregion. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Artikel:



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